CDU-Abgeordneter: Nicht ewig mit der Führung weitermachen

Eine Trennung von Kanzleramt und CDU-Vorsitz – das gab es unter Angela Merkel schon einmal. Für den Bundestagsabgeordneten Bastian Ernst könnte das auch eine Option für Friedrich Merz werden.
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CDU-Politiker Ernst kann sich eine Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft vorstellen. (Archivbild)
CDU-Politiker Ernst kann sich eine Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft vorstellen. (Archivbild) © Elisa Schu/dpa
Berlin

Die CDU sollte sich nach Worten ihres Bundestagsabgeordneten Bastian Ernst Gedanken über eine Neuaufstellung für die Zukunft machen und dabei eine Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz ins Auge fassen. "Wir haben ein Stück weit das Vertrauen verloren. Wir müssen uns daher damit beschäftigen, wie wir uns neu aufstellen", sagte Ernst vor einer Konferenz der CDU-Kreisvorsitzenden mit Bundeskanzler Friedrich Merz der Deutschen Presse-Agentur. Die Konferenz ist Montag und Dienstag in Berlin geplant. Ernst ist Vorsitzender im niedersächsischen Kreisverband Oldenburg-Land.

"Angela Merkel hat den Parteivorsitz abgegeben und ist Kanzlerin geblieben – das ist ein Modell, mit dem die CDU wieder gut arbeiten kann. Die Frage ist nur, wann", sagte der 39-Jährige. "Die jüngere Generation in der CDU hat den Anspruch zu gestalten, sie ist auch ein anderer Typus Politiker als die Generation davor. Wir können nicht ewig mit der Führung, wie wir sie jetzt haben, weitermachen."

"Im Innenpolitischen, da hakt es"

Merz mache zwar gerade außenpolitisch "in sehr harten Zeiten viele Dinge sehr gut", sagte Ernst. Aber: "Im Innenpolitischen, da hakt es." Die CDU im Bund müsse wieder ein besseres Gespür dafür bekommen, was in den Kommunen los sei, forderte der Bundestagsabgeordnete und nahm auch den Koalitionspartner mit in die Pflicht. "Das gilt genauso für die SPD. An den Infoständen sehen wir engagierte Kommunalpolitiker, aber die Bundespolitik macht es ihnen derzeit schwer."

Suche nach Bundespräsidentin: "Verstehe diesen Fetisch nicht"

Angesprochen auf die zähe Suche nach einer Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte Ernst: "Ich verstehe diesen Fetisch nicht, dass es unbedingt ein Jurist oder eine Juristin werden müsse. Das finde ich nicht richtig. Es geht hier nicht um das Bundesverfassungsgericht."

Er selbst habe eine klare Favoritin für das Amt. "Ilse Aigner wäre in jederlei Hinsicht eine sehr geeignete Bundespräsidentin. Sie kann überparteilich auftreten und ist nahbar für die Menschen", sagte Ernst.

Der jetzige Bundespräsident Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht wieder für die Bundespräsidentenwahl am 30. Januar kandidieren. Die CSU-Politikerin Aigner hat die Unterstützung ihres Parteivorsitzenden Markus Söder und von SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch. Merz hat sich noch nicht festgelegt, beharrt aber auf einem Vorschlagsrecht der CDU.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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