Verkehrs-Chaos auf Mittlerem Ring Landshuter Allee: Stadt will nichts ändern

Die Bürger wünschen sich weniger Verkehr zwischen Landshuter Allee und Georg-Brauchle-Ring. Doch die Stadt blockt ab.
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Täglicher Wahnsinn auf der Landshuter Allee: die SPD und CSU im Rathaus haben nichts dagegen, dass das auch so bleibt.
dpa Täglicher Wahnsinn auf der Landshuter Allee: die SPD und CSU im Rathaus haben nichts dagegen, dass das auch so bleibt.

München - Er ist ein brutaler Einschnitt. Seit der Freigabe der Donnersbergerbrücke 1972 durchtrennt der Mittlere Ring wie eine klaffende Wunde das eigentlich malerische Neuhausen. Wer einmal alte Fotos von Neuhausen ohne Landshuter Alle mittendurch gesehen hat, begreift, wie massiv deren Wirkung ist. Die Neuhauser, die hunderttausende Autos und deren Abgase täglich vor der Tür haben, wünschen sich Linderung - und brachten ihr Anliegen in den Stadtrat.

Der Planungsausschuss beschäftigte sich am Mittwoch mit einer Empfehlung aus einer Bürgerversammlung des Stadtbezirkes Neuhausen-Nymphenburg. Dort hatte man, übrigens schon im November 2016, gefordert, die Stadtverwaltung solle ein Konzept vorlegen, mit dem das Verkehrsaufkommen über der Donnersbergerbrücke und auf dem Mittleren Ring Nord nachhaltig verringert werden kann.

Das ist erst mal nichts Neues, seit Jahren werden diverse Modelle zur Reduzierung des Verkehrs diskutiert, vom Lkw-Durchgangsverbot bis zum Tunnel-Plan. 2017 übernahm der Stadtrat sogar die Ziele des Bürgerbegehrens für saubere Luft "Sauba sog i".

Stadt will Vorschlag nicht weiter verfolgen

Trotzdem: In seiner Sitzung verweigerte der Ausschuss der Empfehlung die Zustimmung. Man wolle die Idee eines solchen Konzeptes nicht weiter verfolgen, hieß es schon vorab in der Vorlage aus dem Referat. Und weiter: Der Abschnitt des Mittleren Rings von der Donnersbergerbrücke über die Landshuter Allee bis zum Georg-Brauchle-Ring sei Teil des Hauptverkehrsstraßennetzes und solle dies auch bleiben. Insgesamt sei aber zu prüfen, inwieweit der Verkehr dort verringert werden kann, über die Maßnahmen, die im "gesamtstädtischen Verkehrsentwicklungsplan" ohnehin vorgesehen sind, hinaus.

Grünen-Stadträtin Anna Hanusch, die auch die Neuhauser Bezirksausschussvorsitzende ist, ist das zu wenig. "Das ist sicherlich kein leichtes Thema, gerade an dieser Stelle", sagt sie zur AZ , "aber einfach zu sagen, der Vorschlag wird nicht weiter verfolgt, das kann es nicht sein."

Im BA habe man die Vorlage im Vorfeld deshalb abgelehnt. Auch im Stadtrat versuchten die Grünen, mit einem Änderungsantrag gegenzusteuern. In dem forderten sie vom Stadtrat, sich zu den Zielen des Bürgerbegehrens zu bekennen und sie gemäß der Selbstverpflichtung zur Reduzierung des Autoverkehrs auch in dem genannten Streckenabschnitt mit Nachdruck zu verfolgen. Allerdings vergeblich.

Bis 2025 könnte sich was ändern

Für Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher ist klar: "Die Große Koalition hat erneut unter Beweis gestellt, dass ihre Zustimmung zum Bürgerbegehren ‚Sauba sog i' ein rein taktisch motiviertes Lippenbekenntnis gewesen ist", teilt er mit. "CSU und SPD stellten ein ums andere Mal unter Beweis, dass sie kein Konzept haben, wie die Mobilität in München zukunftsfähig bewältigt werden könne."

Auch Hanusch ist der Meinung, die Stadt sei in der Pflicht, also müsse man sich etwas einfallen lassen.

Immerhin: Mit der Übernahme des Bürgerbegehrens hatte sich die Stadt zu einer Verkehrswende verpflichtet - bis 2025. 80 Prozent aller Wege in der Stadt sollen dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Elektroautos zurückgelegt werden. Hanusch ergänzt, an einigen Stellen müsse man es dem Autoverkehr auch einfach bloß schwer machen.

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