Singspiel am Nockherberg: Bürger und Berliner ohne Stellenwert

Beim Singspiel am Nockherberg dreht sich heuer alles um Bayerns Landespolitik - mit einer wichtigen Ausnahme.
| Jasmin Menrad
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Heuer wird das Singspiel von der Landespolitik beherrscht. Stefan Murr (l.,) ist als Schauspieler wieder dabei, als Florian Pronold (wie beim Singspiel von 2017) aber nicht. Christoph Zrenner (M.) und Angela Ascher mimen auch heuer Horst Seehofer und Ilse Aigner.
Tobias Hase/dpa Heuer wird das Singspiel von der Landespolitik beherrscht. Stefan Murr (l.,) ist als Schauspieler wieder dabei, als Florian Pronold (wie beim Singspiel von 2017) aber nicht. Christoph Zrenner (M.) und Angela Ascher mimen auch heuer Horst Seehofer und Ilse Aigner.

München - Bundeskanzlerin Angela Merkel darf noch mitspielen. Ansonsten wird es auf dem Nockherberg heuer nur Bayern geben. "Bisher gab's kaum Änderungen beim Singspiel, wir konzentrieren uns auf die Landespolitik", sagt Angela-Ilse Ascher-Aigner, über das Singspiel, das erstmalig von Richard Oehmann ("Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater") und Stefan Betz ("Grießnockerlaffäre") auf die Bühne gebracht wird.

Stress wegen der GroKo? Iwo!

In ist, wer drin ist: Jedes Jahr ist's dasselbe Spiel. Wer wird derbleckt? Wer wird ignoriert? Und was ist das Thema beim Singspiel? Traditionell halten sich alle Beteiligten bedeckt. Nur so viel wird verraten: "Es ist der Versuch, eine durchgängige Geschichte, eine Komödie zu erzählen", sagt Horst-Stefan Zinner-Seehofer.

Der Humor sei ein bisserl anders wie in den Rosenmüller-Jahren, da sind sich alle Beteiligten einig. Niederbayerisch geerdet mit einem Schuss irischem Irrsinn. Aha.

Und wer ist drin?

Sicher ist, dass Christoph Zrenner den Seehofer gibt, Stephan Zinner den Söder und Gerhard Wittmann OB Dieter Reiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird wieder von Antonia von Romatowski gespielt, Hofreiter von Wowo Habdank und Angela Ascher tritt wieder als Ilse Aigner auf. Ascher erzählt, dass Ilse Aigner regelmäßig zu ihr sagt: "Ich liefere schon was."

Christine Haderthauer hat nicht geliefert, sie wird keine Rolle spielen. Stefan Murr, der im Singspiel schon Guttenberg, Florian Pronold, Hubert Aiwanger und Alexander Dobrindt mimte, wird auch heuer wieder mitspielen. Als wer? Das wird nicht verraten. Andere Schauspieler plaudern schon über ihre Politrollen.


Unten (v.l.): Angela Ascher (Aigner), Wowo Habdank (Hofreiter), Nikola Norgauer (Kohnen), Gerhard Wittmann (Reiter). Oben: Stephan Zinner (Söder), Christoph Zrenner (Seehofer), Claus Steigenberger (Bürger).

Stephan Zinner als Markus Söder: "Das Gen, nach vorne zu gehen und bäm, zu zeigen, dass er da ist, hat der Söder. Wir versuchen den Spalt zwischen diesem lustigen Markus Söder und dem Staatsmann, der er jetzt sein will, abzubilden. Da wird's dann Situationen geben, wo er kurz das falsche Gesicht zeigt."

Christoph Zrenner als Horst Seehofer: "Bevor geklärt war, wie es mit dem Seehofer politisch weitergeht, hatte ich ein Gespräch mit den Singspiel-Autoren. Die meinten, dass Horst auch vorkommen wird, wenn er in den Ruhestand geht. Als ich ihn vor acht Jahren das erste Mal gespielt habe, war er nur Minister, aber als er Ministerpräsident wurde, da hat man schon gespürt, dass er gerne Macht ausübt. Und jetzt ist er Superminister."

Auch der Bürger ist vertreten - natürlich

Nikola Norgauer als Natascha Kohnen: "Auf den ersten Blick habe ich unter dem Aspekt des Nachahmens bei Frau Kohnen gedacht: Oh weh! Aber ich habe in den letzten Monaten viel Zeit mit Beobachten verbracht und da sind mir einige Dinge aufgefallen. Sie spricht klar und direkt, schenkt den Kollegen ordentlich ein und ist sehr aktiv mit den Händen. Und sie hat einen Naserümpfer, aber das fällt nur auf, wenn man sich sehr intensiv mit ihr beschäftigt."

Angela Ascher als Ilse Aigner: "Die Figur der Angela - wir kennen und duzen uns - hat sich in Wellen entwickelt. 2013 war sie die große Hoffnungsträgerin, dann wurde sie sogar aufgefressen und im Jahr der Energiewende war sie frech. Heuer ist sie harmoniesüchtig und ausgleichend, ihren Platz in der CSU suchend."

Claus Steigenberger als Bürger: "Es ist mein erster Nockherberg und ich bin in der kleinen Rolle des Bürgers. Das entspricht dem, was der Bürger für einen Stellenwert im Politbetrieb hat. Ab und an taucht meine Figur aus der Masse auf und lässt was vom Stapel."

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