Seehofer bei der Einheitsfeier: "Ein Wohlfühltermin"

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer eröffnet am Dienstag die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. „Mal einen Tag nicht jammern, nicht nölen über unser Land.“
| Angela Böhm
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Einheitsfeier in München: Die Bilder vom Dienstag
Gregor Feindt 7 Einheitsfeier in München: Die Bilder vom Dienstag
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MÜNCHEN - Einigkeit und Recht und Wiesn - die Münchner haben an diesem Dienstag und Mittwoch, die Qual der Wahl: Zieht es sie mehr zur Bavaria als auf die Ländermeile am Odeonsplatz. Vor der Theatinerkirche ist der Andrang überschaubar, als Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer um 11 Uhr die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit eröffnet.

Die bayerischen Löwen am Aufgang zur Feldherrnhalle hat der BR mit seinem Zelt verdeckt. Auf der Bühne heizt Philipp von Quast, der Sohn von Schauspielerin Veronika von Quast mit seiner Band „Funkronized“ ein. Die Staatskanzlei hat ihn und die drei bildhübschen Sängerinnen engagiert. Sie kreischen den Hit von Duffy: „You got me begging you for mercy“. Ich bitte dich um Gnade!
Dass die Münchner und ihre Gäste noch kommen mögen, hofft Seehofer, als er ans Mikrofon tritt. „Man muss heute noch Dank sagen an Gorbatschow und Bush“, sagt er und spielt gleich den Einheizer um die überwiegend älteren Zuschauer in Schwung zu bringen. „Das darf auch mit Beifall begleitet werden“, fordert er sie auf.

Tag der Deutschen Einheit in München: Die Bilder zur Eröffnungsfeier

In seiner Staatskanzlei hatte man sich zuvor schon Gedanken gemacht, wer denn an einem ganz normalen Arbeitstag zu so einer Veranstaltung kommen soll. „Wir haben ja kaum Arbeitslose in München“, meinte einer der Organisatoren. Seehofer ist entschlossen gute Stimmung zu verbreiten. Schließlich heißt das Motto des von der Staatskanzlei organisierten Bürgerfestes: „Gemeinsam feiern im Freistaat Bayern.“

„Ich nenne das einen Wohlfühltermin“, schmettert er den Zuschauern und Passanten entgegen. Und ruft sie auf: „Mal einen Tag nicht jammern, nicht nölen über unser Land.“ So plaudert Seehofer an diesem Vormittag über Gott und die Welt und die Einheit und das Wetter. „Im Donautal ist Nebel“, lässt er die Menschen auf dem Odeonsplatz wissen. Dort liegt seine Heimat Ingolstadt, wo er an diesem Morgen gestartet ist. „Dann fährt man in die Landeshauptstadt und der Himmel ist weiß-blau“, freut er sich. Über die Deutsche Einheit stellt Seehofer fest, dass die Mauer in den Köpfen der Menschen schon abgetragen werde und „was da zusammengewachsen ist“.

Vor den Kameras versichert er: „Wir stehen als Freistaat Bayern zur Solidarität.“ Dabei will er doch Ende des Jahres gegen den Finanzausgleich klagen. Und mit einer Neiddebatte gegen die einst geteilte Bundeshauptstadt Berlin in den Wahlkampf ziehen.

„Wir investieren heute lieber in die Zukunft der Menschen und nicht mehr in die Rüstung“

Jetzt aber sind 48 Stunden nur Nettigkeiten für die Einheits-Feier angesagt. „Wir investieren heute lieber in die Zukunft der Menschen und nicht mehr in die Rüstung“, flötet Seehofer dann im Zelt des Landtags, wo sich alle Parteien präsentieren. Dort offenbarte er, wie ihn die ehemalige DDR als Politiker geprägt hat. „Wenn ein System, eine Ideologie Menschen spaltet in nützliche und nicht nützliche. Da hab’ ich mir vorgenommen: Du arbeitest dafür, dass es so was nicht mehr gibt.“

Sein Jahr als Bundesratspräsident preist er: „Mit Ausnahme des Bundeskanzlers habe ich alle Ämter gehabt. Aber das Kanzleramt ist ja gut besetzt.“ Als keiner reagiert fordert er seine Zuschauer wieder auf: „Wo bleibt der Applaus?“

Mit dem sollen sie Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel huldigen. Dann tut’s Seehofer halt selber: „Das ist eine ungeheuer starke Frau. Wer sie unterschätzt, hat schon verloren.“

FDP motzt: "Vergessen, dass er mit einem Koalitionspartner regiert"

Der FDP gefällt Seehofers One-Man-Show gar nicht. „Der hat wohl wieder vergessen, dass er mit einem Koalitionspartner regiert“, motzt der Fraktionschef der Liberalen, Thomas Hacker und drängt sich gemeinsam mit FDP-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch neben Seehofer für ein gemeinsames Foto.

Bei den Ständen aller Parteien schaut der Ministerpräsident vorbei und bleibt bei den Freien Wählern hängen. „CSU, FDP, Freie Wähler - das ist die moderne Koalitionsaussage“, erklärt er. „Meinen’S das ernst“, fragt Ulrike Müller, die ehemalige Kreisbäuerin und Vorzeigefrau der Freien-Wähler. „Ja“, nickt ihr Seehofer zu.

Gegen ein Uhr braucht der Ministerpräsident eine Stärkung. Vor dem Zelt der Staatskanzlei lässt er sich nieder mit seinem Staatskanzleichef Thomas Kreuzer, Bayerns Polizei-Präsident Waldemar Kindler und der höchsten Beamtin der Regierungszentrale, Karolina Gernbauer. Serviert wird trübes Naturradler. Seehofer bekommt Weißwürste. Die anderen nur eine Brezn. Am Nachmittag füllt sich die Ländermeile. 500.000 Besucher werden auf dem zweitägigen Fest erwartet.

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