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Interview

Verhaltensexpertin PD Dr. Dorothea Döring erklärt, woher Macken des Stubentigers kommen können und was dagegen hilft

Von Möbelschäden bis hin zu Markieren - Katzen haben ihre Macken. Die Verhaltensexpertin PD Dr. Dorothea Döring erklärt, woher diese kommen und was hilft. Und wer seiner eigenen Samtpfote etwas Gutes tun möchte, für den gilt: Jetzt Foto hochladen (noch bis einschließlich 5. Oktober, 18 Uhr) und tolle Preise von Fressnapf gewinnen!
| Lisa Marie Albrecht
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"Katzen wollen vertikal kratzen", erklärt Verhaltensexpertin PD Dr. Dorothea Döring. Die 53-Jährige ist Fachtierärztin für Verhaltenskunde am Lehrstuhl für Tierschutz der Tierärztlichen Fakultät der LMU.
"Katzen wollen vertikal kratzen", erklärt Verhaltensexpertin PD Dr. Dorothea Döring. Die 53-Jährige ist Fachtierärztin für Verhaltenskunde am Lehrstuhl für Tierschutz der Tierärztlichen Fakultät der LMU. © dpa

München - Zusammen mit den Fressnapf Märkten in und um München suchen wir Münchens schönste Katze. Schicken Sie uns Ihren besten Katzenschnappschuss und gewinnen Sie exklusive Preise für Ihren Stubentiger und sich selbst!

Bis 5. Oktober (18 Uhr) haben Sie Zeit, den besten Schnappschuss Ihrer Katze oder Ihres Katers einzusenden. Aus allen bis dahin eingesandten Fotos wählt die AZ-Jury 30 Katzenfotos aus. Ab Dienstag, 12. Oktober 2021, haben Sie, liebe Leser, dann die Möglichkeit aus diesen Top 30 per Online-Voting die Top 10 zu wählen. Die Abstimmungsphase dauert zwei Wochen und endet am Dienstag, 26. Oktober 2021. 


Jetzt Foto hochladen und teilnehmen! 


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AZ: Frau Döring, welche Verhaltensprobleme begegnen Ihnen in Ihrem Berufsalltag am häufigsten bei Katzen?
Dorothe Döring:
Am häufigsten begegnen mir Unsauberkeitsprobleme, oft auch Urinmarkieren.

Stichwort Unsauberkeit: Gibt es so etwas wie "Protestpinkeln" bei Katzen?
Nein, das ist ein leider immer noch verbreiteter Irrglaube. Wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind, ist der Grund für Unsauberkeit fast immer ein Mangel an der Katzentoilette.

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Großteil der Katzen benötigt eine große geräumige Wanne

Was kann da falsch sein?
Es kann sein, dass es zu wenig Katzentoiletten gibt, diese nicht häufig genug sauber gemacht werden oder mit den falschen Reinigungsmitteln. Ein Großteil der Katzen möchte auch kein gedeckeltes Klo, sondern eine große geräumige Wanne. Wenn es nur eine geschlossene Toilette gibt und die Katze wegen Unsauberkeit auffällig wird, sollte man also probieren, eine weitere Toilette ohne Dach aufzustellen. Bei Mehrkatzenhaushalten wird es nochmal komplizierter.

Inwiefern?
Eine Toilettenaversion kann auch entstehen, wenn Katzen sich gegenseitig auflauern oder Sitzblockaden machen. Beim Mehrkatzenhaushalt ist die Faustregel: Katzenanzahl plus eins. Wenn ich zum Beispiel drei Katzen habe, brauche ich also vier Toiletten. Die Erfahrung zeigt aber, dass man meist noch mehr braucht. Und diese Toiletten dürfen auch nicht alle im Keller stehen und nicht zu nah an Futter- oder Ruheplätzen sein. Wenn man Spannungen zwischen Katzen bemerkt, sollte man eine Verhaltensberatung in Anspruch nehmen.

Kastrierte Katzen markieren, wenn sie unsicher oder gestresst sind

Viele haben Probleme mit dem Markieren, selbst bei kastrierten Katzen. Woran liegt das?
Bei kastrierten Katzen ist es meist ein Zeichen von Unsicherheit oder Stress. Man muss also herausfinden: Was stresst die Katze? Zum Beispiel ein neues Möbelstück oder dass die Besitzerin, die immer zuhause war, jetzt ständig weg ist. Das Markieren dient der Katze dazu, sich mit vertrautem Geruch zu umgeben.

Was kann man tun?
Den Stress reduzieren. Und man kann mit einem Wattebausch oder einem Tuch die Pheromone von den Drüsen im Gesicht abreiben und diese an bestimmten Gegenständen abstreifen oder die Tücher irgendwo hinlegen. Die Katze hat dann den Eindruck: Ach, hier riecht es ja überall so schön nach mir, da brauche ich nicht markieren – oder kratzen.

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Auch Kratzen ist eine Form des Markierens

Kratzen ist also auch eine Form des Markierens?
Genau. Katzen setzen damit eine geruchliche Markierung und auch eine optische. Wenn die Katze das zum Beispiel am Sofa macht, ist das ein Zeichen, dass man ihr noch mehr Kratzmarkiermöglichkeiten bieten sollte. Ein großes Problem bei den handelsüblichen Kratzbäumen ist zudem, dass sie Querrillen haben. Die Katzen finden beim Klettern gut Halt, für das Kratzen hat es aber Nachteile.

Welche?
Die Katze kann dann nicht vertikal nach unten ziehen, und das ist es, was Katzen wollen. Zum Runterziehen brauchen sie einen Kratzpfosten, ein Rindenstück, einen Baumstamm oder ein vertikales Kratzbrett. Und diese Dinge sollten am besten mitten im Zimmer oder an Durchgängen sein.

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Wie setze ich das um?
Wenn ich etwa ein Sofa habe, das malträtiert wird, würde ich es erstmal mit einer Folie oder Decke abdecken und direkt dort ein geeignetes Kratzobjekt anbringen, damit die Katze eine Alternative findet.

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