Interview

Tierärztin Frau Dr. Hölscher gibt Tipps für den richtigen Umgang mit älteren Katzen

Katzen zählen ab etwa dem zehnten Lebensjahr zu den Senioren. Wie der Umgang mit älteren Katzen gelingt, verrät die Tierärztin Frau Dr. Hölscher. Für alle, die bereits eine jüngere oder ältere Samtpfote zu Hause haben gilt: Jetzt Foto hochladen und tolle Preise von Fressnapf gewinnen!
| Natalie Kettinger
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Ältere Samtpfoten benötigen eine andere Behandlung als jüngere. Tipps hierzu gibt es von der Expertin Frau Dr. Hölscher.
Ältere Samtpfoten benötigen eine andere Behandlung als jüngere. Tipps hierzu gibt es von der Expertin Frau Dr. Hölscher. © unsplash

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Dr. Tina Hölscher: Die Tierärztin praktiziert in München-Obermenzing.
Dr. Tina Hölscher: Die Tierärztin praktiziert in München-Obermenzing. © privat

AZ: Frau Dr. Hölscher, wie lange dauert eigentlich ein Katzenleben – und wann gelten die Tiere als alt? 
Dr. Tina Hölscher: Katzen können über 20 werden – aber nur in Ausnahmefällen. Zu den Senioren zählen sie etwa ab dem zehnten Lebensjahr.

Was sind die ersten Anzeichen dafür, dass der Stubentiger ins Seniorenalter kommt?
Die Besitzer merken in aller Regel als erstes, dass die Katze keine Schlaf- oder Lieblingsplätze mehr aufsucht, die sehr hoch gelegen sind und von denen sie tief wieder herunterspringen muss. Das liegt daran, dass ihr das wehtut, weil viele alte Katzen Arthrose haben – genau wie wir Menschen. Diesen Schmerzen versuchen sie aus dem Weg zu gehen, indem sie sich ein Plätzchen suchen, das eine Etage niedriger liegt.

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Bei älteren Katzen verändert sich auch die Körpermuskulatur 

Ein anderes Anzeichen ist, dass die Fellqualität ein bisschen nachlässt, es manchmal auch zu Verfilzungen kommt. Ursache ist, dass die Katze sich nicht mehr so gerne putzt, weil es sie anstrengt, wenn sie sich zum Beispiel verrenken muss, um sich über die Kruppe zu lecken. Außerdem verändert sich die Körpermuskulatur: Die Tiere bekommen einen leichten Hängebauch, Kruppe und Hüftknochen kann man deutlicher fühlen.

Brauchen alte Katzen anderes Futter oder zusätzliches Wasser? Was kann man ihnen sonst Gutes tun?
Ist die Katze gesund, braucht sie kein zusätzliches Trinken. Wenn sie an Gewicht zulegt, weil sie sich weniger bewegt, ist ein kalorienreduziertes Senioren-Futter angebracht. Grundsätzlich empfehle ich, Katzen ab zehn oder elf einmal pro Jahr vom Tierarzt untersuchen zu lassen, weil viele Schwierigkeiten, die Katzen im Alter haben, für Laien nicht erkennbar sind.

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Ein Klassiker bei alternden Katzen: Arthrose

Was sind die häufigsten Probleme?
Arthrose, schlechte Zähne und damit verbunden Zahnschmerzen, chronische Nieren-Insuffizienzen und die Schilddrüsen-Überfunktion. Das sind vier Klassiker bei alternden Katzen. Durch eine Blutuntersuchung kann man die beiden letztgenannten schon früh erkennen. Durch eine Futter-Umstellung kann man diese Krankheiten hinauszögern. So lassen sich durchaus zwei bis drei Jahre Lebenszeit gewinnen.

Was hilft gegen Arthrose?
Es gibt schon lange Arthrose-Medikamente für Katzen, die aber bislang immer oral verabreicht werden mussten. Damit haben viele Tierbesitzer ein großes Problem. Außerdem belasten die herkömmlichen Präparate Leber und Nieren. Seit Kurzem gibt es etwas Neues: Eine Spritze, die einmal im Monat gegeben wird und die Schmerz-Leitung unterbindet. Diese Spritze ist extrem gut verträglich – aber teuer: Da liegt man mit Tierarztbesuch und Medikament bei etwa 80 Euro im Monat.

Auch Katzen können dement werden

Können Katzen auch dement werden?
Ja, das ist ein weiterer Klassiker. In meine Praxis kommen oft Leute, die sich nicht erklären können, warum ihre Katze plötzlich schreit und schreit – auch, wenn man ihr Schmerzmittel gibt. Das kann eine Demenz sein, vor allem bei Katzen, die älter als zwölf sind. Die Tiere sind dann etwas desorientiert und maunzen in ihrer Hilflosigkeit ganz laut, tags wie nachts, was in einem Mehrfamilienhaus durchaus zu Problemen führen kann.

Lässt sich dagegen etwas machen?
Leider nein. Wobei die Katzen häufig aufhören zu maunzen, wenn man auf sie zugeht und sie streichelt – aber eben nur temporär. Was man übrigens generell sagen kann: Katzen werden heutzutage viel älter als früher, weil sie medizinisch gut versorgt und besser gefüttert werden. Dadurch treten altersbedingte Krankheiten, auch Tumore zum Beispiel, deutlich häufiger auf.

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Bei älteren Katzen gilt: Krallen regelmäßig kürzen

Gibt es Kardinalfehler, die man als Besitzer einer alten Katze unbedingt vermeiden sollte?
Ja, ich erlebe immer wieder, dass die Krallen nicht regelmäßig gekürzt werden. Sie nutzen sich weniger ab, wenn sich eine Katze nicht mehr so viel bewegt. Sind die Krallen jedoch zu lang, bleiben die Tiere womöglich damit hängen und reißen sich den kompletten Hornschuh ab. Außerdem können Krallen im Kreis wachsen und sich von unten in den Ballen bohren.

Ein weiterer Fehler: Manchmal kommen die Besitzer einfach zu spät zum Tierarzt, wenn ihrer Katze nicht mehr zu helfen ist. Deshalb plädiere ich dafür, ein geriatrisches Profil des Blutes erstellen zu lassen, um die genannten Klassiker zu identifizieren. Denn wie gesagt: Früh erkannt, hat man noch Chancen auf ein paar schöne gemeinsame Jahre.

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