Weimer lässt Verleihung von Buchhandlungspreis absagen

Der Kulturstaatsminister streicht drei linke Buchläden aus den Jury-Vorschlägen für den Buchhandlungspreis und sorgt damit für Kritik. Nun kippt er die Verleihung auf der Leipziger Buchmesse.
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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" drei linke Buchläden von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen. (Archivbild)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" drei linke Buchläden von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen. (Archivbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lässt die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises auf der Leipziger Buchmesse absagen. Hintergrund für die Entscheidung sei eine Debatte um die Streichung von drei Juryvorschlägen, teilte ein Sprecher des Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) mit. Weimers Entscheidung, drei linke Buchläden von der Liste für den Buchhandlungspreis zu streichen, hatte für massive Kritik gesorgt. 

"Die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises sollte am 19. März 2026 erstmals im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfinden, in einem konzentrierten, würdevollen Festakt", hieß es in der Mitteilung. 

"Nun droht aber die Debatte um die Nicht-Berücksichtigung von drei Juryvorschlägen den eigentlichen Sinn der Veranstaltung – nämlich die Auszeichnung und Ehrung unabhängiger Buchhandlungen – zunehmend zu überlagern", so das Statement. Eine angemessene Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger scheine in einem solchen Kontext "kaum noch möglich".

Dialog über Kunst- und Meinungsfreiheit angekündigt

Kulturstaatsminister Weimer (parteilos) hatte in der vergangenen Woche wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" drei linke Buchläden von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen. Öffentlich ist nicht bekannt, was gegen die drei Läden in Berlin, Bremen und Göttingen vorliegt. Die Betroffenen wollen vor Gericht ziehen. 

Trotz der Absage der Veranstaltung auf der Buchmesse in Leipzig sollen die Preisträger gewürdigt werden. "Die ausgewählten Buchhandlungen werden Preisgeld und Urkunde auf direktem Wege erhalten", teilte der Sprecher von Weimer mit. Die Bekanntgabe der Hauptpreise werde in gesonderter Form erfolgen. 

"Wir werden zudem zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Diskussion im Rahmen einer öffentlichen Dialogveranstaltung über Kunst- und Meinungsfreiheit und die Bedeutung staatlich finanzierter Kunstpreise einladen", hieß es weiter.

Der Deutsche Buchhandlungspreis für etwa 100 besonders engagierte kleine Buchläden ist mit Preisgeldern von 7.000 bis 25.000 Euro dotiert.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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