Banaszak zu Stolpersteinverbot in Heidenau: "Skandal"

Ein gemeinsamer Antrag von CDU und AfD stoppt Stolpersteine im sächsischen Heidenau. Für Grünen-Chef Banaszak ist das ein falsches Zeichen zur falschen Zeit.
dpa |
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Wer die Stolpersteine aus dem Straßenbild verbannen wolle, müsse sich fragen lassen, warum die sichtbare Erinnerung an die Opfer störe, sagt Banaszak. (Archivbild)
Wer die Stolpersteine aus dem Straßenbild verbannen wolle, müsse sich fragen lassen, warum die sichtbare Erinnerung an die Opfer störe, sagt Banaszak. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Grünen-Chef Felix Banaszak zeigt sich empört über den Vorstoß von CDU und AfD im sächsischen Heidenau, keine Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum zu verlegen. "Dass sich CDU und AfD in Heidenau die Hand reichen, um Stolpersteine im öffentlichen Raum zu verhindern, ist ein Skandal", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade angesichts der aktuellen Debatten über den Umgang mit Rechtsextremismus und dem Vormarsch der AfD müsse man alles dafür tun, "um das Gedenken an diejenigen, die verfolgt und ermordet wurden, lebendig zu halten".

Im sächsischen Heidenau nahe Dresden sollen keine Stolpersteine mehr zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus verlegt werden. Ein Antrag von Stadträten von AfD und CDU wurde am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen. Viele empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so "dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist". 

Banaszak sagte: "Die Begründung, man könne auf den Stolpersteinen herumtreten, ist absurd." Der eigentliche Skandal sei, dass hier die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mit Füßen getreten werde. Vielmehr liege genau im Betreten der Steine ihre Stärke, so der Grünen-Politiker. "Sie holen die Namen und Schicksale der Opfer in unseren Alltag und fordern uns auf, kurz innezuhalten." Wer dieses Gedenken aus dem Straßenbild verbannen wolle, müsse sich fragen lassen, warum die sichtbare Erinnerung an die Opfer störe.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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