München kippt Tempo 30 – Umwelthilfe reagiert mit Klage

Der Streit um die Luftbelastung am Mittleren Ring geht weiter. Nachdem dort wieder Tempo 50 gilt, kündigen Umweltschützer juristische Schritte an. Sie haben schon früher vor Gericht gewonnen.
AZ/dpa |
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Die Umwelthilfe will juristisch gegen Tempo 50 am Mittleren Ring kämpfen.
Die Umwelthilfe will juristisch gegen Tempo 50 am Mittleren Ring kämpfen. © Peter Kneffel/dpa

Die nächste Runde ist eingeläutet: Nach der Aufhebung von Tempo 30 auf einem Abschnitt des Mittleren Rings in München hat die Deutsche Umwelthilfe (DHU) rechtliche Schritte angekündigt. Die Anordnung von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) stelle "einen eklatanten Verstoß gegen den Luftreinhalteplan dar, den die Stadt 2024 wegen zu hoher Belastung mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid nach einer erfolgreichen Klage der DUH nachschärfen musste", teilte der Verein mit.

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Aufhebung von Tempo 30 als rechtswidrig

Damit nimmt der langjährige Streit um die Luftqualität in der Landeshauptstadt erneut Fahrt auf. Die Umwelthilfe hatte 2024 vor Gericht final erkämpft, dass die Stadt unter anderem an der besonders belasteten Landshuter Allee schnelle Maßnahmen ergreifen muss, um sicher unter den Grenzwert für das giftige Stickstoffdioxid zu kommen. Der Schadstoff kann Atemwegsbeschwerden sowie eine Vielzahl von Erkrankungen der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems verursachen.

Um die bestehende Umweltzone nicht auf Fahrzeuge mit der Abgasnorm 5 ausweiten zu müssen, entschied sich die Stadt, ab Juni 2024 auf einem rund 2,5 Kilometer langen Abschnitt des viel befahrenen Mittleren Rings Tempo 30 einzuführen.

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Nachdem die Luftbelastung dort nun zwei Jahre in Folge unter dem Grenzwert gelegen hatte, ordnete Reiter kürzlich an, die Beschränkung wieder zu kippen. Seit diesem Dienstag gilt daher wieder Tempo 50. Details zu den geplanten rechtlichen Schritten will die DHU am kommenden Montag vorstellen. Man wolle dafür sorgen, dass die "rechtswidrig aufgehobene Tempo-30-Luftreinhaltemaßnahme wieder in Kraft" gesetzt werde, kündigte die Deutsche Umwelthilfe an.

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  • Normalist gerade eben / Bewertung:

    Mal wieder Zeit für eine Demo mit Lichterkette. Die Omas sind gefordert ! Der Feinstaub kommt sicher von rechts.

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  • dimi123 vor einer Stunde / Bewertung:

    Ich verstehe auch nicht die Logik von Reiter: weil man sieht, dass es funktioniert, deswegen wir heben es auf. Die einzige Erklärung sind die Wahlen im März.
    50 kMh sind an sich nciht viel. Das Problem ist, wenn keine Schilder gibt ( d.h. standart 50) dann halten sich 99% nicht an die 50 und fahren 60-70 und nachts 80-90.
    Deswegen finde ich es nicht schlecht, dass es eine Begrenzung gibt, es muss nicht 30 sein, es kann auch 40, aber das signalisiert - hier muss man langsamer als normal (60-80) fahren.
    Das kostet 30 Sekunden mehr Fahrzeit, aber es gibt weniger Stau und die Luft und Lärmverschmutzung nimmt ab für die Bewohner.

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  • FredC2 vor 58 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von dimi123

    Ich tippe auch auf die Wahlen als Motiv, oder BMW hat Druck gemacht. Interessanterweise werden ja nun auch Fahrzeuge über 3,5 Tonnen aus dem Landshuter-Allee-Tunnel verbannt. Damit bekommt man natürlich wieder bessere Meßwerte. Zufall kann das nicht sein.

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