Der neue Landtag: Bunter, jünger, schräger und Pauli

Ganz neue Gesichter im Landtag - und manche bekannten in anderen Rollen: Wie zum Beispiel Gabriele Pauli, die vermutlich für die Freien Wähler ein Mandat erringt.
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Comeback vermutlich geschafft: Neu-FW-Politikerin Gabriele Pauli.
Reuters Comeback vermutlich geschafft: Neu-FW-Politikerin Gabriele Pauli.

MÜNCHEN - Ganz neue Gesichter im Landtag - und manche bekannten in anderen Rollen: Wie zum Beispiel Gabriele Pauli, die vermutlich für die Freien Wähler ein Mandat erringt.

Noch werden die letzten Stimmen ausgezählt, aber eines ist schon klar: Der bayerische Landtag wird künftig bunter, weiblicher, jünger – und auch ein bisserl schräger. Aus dem Drei- wird ein Fünf-Parteien-Parlament. Und die CSU stellt statt bislang 124 nur noch 92 (fast ausschließlich direkt gewählte) Abgeordnete, der schwarze Block fällt also deutlich weniger monolithisch aus. Neben SPD und Grünen sorgen FDP und Freie Wähler für bislang ungewohnte, lebendige Farbtupfer im Plenum.

Die Liberalen wissen nach eigenen Angaben erst am Mittwoch definitiv darüber Bescheid, welche Kandidaten über die Liste ins Maximilianeum einziehen können. Nur so viel ist bereits klar: Es werden sieben Oberbayern, zwei Schwaben, zwei Niederbayern, zwei Mittelfranken sowie je ein Oberpfälzer, Oberfranke und Unterfranke sein.

Schmusesänger für die FDP

Nicht ausgeschlossen ist, dass auch der 29-jährige Schmusesänger Tobias Thalhammer („Träumen ist nicht verboten“) in der liberalen Landtagsfraktion sitzt. Der Kandidat aus dem Münchner Norden zeigte sich gestern gegenüber der AZ jedenfalls „total begeistert“ über sein „Top-Ergebnis“: Er sei im Landkreis München „die drittstärkste Kraft“, habe 8796 Erststimmen ergattert – immerhin 12,4 Prozent.

Grüne Hoffnungen macht sich dagegen Claudia Stamm, die im Stimmkreis München-Giesing 15 Prozent der Erststimmen holte. Während die 38-Jährige noch zittern muss, kann ihre Mutter bereits aufatmen: Die Landtagsvizepräsidentin von der CSU wird aller Wahrscheinlichkeit nach über die unterfränkische Bezirksliste in den Landtag einziehen. „Sie hat es geschafft“, sagte der Geschäftsführer der CSU-Unterfranken, Gerhard Schmitt.

Mutter und Tochter?

Die CSU-Vizechefin, die gerne Nachfolgerin von Landtagspräsident Alois Glück werden möchte, war bei der Landtagswahl ohne eigenen Stimmkreis als Listenführerin ihrer Partei angetreten. Nach Angaben des Landeswahlleiters steht der CSU in Unterfranken ein Listensitz zu – für Barbara Stamm.

Denselben Dusel hatte CSU-Justizministerin Beate Merk in Schwaben. Nachdem es noch am Wahlabend ganz danach ausgesehen hatte, dass Merk den Sprung ins Maximilianeum ebenso verpassen würde wie Wirtschaftsministerin Emilia Müller und Finanzstaatssekretär Georg Fahrenschon, darf sie jetzt auf den zweiten Listenplatz spekulieren, den die CSU im Freistaat besetzen darf.

Stoibers Sohn startet Karriere

Bei den Freien Wählern steht die schillernde Ex-CSU-Rebellin Gabriele Pauli vor dem Einzug in den Landtag: Nach Auszählung von fünf der zwölf mittelfränkischen Stimmkreise entfielen auf die Ex-Landrätin laut Landeswahlleiters schon über 19 000 Zweitstimmen. Sie liegt damit weit vor allen anderen Kandidaten der Bezirksliste. Auf die Freien Wähler in Mittelfranken entfallen zwei Mandate.

Ein junger Kandidat darf übrigens schon die Sektkorken knallen lassen: Edmund Stoibers Sprössling Dominic ist auf Anhieb in den oberbayerischen Bezirkstag gewählt worden. Der 28-jährige Sohn des Ex-Ministerpräsidenten, der zurzeit promoviert und in einem Medienunternehmen arbeitet, holte für die CSU 41,1 Prozent der Erststimmen in Bad Tölz-Wolfratshausen-Garmisch-Partenkirchen.

jox

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