Sonne, Schweiß und Fußball: München im WM-Rausch

Trotz brütendheißen Wetters ließen die Münchner Fans es sich nicht nehmen, Jogis Jungs beim 4:0-Sieg gegen Argentinien mit vollem Einsatz zu unterstützen. Die ganze Stadt war in Schwarz-Rot-Gold gehüllt, im Olympiazentrum und in der Leopoldstraße die Hölle los.
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Schwarz-Rot-Gold von Kopf bis Fuß
dpa Schwarz-Rot-Gold von Kopf bis Fuß

MÜNCHEN - Trotz brütendheißen Wetters ließen die Münchner Fans es sich nicht nehmen, Jogis Jungs beim 4:0-Sieg gegen Argentinien mit vollem Einsatz zu unterstützen. Die ganze Stadt war in Schwarz-Rot-Gold gehüllt, im Olympiazentrum und in der Leopoldstraße die Hölle los.

Sekunden vor dem vierten Tor ist die Leopoldstraße wie ausgestorben. Die Fans hängen noch vor den Leinwänden, die ersten stoßen auf den Sieg der Nationalelf gegen Argentinien an. Dann plötzlich beben die Lokale, der Jubel über Miroslav Kloses Tor ist gigantisch. Den Abpfiff warten viele Münchner nicht mehr ab, strömen mit ihren Fahnen und Vuvuzelas auf die Straße. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir gewinnen“, sagt die 24-jährige Isabel, die ganz in schwarz mit Flaggen-Accessoires geschmückt ist. „Jetzt werden wir Weltmeister!“

Dass der Titel nahe ist, sehen die meisten auf der Leopoldstraße so. Selbst eine Gruppe Argentinier gibt zu, dass die Deutschen gut spielen – und sich den WM-Titel sichern werden. Mit Autokorso der sich bis auf die Prinzregentenstraße staut und einem Fahnenmeer, das erst vor der Oper dünner wird, feiern die Fans stundenlang.

Die große Hitze macht einigen zu schaffen. Hüte und Apfelschorle sieht man überall, das Bier wird mehr verspritzt als getrunken. Kein Wunder, standen viele Münchner schon seit mittags auf den Straßen. So auch am Wittelsbacherplatz: Um 12 Uhr strömten die ersten Public Viewing-Gäste hier an, um 16 Uhr hatten sich über 3000 Fans vor der Leinwand von Siemens gesammelt. Selbst auf der Straße musste die Polizei für ein Durchkommen sorgen. Nicht anders im Parkcafe: Das Restaurant war bereits vor zwei Wochen ausgebucht. Im Biergarten drängeln sich rund knapp 4000 Münchner um das Viertelfinale live zu sehen. Und als Thomas Müller den ersten Treffer landet, ist auch hier kein Halten mehr.

35.000 bis 40.000 Fans waren zum Public Viewing ins Olympiastadion gekommen. „Die Argentinier sind stark, aber der deutsche Sturm ist so gut, dass sie zwei Tore schießen werden“, tippte die 29-jährige Maria. Die Münchnerin feuerte zu Spielbeginn mit mehreren zehntausend Fans im schwarzen T-Shirt, roten Rock und gelben Kniestrümpfen die deutsche Elf an.

Der starke Sonnenschein in München trieb viele Fans auf die überdachte Seite des Olympiastadions. Dort waren zum Anpfiff kaum Plätze mehr frei. Einige junge Frauen lösten das Hitzeproblem modisch: Sie wickelten sich luftig in große Deutschlandfahnen. Rund 2500 Fans versammelten sich beim Public Viewing des Siemens Konzerns in der Münchner Innenstadt. Weil das Areal wenig Schattenplätze bot, sorgte der Veranstalter für eine kleine Gegenmaßnahme: „Wir haben allen weiße Käppis ausgeteilt, als kleinen Sonnenschutz“, sagte eine Siemens-Sprecherin.

Bereits fünf Minuten vor Spielende war die Leopoldstraße zwischen Münchener Freiheit und Siegestor von der Polizei komplett gesperrt worden. Immer mehr Menschen strömten nach Schlusspfiff auf die Leopoldstraße, die Fanmeile wurde immer länger, reichte am Ende bis zum Odeonsplatz. 100.000 Menschen sollen es am Abend sogar gewesen sein - der Fußball-Wahnsinn geht weiter. Und schon am Mittwoch steigt das Halbfinale.

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