Nockherberg-Nachspiel: Auch Emilia Müller boykottiert das Derblecken

Nach Landtagspräsidentin Barbara Stamm will auch Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (beide CSU) im kommenden Jahr demonstrativ auf den Nockherberg-Besuch verzichten.  
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Auch Sozialministerin Emilia Müller will künftig nicht mehr zum Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg.
dpa Auch Sozialministerin Emilia Müller will künftig nicht mehr zum Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg.

Nach Landtagspräsidentin Barbara Stamm will auch Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (beide CSU) im kommenden Jahr demonstrativ auf den Nockherberg-Besuch verzichten.

München - Mit dem Humor ist es wie mit der Leidensfähigkeit: Mitunter sind diese Eigenschaften ungleich verteilt. Während also Wirtschaftsministerin Ilse Aigner heuer nach dem Salvator-Anstich am Nockherberg lange und fröhlich mit jenem Ensemble gefeiert hat, das sie kurz zuvor noch böse derbleckt hatte, sind andere CSU-Kolleginnen nachhaltig beleidigt.

Erst hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm angekündigt, dem Nockherberg im nächsten Jahr fernbleiben zu wollen (AZ berichtete). Nun zieht Sozialministerin Emilia Müller nach. Als Grund führen beide an, die Fastenrede der Bavaria alias Luise Kinseher sei frauenfeindlich gewesen. Im BR sagt Müller: „Unter Kabarett verstehe ich etwas anderes.“

 

Barbara Stamm hat Steinfatt den Korb bereits erteilt

 

Müller ist in Kinsehers Rede allerdings nur kurz aufgetaucht – als „blindes Huhn“. Da hat es Ilse Aigner („Von der weißblauen Rose der CSU zur Kellerprimel vom Horst“) vermeintlich härter getroffen. Die hält das aber aus. Aigner: „Ich habe einen großen Humor und kann vor allem auch gerne über mich selber lachen.“

Lesen Sie hier: Nockherberg: Was geschah, als die Kameras aus waren

Barbara Stamm hat Paulaner-Chef Andreas Steinfatt inzwischen per Brief mitgeteilt, er könne sie gerne von der Einladungsliste streichen: „Das brauche ich nicht mehr und muss ich nicht mehr.“

Steinfatt wird – ebenfalls schriftlich – darauf reagieren und enthält sich einer öffentlichen Reaktion. Anders als Luise Kinseher. Die sagt, sie würde den Salvator-Boykott der CSU-Frauen „sehr bedauern, da der Nockherberg ohnehin so eine männerdominierte Veranstaltung ist“.

Dass die Plätze im kommenden Jahr leer bleiben, steht nicht zu befürchten. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat schon aufgezeigt: „Sollte Frau Stamm nächstes Jahr wirklich nicht mehr hingehen, würden die Freien Wähler die Eintrittskarte gerne übernehmen.“

Auch die Grünen haben bereits angekündigt, dass sie Ersatz schicken könnten: „Wenn die CSU-Frauen sich auf dem Nockherberg nicht mehr wohl fühlen, werden ja ein paar Plätze frei. Ich komme gerne und freue mich schon narrisch auf die Fastenpredigt der Mama Bavaria!“, schreibt die  stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gisela Sengl der AZ. Sie würde sich mit ihrer Tochter Jolana opfern, um die Frauenquote stabil zu halten. Ist das nicht kollegial?

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