Pläne für Altstadtring: Häppchenweise mehr Radlweg

Fahrspuren weg, Parkplätze weg, Radwege her: Am Mittwoch wurden die Pläne für das nächste Stück Altstadtradlring vorgestellt.
| Myriam Siegert
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Zugeparkte Radwege sind ein Sicherheitsrisiko für Radler. Und sie kommen häufig vor.
Zugeparkte Radwege sind ein Sicherheitsrisiko für Radler. Und sie kommen häufig vor. © ADFC

München - Ein durchgängiger Radlring rund um die Altstadt, sicher und komfortabel - das ist der Plan für München. Ebenso wie ein Radschnellweg hinaus in den Münchner Norden bis nach Garching.

Seit dem Sommer 2020 wird an den neuen Strecken gebaut, den Anfang machte man in der Blumenstraße. 2,80 Meter breite Radwege zu beiden Seiten - so ist es für den Altstadtradlring vorgesehen. Weitere Abschnitte sind freilich in der Planung. Man arbeitet sich häppchenweise voran.

Am Altstadtring soll der nächste Ausbau des Radwegs kommen

Am Mittwoch informierte die Stadt in einer öffentlichen digitalen Informationsveranstaltung über den Abschnitt vom Lenbachplatz bis zur Kreuzung Ludwig- und Von-der-Tann-Straße. Mobilitätsreferent Georg Dunkel und mehrere Planer aus dem Mobilitäts- und Baureferat erklärten die Pläne und beantworteten Fragen der zuhörenden Bürger.

Die Pläne werden dem Stadtrat demnächst zum Beschluss vorgelegt, Georg Dunkel betonte, die Anmerkungen aus der Runde werden eingearbeitet. Baustart soll im Sommer 2022 sein, Fertigstellung 2024. Wegen der Zusammenhänge mit anderen Projekten "eine Herausforderung", so die Planer.

Altstadtradlring: Umsetzung ist klar

Dunkel betonte: Der Auftrag zur Umsetzung des Radentscheids sei klar. Planung sei dennoch "ein Abwägungsprozess und wir müssen Kompromisse an vielen Stellen suchen", so Dunkel. Viele Fragen der Zuhörer zeigten: Viele sind mit vielem nicht ganz zufrieden. Der erste Teilabschnitt rund um den Maximiliansplatz fand aber überwiegend Zustimmung. Auf beiden Seiten entstehen hier die vorgeschriebenen 2,80 Meter breiten Radwege zuzüglich Sicherheitsstreifen.

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Nicht als markierter Streifen auf der Fahrbahn, sondern wie jetzt auf einer Ebene mit dem Gehweg und von der Fahrbahn durch den Bordstein getrennt. Um den nötigen Platz zu schaffen, wird es hier auf jeder Seite nur noch zwei statt bisher drei Auto-Fahrspuren geben. Zwischen Lenbachplatz und Brienner Straße entfallen außerdem 90 bis 95 Stellplätze.

Knifflige Abschnitte am Odeonsplatz

Umstrittenere Abschnitte sind die planerisch schwierigeren Stellen, wie die Kreuzung am Platz der Opfer des Nationalsozialismus-Briennerstraße-Oskar-von-Miller-Ring, der Bereich am Odeonsplatz vor dem Hofgarten und die Kreuzung Ludwig- und Von-der-Tann-Straße.

Um die Lage am Odeonsplatz übersichtlicher zu gestalten, und einen "geordneten Rechtsverkehr" zu schaffen, wird man die Wendeschleife und Haltestellen für Busse und Taxen weiter nach Norden verlegen. Außerdem fallen im Bereich Odeonsplatz-Ludwigstraße 52 Parkplätze weg. Weil vorm Hofgarten aber auch Fußgänger kreuzen, werde es ohne gegenseitige Rücksichtnahme nicht gehen, betonte Dunkel.

Drei Varianten für die Von-der-Tann-Straße

Für die Ludwig- und Von-der-Tann-Straße hat man drei Varianten ausgearbeitet. Die bevorzugte und empfohlene sieht vor, je eine Abbiegefahrspur des Kfz-Verkehrs zu streichen, so wird Platz für drei Meter breite Radwege auf der Ludwigsstraße und 2,80 Meter auf der Von-der-Tann-Straße geschaffen, jeweils zuzüglich Sicherheitsstreifen.

ADFC-München-Chef Andreas Schön ist weitgehend zufrieden mit den vorgestellten Lösungen, auch wenn man etwa die Kreuzung an der Brienner Straße gerne grundlegend neu planen würde. Bei der Ludwigstraße habe der Protest des Radentscheids vom Mai gegen erste Planungen (AZ berichtete) offenbar genutzt, sagte er zur AZ.

Im Mai demonstrierten Aktivisten gegen die Pläne für die Ludwigstraße. Nun wurde nachgebessert.
Im Mai demonstrierten Aktivisten gegen die Pläne für die Ludwigstraße. Nun wurde nachgebessert. © Thomas Häusler/Radentscheid

Dem ADFC geht der Radweg nich weit genug

Wie viele der Zuhörer, drängt der ADFC weiterhin auf echte bauliche Trennungen der Radwege von der Straße, wie im Radentscheid vorgesehen, um das Zuparken von Radwegen abzustellen. Dies sei ein großes Sicherheitsrisiko für Radler, die in den fließenden Verkehr ausweichen müssen. Gegen solche Falschparker müsse außerdem konsequenter vorgegangen werden.

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Dass es die Lösungen braucht, zeigen Radverkehrszählungen. So wurden in der Ludwigstraße am Odeonsplatz binnen 24 Stunden 7.000, am nördlichen Altstadtring 8.800 Radler gezählt. Bis 2030 wird eine Verdopplung erwartet.

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