Stephan Pilsinger wird CSU-Bundestagskandidat im Westen

Der JU-Chef setzt sich deutlich gegen Julia Obermeier durch. Überschattet wird seine Nominierung von einem Manipulationsvorwurf.
| Florian Zick
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Stephan Pilsinger wird die Nachfolge von Hans-Peter Uhl antreten.
privat Stephan Pilsinger wird die Nachfolge von Hans-Peter Uhl antreten.

München - Die CSU hat sich festgelegt: Stephan Pilsinger soll im Münchner Westen nächstes Jahr für den Bundestag kandidieren. Der Münchner JU-Chef setzte sich bei einer Parteiversammlung am Montagabend deutlich gegen die Bundestagsabgeordnete Julia Obermeier durch. Pilsinger bekam 101 Stimmen, für Obermeier votierten 51 der Delegierten.

Der 29-jährige Pilsinger wird damit die Nachfolge von Hans-Peter Uhl antreten. Der frühere KVR-Chef hat angekündigt, nach fast 20 Jahren im Bundestag Platz für jemand Jüngeres machen zu wollen.

Überschattet wurde die Wahl von für die CSU fast schon traditionellen Manipulationsvorwürfen. Der frühere Stadtrat Helmut Pfundstein hatte unmittelbar vor dem Urnengang darauf hingewiesen, dass mindestens ein Unterstützer von Pilsinger eigentlich gar nicht im Wahlkreis München-West gemeldet und mithin nicht berechtigt sei, an der Abstimmung teilzunehmen. „Da kamen leichte Erinnerungen an die Hohlmeier-Affäre auf“, sagt ein CSUler, der bei der Wahl dabei war.

Zwar konnten die Ungereimtheiten recht schnell ausgeräumt werden, dass sich da jemand die Mühe macht, im Kreisverwaltungsreferat die Meldedaten von allen Parteifreunden zu überprüfen, zeigt aber, wie groß das Misstrauen in der CSU inzwischen ist.

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Ganz von ungefähr kommen die Vorbehalte nicht. Gerade Pilsinger war in der Vergangenheit als rigoroser Planer seiner politischen Karriere aufgefallen. Vergangenes Jahr etwa riss der junge Arzt in einer Art stillem Putsch die Macht im Ortsverband Obermenzing an sich. Auch da hatte die CSU kurz vor Pilsingers Kür merkwürdige Wanderungsbewegungen registriert. Auffallend viele Jung-Parteimitglieder waren kurz vor der Wahl nach Obermenzing umgezogen. Die JU sei eben schon immer sehr geschickt darin gewesen, ihre Pfründe zu sichern, heißt es aus Parteikreisen.

Geschadet hat Pilsinger sein offenes Machtkalkül aber offenbar nicht. Mit Bürgermeister Josef Schmid hat er jedenfalls einen prominenten Fürsprecher gewinnen können. Schmid war es letztlich auch, der Pilsinger gegen die Bedenkenträger in der CSU durchsetzte.

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Aus dem Umfeld der Frauenunion war zuletzt die junge CSU-Bundestagabgeordnete Julia Obermeier als Gegenkandidatin in Stellung gebracht worden. Eine Frau als Direktkandidatin stünde der Münchner CSU gut zu Gesicht, hieß es aus dem Umfeld ihrer Unterstützer. Letztlich unterlag sie Pilsinger aber deutlich.

Julia Obermeier war 2013 in Mühldorf über einen Listenplatz in den Bundestag gewählt worden. Vergangenes Jahr ist sie zu ihrem Mann nach Aubing gezogen – und hätte sich hier nun gern das Direktmandat gesichert. Das hat nun Pilsinger geschafft.

Der JU-Chef wird im Herbst 2017 dann auf Bernhard Goodwin treffen, den Pressesprecher der Münchner SPD. Den haben seine Genossen nämlich bereits als Herausforderer nominiert.

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