Radeln in München: Stadt will Radwege sicherer machen

Trixie-Spiegel und Gehwegnasen sollen verhindern, dass Radler an Kreuzungen übersehen werden.
| Florian Zick
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Radler sind im Verkehr besonders gefährdet.
Lino Mirgeler/dpa Radler sind im Verkehr besonders gefährdet.

München - In München und dem Landkreis hat es vergangenes Jahr 27 Verkehrstote gegeben. Damit ist man in der Region noch weit weg von der "Vision Zero", also dem selbst gesteckten Ziel, irgendwann überhaupt kein Todesopfer im Straßenverkehr mehr beklagen zu müssen. (Lesen Sie hier: Sieben Tipps fürs sichere Radeln im Winter)

Aufgrund der nach wie vor doch recht hohen Zahl hat der Münchner Stadtrat im April einen Grundsatzbeschluss zur Verkehrssicherheit gefasst. Seitdem werden die Kreuzungen in der Stadt, an denen sich die Unfälle gehäuft haben, daraufhin untersucht, was man dort tun kann, um die Situation zu entschärfen. (Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema)

KVR-Chef Böhle: Allgemeine Ideen zur Radwege-Sicherheit

Ein halbes Jahr später hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nun ein erstes Paket mit Maßnahmen vorgelegt. Dieses enthält zwar noch keine Umbaupläne für konkrete Kreuzungen, KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) hat aber ein paar allgemeine Ideen.

Das KVR schlägt unter anderem sogenannte Gehwegnasen vor. Obwohl das nicht erlaubt ist, parken Autos an Kreuzungen nämlich gerne auch mal bis direkt an die Straßenmündung. Dadurch wird oft die Sicht auf parallel verlaufende Radlwege verdeckt. Dieses illegale Parken will das KVR nun unterbinden, indem im Kreuzungsbereich die Gehwege in den Straßenraum hinein verbreitert werden.

Auch das Anbringen von Spiegeln an Ampeln hält das KVR für möglich. So soll Lasterfahrern ein besserer Blick auf die Radlwege ermöglicht werden. Der Radler ist im städtischen Straßendschungel schließlich immer noch besonders gefährdet. Es sind allesamt eher kleinere Maßnahmen, über die der Stadtrat im November abstimmen will. (Lesen Sie hier: Neue Ideen - Mehr Brücken für Münchens Radler!)

München von oben: Atemberaubende Ansichten

Messinger: Jeder noch so kleine Maßnahme prüfen

"In Summe wird das die Kreuzungen aber hoffentlich sehr viel sicherer machen", sagt Sabine Bär, die Radverkehrsbeauftragte der CSU-Stadtratsfraktion. Denn es sei schon schockierend, wie viele Menschen trotz des verhältnismäßig geringen Tempos im Münchner Verkehr ihr Leben ließen. (Lesen Sie hier: Kabarettist Christian Springer schickt Brandbrief Münchner Fahrradfahrer)

Man müsse deshalb jede auch noch so kleine Maßnahme prüfen, sagt auch Bettina Messinger, die Radlexpertin der Rathaus-SPD. Der Verkehr in der Stadt werde immer dichter, sagt sie. Deshalb müsse man bei allen Verkehrsteilnehmern für gegenseitige Rücksichtnahme werben.

Eine entsprechende Kampagne ist auch im Vorschlagspaket des KVR enthalten. Zudem sollen Schulwege genauer auf ihre Sicherheit untersucht werden und Verkehrsführung rund um Baustellen genauer beobachtet werden – alles für die Vision Zero.

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