Umgang mit Obdachlosen: FC-Bayern-Fans kritisieren Stadt München

Beim Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen RB Leipzig stellen sich die Ultras der Schickeria mit einem Spruchbanner gegen die Vorgehensweise der Stadt München bei der Räumung der Isarbrücken. 
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Mit einer Choreografie haben die FC-Bayern-Fans am Donnerstag gegen die Räumung der Obdachlosen unter den Isarbrücken durch die Stadt München protestiert.
imago/Picture Point Mit einer Choreografie haben die FC-Bayern-Fans am Donnerstag gegen die Räumung der Obdachlosen unter den Isarbrücken durch die Stadt München protestiert.

Die Räumung der Isarbrücken polarisiert weiter: Beim Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen RB Leipzig stellen sich die Ultras der Schickeria mit einem Spruchbanner gegen die Vorgehensweise der Stadt München.

München - Ultras des FC Bayern haben während des Bundesliga-Spiels gegen RB Leipzig in der Allianz Arena gegen das Vorgehen der Stadt München bei der Räumung der Isarbrücken protestiert.

Protest der Bayern-Ultras gegen Stadt München

Jüngst hatte die Verwaltung der Landeshauptstadt die Obdachlosenlager unter der Reichenbachbrücke, der Wittelsbacherbrücke und der Brudermühlbrücke räumen lassen - unter dem Einsatz zahlreicher Polizeikräfte. Mit einem Spruchband wandten sich die Ultras der Schickeria nun gegen diese Maßnahme. Auf dem großen Banner stand: "Weltstadt ohne Herz. Solidarität mit allen Obdachlosen."

Die Ultra-Gruppe Schickeria ist bekannt für gesellschaftskritische Statements. Mit der Aktion ist der Streit um die Münchner Obdachlosen wohl auch im Stadion des Rekordmeisters angekommen.

Verhärtete Fronten in der Stadt nach Räumung der Isarbrücken

Rückschau: Im Herbst brach in München die Debatte um die Unterbringung von Obdachlosen los. Die Stadt kündigte die Räumung unter der Wittelsbacher- und der Reichenbachbrücke an. "Wir haben Sorge, dass die Menschen dort im Winter erfrieren, sich versehentlich selbst verbrennen oder bei Hochwasser ertrinken", begründete Sozialreferentin Dorothee Schiwy den Schritt. Insgesamt drei Mal hatte es 2018 unter der Reichenbachbrücke gebrannt

Die Betroffenen und Unterstützer wehrten sich in einer Stellungnahme: Sie würden lieber unter der Brücke als in der Kälteschutzeinrichtung in der Bayernkaserne schlafen, hieß es. Aber auch Proteste vor Ort halfen nicht: Am 29. November, ab 7 Uhr morgens, räumte die Stadt unter großem Polizeiaufgebot die Isarbrücken

Großes Polizeiaufgebot: Stadt räumt Obdachlosenlager

Ein Ende der Debatte ist derweil nicht in Sicht: Zuletzt hatten sich die Grünen mit einem Antrag an OB Dieter Reiter gewandt. Sie forderten verlängerte Öffnungszeiten und Kochmöglichkeiten in der Bayernkaserne - beides Anliegen der Betroffenen. Auch die Ultras des FC Bayern unterstützen die Obdachlosen nun.

Lesen Sie auch: AZ-Kommentar zur Räumung der Obdachlosen-Lager - Kalte Stadt!

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