Jetzt erst recht: neuer Oktoberfest-Sammlerkrug mit historischem Motiv

Der Wiesnkrug 2026 lässt die Oktoberfest-Tradition hochleben: Ein historisches Motiv nach einer alten Postkarte zeigt die Wiesn von anno dazumal – mitten in der Debatte um EU-Vergaberecht, Zukunft der Festzelte und die Angst vor unerwünschten Neuerungen.
Ruth Frömmer
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Wiesnwirtin Katharina Inselkammer hat auf einem Flohmarkt eine alte Oktoberfest-Postkarte entdeckt und auf dem Krug verewigt.
Wiesnwirtin Katharina Inselkammer hat auf einem Flohmarkt eine alte Oktoberfest-Postkarte entdeckt und auf dem Krug verewigt. © Daniel von Loeper

Die gute alte Wiesntradition ist gerade in aller Munde. Noch ist nichts entschieden. Aber seit Ex-Wiesnwirt Alexander Egger bei der Vergabekammer forderte, die Zeltplätze auf dem Oktoberfest künftig nach EU-Recht zu vergeben, ist die Angst vor unerwünschten Neuerungen groß.
"Schön, dass ich hier stehen darf dieses Jahr", sagt Wiesnwirt Christian Schottenhamel bei der Präsentation des diesjährigen Wirtekrugs am Chinesischen Turm, lacht und erinnert daran, dass das Thema noch nicht vom Tisch sei. Am 11. September, noch vor der Wiesn, verhandelt das Bayerische Oberste Landesgericht, ob dort ab dem nächsten Jahr EU-Recht gelten soll. Da ist es nur logisch, dass auch der Sammlerkrug der Wiesnwirte in diesem Jahr ein historisches Motiv zeigt.

Die Idee für den Krug hatte Katharina Inselkammer, Wirtin des Armbrustschützenzelts und Frau des Wiesnwirte-Sprechers Peter Inselkammer. "Auf einem Flohmarkt habe ich eine alte Postkarte entdeckt und das Motiv leicht abgewandelt für den Krug gemalt", erzählt sie der AZ.

Kaum Lederhosn und Dirndl, dafür Zigaretten im Mund

Oberhalb und unterhalb des Motivs sind die Symbole für die 15 großen Wiesnzelte zu sehen: ein bayerischer Löwe fürs Löwenbräu-Zelt, ein Pferd für den Marstall, ein Marienkäfer fürs Käfer-Zelt und ein Ochse für die Ochsenbraterei. Die Ochsenbraterei-Wirtin Antje Haberl und ihre Söhne Luis und Quirin sind als Betreiber des Biergartens am Chinesischen Turm die Gastgeber der Veranstaltung.

39,90 Euro kostet der Krug der Wiesnwirte, mit Zinndeckel 56,90 Euro.
39,90 Euro kostet der Krug der Wiesnwirte, mit Zinndeckel 56,90 Euro. © Daniel von Loeper

Auf dem Sammlerkrug zu sehen ist eine bunte Wiesnszene mit vielen Besuchern auf Bierbänken. Alle sitzen, niemand steht, manche haben sogar eine Zigarette im Mund; ob im Zelt oder im Biergarten lässt sich nicht so genau erkennen. Einerseits ist da der weiß-blaue Himmel, andererseits festliche Girlanden wie im Bierzelt.
Dirndl tragen auf dem Bild fast nur die Kellnerinnen. Die meisten Frauen sitzen in Rock, Bluse und Stola da, die Männer in Sakko und Krawatte. Fast alle haben Hüte auf. Ihr Bier trinken sie aus Keferlohern. Eine Tradition, die 1955 abgeschafft wurde. Seitdem wird das Bier auf der Wiesn in Glaskrüge gezapft. Steinkrüge gibt es heute nur noch für Sammler.
"Ganz zentral ist in diesem Jahr ein historisches Motiv, das die Wiesn von anno dazumal unterstreicht", sagt Wiesnchef Christian Scharpf (SPD), "das finde ich sehr gelungen.“ Auch Wiesnstadträtin Anja Berger (Grüne) mag den Krug: "Er fängt so ein Feeling von der Wiesn ein. Himmel ist drauf, Hopfen und Atmosphäre. Sehr schön!"

Der Festkrug der Wiesnwirte kostet 39,90 Euro, mit Zinndeckel 56,90 Euro und ist unter anderem in der Touristeninformation im Rathaus oder unter www.bavaroi.de oder www.oktoberfest.de erhältlich

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