Pretzl: "Es finden sich auch andere Bewerber für die Zelte"

Streit mit den Wirten: Wiesn-Chef Josef Schmid sagt: "Es muss deutlich werden, wer Veranstalter und wer Pächter ist".
| Felix Müller
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Josef Schmid über die Wiesn-Wirte.
dpa Josef Schmid über die Wiesn-Wirte.

Die Wirte schäumen: Mit Marktwirtschaft habe der geplante Bierpreisdeckel von 10,70 Euro nichts mehr zu tun, hieß es die vergangenen Tage häufig. Explizit drohte man, dann eben die Preise fürs Essen zu erhöhen – die CSU kündigte an, notfalls dafür zu sorgen, dass die Besucher aus den Zelten rauskommen, um draußen zu essen – und dann eben wieder rein. Wirte-Sprecher Toni Roiderer schoss daraufhin erneut gegen die Stadt.

Jetzt legt die CSU nach. Wiesn-Chef Josef Schmid reagierte auf die Aussagen Roiderers, der der AZ gesagt hatte, die Diskussion schade dem Oktoberfest. "Er verwechselt die Wiesn mit seinen eigenen finanziellen Interessen", sagte Schmid gestern. "Dieser Einverleibung der Wiesn trete ich entschieden entgegen. Es muss klar sein, dass nicht einige Wirte die Regeln eines städtischen Fests bestimmen können"; sagte er. "Es muss deutlich werden, wer auf der Wiesn Veranstalter und wer Pächter ist."

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Auf der Wiesn solle weiterhin "gutes Geld verdient" werden, sagte Schmid. "Aber nicht maßlos und auf Kosten des Volksfestcharakters".

Auch CSU-Stadtratsfraktionschef Manuel Pretzl keilte am Dienstag erneut gegen die Wirte. Ihre Gewinnspannen lägen "jenseits der Vorstellungskraft jedes normalen Münchners", sagte er. "Wir werden nicht zulassen, dass einige Wirte der Stadt München gegenüber wie die Barone dieses Fests auftreten."

Pretzl forderte die Wirte auf, die Wiesn gegebenenfalls zu verlassen. "Wenn jemand glaubt, hier kein Geld mehr verdienen zu können, kann er gerne von der nächsten Zeltausschreibung fern bleiben", sagte er. "Ich bin zuversichtlich, dass sich dann andere Bewerber finden."

Josef Schmid hatte vorgeschlagen, über eine Umsatzpacht die großen Wirte stärker zu belasten und so die gestiegenen Sicherheitskosten des Oktoberfests zu finanzieren. Durch eine Bierpreisbremse soll verhindert werden, dass diese Kosten auf die Besucher umgelegt werden. Um seinen Plan umzusetzen, braucht Schmid aber eine Mehrheit im Stadtrat. Die SPD hat sich noch nicht festgelegt.

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