Spät-Kiosk von "Broy": Der Automat, der Türsteher kann

"Die modernste Brauerei der Welt" nennt sich Broy aus dem Westend. Im Glockenbachviertel betreibt sie nun einen Spät-Kiosk mit spektakulären technischen Spielereien - und frischem Bier zum selbst Zapfen.
| Ruth Frömmer
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Wenn "eben mal Bierholen" zum Erlebnis wird. Dieser Spätkauf sieht nicht nur futuristisch aus, er kann sogar sprechen. Links im Bild: die Broy-Stangen.
Bernd Wackerbauer 3 Wenn "eben mal Bierholen" zum Erlebnis wird. Dieser Spätkauf sieht nicht nur futuristisch aus, er kann sogar sprechen. Links im Bild: die Broy-Stangen.
Das Handy als Zapfanzeiger.
Bernd Wackerbauer 3 Das Handy als Zapfanzeiger.
André Broy und Julian Othmer haben noch viele weitere Ideen.
Bernd Wackerbauer 3 André Broy und Julian Othmer haben noch viele weitere Ideen.

München - Corona-konformer geht's nicht. Was sich Späti- und Barbetreiber Julian Othmer, 21, und die Brauerei Broy ausgedacht haben, könnte aus einem Zukunftsfilm stammen. Im neuen Spätkauf in der Isarvorstadt gibt es Bier und Getränke aus einem sprechenden animierten Automaten. Außerdem frisches Fassbier aus einer digitalen Anlage zum Selberzapfen.

Brauerei-Kiosk mit Bier zum Zapfen

"Wir sind die modernste Brauerei der Welt. Und das ist der modernste Automat der Welt", sagt André Broy (28) selbstbewusst. Mit dem Automaten hat der Brauerei-Chef definitiv recht. Die Idee ist vergangenes Jahr während des Lockdowns entstanden. "Wir haben uns überlegt: Wie kommen die Leute jetzt an frisches Bier?" Und wenn man dann mit innovativen Leuten zusammenarbeitet, entsteht schon mal etwas Verrücktes.

Das Handy als Zapfanzeiger.
Das Handy als Zapfanzeiger. © Bernd Wackerbauer

Für den Automaten gibt es kein Vorbild. "Wir haben das selber zusammengebastelt, mit guten Ideen und tollen IT-Menschen", erzählt Broy.

Wenn der Automat mit dem Kunden spricht

Wer in den Spätkauf kommt, wird direkt angesprochen, mal mit weiblicher, mal mit männlicher Stimme: "Womit kann ich dienen, Schätzelein?" oder ähnlich. Dann sagt man dem Automaten seine Bestellung, bezahlt mit EC-Karte, kriegt kleine Animationen zu sehen und dann gibt's die Ware.

Der Bierautomat funktioniert sogar als Türsteher. Wer zu lange mit seiner Bierflasche vor dem Laden steht, wird gebeten, weiterzugehen. Passanten lädt der Automat ein, mit ihm zu sprechen. Die Reaktionen sind noch zögerlich. Wahrscheinlich vermutet der ein oder andere eine versteckte Kamera und traut sich nicht.

André Broy und Julian Othmer haben noch viele weitere Ideen.
André Broy und Julian Othmer haben noch viele weitere Ideen. © Bernd Wackerbauer

"Aber was mit Kindern funktioniert, funktioniert auch mit den Großen", sagt Broy und lacht, als zwei neugierige Buben vor der Türe stehen. Kaufen dürfen die zwar nichts, aber allein das Zuschauen macht Spaß.

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Frisches Bier zum Selberzapfen

Die zweite Innovation ist das frische Bier aus dem Tank zum Selberzapfen. Täglich wird dieser neu befüllt. Wer zapfen will, braucht die Broy-App. Einfach Guthaben aufladen, den QR-Code vor Ort scannen und dann zählt die App automatisch mit, wie viel Bier abgefüllt wird. Aktuell gibt's 3-Liter-Flaschen für daheim (eine komplette Füllung kostet 10 Euro). Ohne Alkoholverbot kann man sich auch ein Glas füllen.

Das Flaschenbier (Helles 2 Euro, Pale Ale 3 Euro) gibt's einzeln oder im Karton, der Broy-Stange. Die 12er Stange Helles kostet 20, die 24er 30 Euro. Aktuell ist der Spätkauf donnerstags bis sonntags geöffnet. Hygiene-Personal ist immer vor Ort. In Zukunft soll der Kiosk täglich rund um die Uhr geöffnet sein.
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Thalkirchner Straße 16, Do-So: 16-20 Uhr

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