Bitter

Die neue Regelung ist tatsächlich eine Rentenkürzung. Georg Thanscheidt, der Vize-Chefredakteur der AZ, über die Rente mit 67.
| Georg Thanscheidt
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Ministerpräsident Horst Seehofer bekommt zum Jahresanfang einen Sonderpunkt - und zwar für Ehrlichkeit: Natürlich ist die Einführung der Rente mit 67 eine „faktische Rentenkürzung“. Und das nicht nur, weil deutsche Arbeitnehmer über 50 auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. Aber deswegen ganz besonders.

Zur Erinnerung: Eingeführt hatte die Rente mit 67 die Große Koalition aus Union und SPD. Die schwarz–gelbe Regierung hat sie noch einmal bestätigt. Und Ministerin von der Leyen (CDU) verteidigt die seit gestern geltende Regelung mit dem Hinweis, dass sich die Zahl der 60- bis 64-Jährigen, die noch arbeiten, in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt habe.

Allerdings zeigen selbst diese Zahlen, dass drei Viertel der Menschen in dieser Altersgruppe keinen Job mehr haben. Für sie wird die nun auch von Seehofer so genannte Rentenkürzung bald bittere Realität sein.

Ebenso bitter ist aber auch: Es gibt derzeit keine realistische Alternative zur Rente mit 67. Das ergibt sich einerseits aus der Rentenbezugsdauer, die sich in den letzten 50 Jahren auf bis zu 20 Jahre verdoppelt hat. Das ergibt sich andererseits daraus, dass schon heute die Renten nur ausgezahlt werden können, weil der Staat jedes Jahr 60 Milliarden Euro aus Steuern zuschießt. Noch höhere Steuern, eine Anhebung der Beitragssätze und der Bemessungsgrenzen könnte diese Rentenkürzung ausgleichen.

Aber das wäre bitter für alle, die (noch) Arbeit haben.

 

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