SPD-Pläne: Mehr Tempo beim S-Bahnausbau – Ring soll 2029 fertig sein

Um Autofahrer in die Öffentlichen zu locken und so das Klima zu schützen, will die SPD beim S-Bahnausbau aufs Tempo drücken. Auch für einen S-Bahn-Ring. Der soll 2029 fertig sein.
| Irene Kleber
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Die Route der erhofften innerstädtischen Ring-S-Bahn ist hier rot-schwarz eingezeichnet, mit fünf neuen Haltestellen am FIZ, Euro-Industriepark und Kolumbusplatz, an der Poccistraße und der Berduxstraße.
Die Route der erhofften innerstädtischen Ring-S-Bahn ist hier rot-schwarz eingezeichnet, mit fünf neuen Haltestellen am FIZ, Euro-Industriepark und Kolumbusplatz, an der Poccistraße und der Berduxstraße. © Bearbeitung: AZ, Quelle: SPD/Volt

München - Geredet, geplant, umgeplant, vertagt wird seit Jahrzehnten bei der Bahn, wenn es um den drängenden Ausbau der S-Bahn in und um München geht.

Zweite Stammstrecke sollte ab 2026 in Betrieb sein

Ärgerliche Beispiele: Die Zweite Stammstrecke, die eigentlich 2026 hätte in Betrieb gehen sollen, wird nun wohl frühestens 2032 fertig. Oder der S-Bahnhalt Berduxstraße, der auch noch fünf Jahre auf sich warten lassen wird, obwohl im Pasinger Neubaugebiet längst Menschen wohnen.

Der Zehn-Punkte-Plan der SPD

"So kann Bayern nie bis 2040 klimaneutral werden", ärgert sich der SPD-Landtagsfraktionschef Florian von Brunn. "Der Verkehr verursacht den größten Teil der Treibhausgas-Emissionen in Bayern. Ein viel schnellerer Ausbau ist absolut notwendig."

Die SPD im Rathaus und Landtag will jetzt aufs Tempo drücken und hat gestern einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt. Die wichtigsten Punkte.

Die SPD-Fraktionschefs Christian Müller (Rathaus), Florian von Brunn (Landtag) und Verkehrssprecher Nikolaus Gradl.
Die SPD-Fraktionschefs Christian Müller (Rathaus), Florian von Brunn (Landtag) und Verkehrssprecher Nikolaus Gradl. © iko

Eine Ringbahn für München

Für einen "Nordring" hat das städtische Planungsreferat schon 2020 Pläne vorgestellt, für den "Südring" liegt im Verkehrsministerium seit Jahren eine Machbarkeitsstudie in der Schublade. "Wenn beides verbunden wird und Stadt und Freistaat gut zusammenarbeiten, könnte es schnell gehen", sagt der SPD-Verkehrssprecher im Rathaus, Nikolaus Gradl, "dann kann eine innerstädtische Ring-S-Bahn schon 2029 fahren".

Von Karlsfeld bis zum Ostbahnhof

Die Route soll da verlaufen, wo ohnehin schon Gleise für den Güterverkehr durch München führen: von Karlsfeld im Westen über das BMW-Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) und den Euro-Industriepark im Norden bis nach Johanneskirchen und zum Ostbahnhof im Osten. Dann weiter im Süden über Kolumbusplatz und Poccistraße bis nach Laim.

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Ähnlich hat das 2016 schon der damalige Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Michael Piazolo (heute Kultusminister) gefordert.  Die neue Ringbahn soll nach dem SPD-Plan mindestens fünf neue Haltestellen haben: am FIZ, Euro-Industriepark und Kolumbusplatz, an der Poccistraße und der Berduxstraße.

Neue Haltestellen

Für den neuen Halt Berduxstraße fordert die SPD deutlich mehr Tempo, um das neue Wohngebiet an der Paul-Gerhardt-Allee anzubinden, "das dauert einfach zu lange", findet Rathaus-Fraktionschef Christian Müller. Ein weiterer Halt (außerhalb einer Ringbahn) biete sich an der Großhesseloher Brücke an, um am Isar-Ostufer eine Alternative zur 25er-Tram und zum Auto zu bieten.

Barrierefreier Ausbau

Die Haltestellen Daglfing, Johanneskirchen und Leuchtenbergring zählen zu den S-Bahnhöfen in München, die für Gehbehinderte nicht zu erreichen sind. "Der Freistaat muss diesen Missstand sofort beheben", sagt Nikolaus Gradl.

Zehn-Minuten-Takt

Der soll, so die Genossen, werktags von 6 bis 21 Uhr auf allen S-Bahnlinien kommen, außerhalb dieses Zeitraums mindestens ein 20-Minuten-Takt.

Mehr Langzüge

Bahnen mit 210-Meter-Zuglänge würden helfen, Verspätungen zu reduzieren. "Leider hat der Freistaat bis heute nicht genügend Langzüge angeschafft", ärgert sich von Brunn, "das muss er nachholen."

Gleise im Tunnel

Den viergleisigen Ausbau der Strecke Daglfing-Johanneskirchen für den Brenner-Basistunnel will die SPD nur in einer Tunnellösung - damit Anwohner vor Lärm geschützt werden.

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Autozug erhalten

Wenn der neue Bahnhof für die Zweite Stammstrecke am Ostbahnhof nicht mehr unter den Orleansplatz kommt, sondern unter die Friedenstraße, sei das dortige Autoreisezug-Terminal gefährdet, sagt Gradl, "die Bahn muss ihre Pläne offenlegen".

Zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr werden Freistaat und Bund in den nächsten zehn Jahren in all das stecken müssen, schätzt die SPD. Woher das Geld kommen soll? "Wer wie die CSU Reichen und Konzernen pro Jahr sechs Milliarden Euro Steuergeschenke verspricht", sagt Florian von Brunn, "kann auch Milliarden in den Bahnausbau in Bayern stecken."

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