Nach Vollversammlung: Corona-Alarm im Stadtrat

Nach dem Plenum im Löwenbräukeller hat eine Vielzahl der 80 Stadträte eine rote Corona-Warn-App-Meldung bekommen. Im Gesundheitsreferat ist man nun besorgt.
| Irene Kleber
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Die Corona-Warn-App kann Push-Mitteilungen senden, wenn man Kontakt mit einem Infizierten hatte (Symbolbild)
Die Corona-Warn-App kann Push-Mitteilungen senden, wenn man Kontakt mit einem Infizierten hatte (Symbolbild) © dpa/Zacharie Scheurer

München - Die Mail aus dem Gesundheitsreferat, die die Rathaus-Fraktionen am Montag gegen 13 Uhr erreichte, hat den Stadtrat aufgeschreckt: "Im Nachgang der Stadtratsvollversammlung sind bei einigen Plenumsteilnehmern rote Corona-Warn-App-Meldungen aufgetreten", heißt es dort. Man halte es nach den Ermittlungsergebnissen für "angeraten", dass sich alle Stadträte, die bei der Sitzung am Donnerstag im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz anwesend waren, einer PCR-Testung unterziehen.

Roter Warnhinweis: PCR-Tests nach Sitzung im Löwenbräukeller

Insgesamt waren 70 Stadträte (von 80), 14 Referenten sowie OB Dieter Reiter (SPD), die Bürgermeisterinnen Katrin Habenschaden (Grüne) und Verena Dietl (SPD) und diverse Mitarbeiter und Pressevertreter anwesend.

Grünen-Mitarbeiter positiv auf Coronavirus getestet

Allein elf rote Warnungen waren am Morgen bei den 23 anwesenden Stadträten der Grünen aufgeploppt. "Die PCR-Testungen laufen gerade", erklärte ein Fraktionssprecher am Nachmittag, "wir haben bislang keine positiven Ergebnisse." Allerdings teilten die Grünen im Rathaus mit, dass ein Grünen-Mitarbeiter, der nicht zur Fraktion gehört, aber bei der Sitzung im Saal dabei war, mit Corona infiziert ist.

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Auch bei "mindestens der Hälfte" der 19 anwesenden SPDler meldete die Warn-App rot. "Unsere Fraktionsmitglieder sind alle zum PCR-Testen gegangen", erklärte eine Sprecherin. Vier rote Warnungen zählte die CSU-Fraktion, die mit 18 Stadträtinnen und Stadträten in der Sitzung saß, bis zum Nachmittag. Fraktionschef Manuel Pretzl war schon am Vortag positiv getestet worden und deshalb im Löwenbräukeller nicht dabei.

Warten auf PCR-Ergebnis: Es dauert mehrere Tage

Warnungen hatten auch Teile der FDP und der Fraktion ÖDP/Freien Wähler bekommen. Es könne bis Mittwoch dauern, bis die Ergebnisse aller PCR-Test vorliegen, hieß es.

Unmut: CSU kommt trotz Pretzls positivem Ergebnis

Für Unmut hatte im Vorfeld gesorgt, dass die Stadtrats-CSU, die sich am Montag ganztägig zur Klausur am Nockherberg (25 Personen) getroffen hatte, überhaupt in Präsenz zum Stadtratsplenum am Donnerstag gekommen war, nachdem ihr Fraktionschef Pretzl am Mittwoch positiv getestet worden war. Kritik daran weist Vize Hans Theiss zurück: "Wir saßen am Montag mit Abstand und Maske und wir sind alle negativ getestet zum Plenum gekommen."

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Bereits am Montag tagten die jeweiligen Fraktionen nur noch online. Der Kinder- und Jugendhilfe-Ausschuss, der heute gemeinsam mit dem Sozialausschuss tagt, soll nur noch in Minimalbesetzung stattfinden (mit Schnelltests vor der Sitzung), schlägt das Direktorium vor. Auch die Vollversammlung im Dezember soll mit reduzierten Teilnehmern stattfinden. Bei Grünen und SPD heißt man das gut, die CSU hat angekündigt, diesem Vorschlag nicht zu folgen.

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