Sechs Millionen Euro: Stadt steht hinter Renovierung

Der Bund soll bereits 200.000 Euro als Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt haben, auch Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch sichert Unterstützung für die Synagoge in der Reichenbachstraße zu. 
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Fassade der alten Münchner Synagoge in der Reichenbachstraße, aufgenommen am 04.01.2013.
dpa Fassade der alten Münchner Synagoge in der Reichenbachstraße, aufgenommen am 04.01.2013.

Der Bund soll bereits 200.000 Euro als Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt haben, auch Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch sichert Unterstützung für die Synagoge in der Reichenbachstraße zu. 

München - Die alte Synagoge in der Münchner Reichenbachstraße soll in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Der Bund habe bereits 200 000 Euro als Anschubfinanzierung in Aussicht gestellt, berichtete die Vorsitzende des Vereins „Synagoge Reichenbachstraße“, Rachel Salamander, am Dienstag. Auch der bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sicherten Unterstützung zu, nannten aber keine konkreten Zahlen.

„Der Freistaat Bayern wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten beteiligen“, sagte Heubisch. Sicher lasse sich aber zeitnah eine Lösung finden, da die Kosten vergleichsweise gering seien. Der Architekt Christoph Sattler schätzt die nötige Gesamtsumme auf bis zu sechs Millionen Euro ein.

Ude erklärte: „Die Stadt steht hinter dem Projekt.“ Gerade München habe die kulturelle Aufgabe, das Bild von Sakralbauten zu erweitern: “München ist, bis auf das Neue Rathaus, eine einzige Sakralbausilhouette.“ Er stellte aber auch klar: „Das ist keine Unterstützung einer Religionsgemeinschaft.“ Es gehe um den Erhalt eines Baudenkmals, das öffentlich zugänglich sei.

Nach der Renovierung soll die Synagoge nicht nur der jüdischen Gemeinde zur Verfügung stehen, sondern auch als Begegnungszentrum dienen. Die Synagoge wurde 1931 im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut und war damals laut Salamander einer der modernsten Sakralbauten überhaupt. In der Pogromnacht 1938 verwüsteten Nazis die Synagoge.

„Aus Mangel an Mitteln wurde sie nach dem Krieg nicht im vorherigem Zustand wieder aufgebaut. Das nachzuholen, ist unsere Pflicht. Wir, Juden und Nicht-Juden, sind verantwortlich“, sagte Salamander. Geplant ist unter anderem, die Wandfarbe in Türkis und den ursprünglichen Haupteingang wieder herzustellen. Aber auch Heizung, Elektronik und die sanitären Anlagen sollen erneuert werden.

 

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