Mehr Bio auf der Wiesn: von Steckerfisch bis Zwetschgenknödel

Auf der Wiesn wächst der Appetit auf Bio: Immer mehr Stände setzen auf regionale, zertifizierte Produkte – von Bratwurst bis Steckerlfisch und Zwetschgenknödel. Ein Förderprojekt, Wirte und die Stadt zeigen, wie Genuss und Nachhaltigkeit zusammenpassen.
Ruth Frömmer |
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Es muss nicht immer Makrele sein. In der Fischer-Vroni gibt's Steckerlfisch vom Bio-Saibling.
Es muss nicht immer Makrele sein. In der Fischer-Vroni gibt's Steckerlfisch vom Bio-Saibling. © Daniel von Loeper

Anja Berger (Grüne) beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Bio auf der Wiesn. "Da hat sich viel verändert", erzählt die Wiesn-Stadträtin. "Früher gab es immer Gründe, warum es nicht geht, heute werden Lösungen gesucht."

Das Projekt "Mehr Bio auf der Wiesn" wird vom Bund gefördert und setzt sich dafür ein, den Anteil an Bio-Produkten auf der Wiesn zu erhöhen. Johanna Zierl ist eine "Bio-Managerin" für das Projekt. Sie unterstützt Wirte und Standl-Betreiber, analysiert ihre Betriebe, schaut, wo Bio möglich ist, und stellt Kontakte zu den Produzenten und Händlern her. Auch im Jahr 2026 sind wieder mehrere Betriebe auf der Wiesn bio-zertifiziert worden.

Zusammen mit Benedikt Brandmeier, dem Leiter Tourismus der Stadt, stellen Berger und Zierl ein paar Betriebe vor, die auf biologische und regionale Lebensmittel setzen. Einer davon ist die Fischer-Vroni. Hans Stadtmüller führt sie zusammen mit Fritz Kustatscher.

V. l.: Fischer-Vroni-Wirt Hans Stadtmüller, Anja Berger, Benedikt Brandmeier und Johanna Zierl von „Mehr Bio auf der Wiesn“.
V. l.: Fischer-Vroni-Wirt Hans Stadtmüller, Anja Berger, Benedikt Brandmeier und Johanna Zierl von „Mehr Bio auf der Wiesn“. © Daniel von Loeper

Unter anderem bietet er einen bayerischen Bio-Saibling als Steckerlfisch an. Der kostet mit 6,50 Euro pro 100 Gramm zwar deutlich mehr als eine Makrele (4,50 Euro/100 Gramm), aber er laufe sehr gut, sagt Stadtmüller.
"Die Leute achten immer mehr darauf, was sie essen", sagt Benedikt Brandmeier, "und sind auch bereit, dafür ein, zwei Euro mehr zu bezahlen."

Bei Jürgens Bio-Bratwurst müssen sie das gar nicht. Obwohl am Stand von Jürgen Braren alles von der Wurst über den Senf, die Semmeln und die Getränke bio ist, kosten alle Bratwürste in der Semmel bei ihm sieben Euro – so viel wie an anderen Ständen auch.

"Weil ich zeigen will, dass das geht"

Brarens Würste sind nicht nur bio, sondern enthalten auch weniger Fett und Salz als andere. Die Preise kalkuliert er hart. "Weil ich zeigen will, dass das geht", sagt er. Seit fünf Jahren verkauft er sechs Sorten Bratwurst, von klassisch über Curry, Chili und italienische Kräuter.

Mitarbeiterin Polina von Jürgens Bio-Bratwurst verkauft täglich sechs verschiedene Wurst-Sorten – alle in 100-prozentiger Bio-Qualität.
Mitarbeiterin Polina von Jürgens Bio-Bratwurst verkauft täglich sechs verschiedene Wurst-Sorten – alle in 100-prozentiger Bio-Qualität. © Ruth Frömmer

Direkt gegenüber betreibt Peter Erwin Lingnau seinen "Fisch-Bäda Wiesnstadl". Er setzt ebenfalls auf hochwertige Produkte und bevorzugt Bio-Qualität, wo möglich. Neben Fisch und Meeresfrüchten bietet er auch vegetarische und vegane Gerichte und diverse Süßspeisen an.

Die AZ durfte seine Bio-Zwetschgenknödel mit Vanilleeis von Del Fiore (20,90 Euro) probieren. Die sind sogar zu 100 Prozent bio und passen – wie alle Wiesn-Schmankerl – hervorragend zu einer Maß Bier.

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