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Münchner Sterne-Restaurant Les Deux mit neuer Doppelspitze

Edip Sigl hat sich im Schäfflerhof zwei Sterne erkocht und gibt den Stab nun weiter: an Nathalie Leblond und Gregor Goncharov mit einem Team, das "in der Champions League" spielt.
| Ruth Frömmer
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Die neue Sterne-Truppe im Les Deux (v.l.): Gregor Goncharov, Katrin und Fabrice Kieffer und Nathalie Leblond.
Die neue Sterne-Truppe im Les Deux (v.l.): Gregor Goncharov, Katrin und Fabrice Kieffer und Nathalie Leblond. © Sigi Müller

Während die Stammgäste im Lockdown auf die Wiedereröffnung des Les Deux warten, tut sich hinter den Kulissen einiges: Küchenchef Edip Sigl verlässt das Zwei-Sterne-Lokal im Schäfflerhof "aus rein privaten Gründen", wie er betont. Geschäftsführer Fabrice Kieffer bedauert seinen Weggang: "Wir sind sehr traurig. Edip und ich kennen uns seit 15 Jahren, er ist ein toller Typ. Menschlich, loyal. Aber manchmal geht das Private einfach vor".

Natürlich geht es weiter im Les Deux und die Zukunft wird spannend. Sigls Nachfolge als Küchenchef tritt sein bisheriger Sous-Chef Gregor Goncharov an. Aber nicht alleine. Gemeinsam mit Nathalie Leblond bildet er ab sofort eine Doppelspitze in der Küche.

Der neue Küchenchef im Les Deux: "Das kulinarische Konzept steht"

Der 30-jährige Goncharov kocht seit sieben Jahren im Les Deux und hat viel vom Küchenchef gelernt. Sigl erzählt: "Gregor und ich haben mehr Zeit miteinander verbracht als mit unseren Familien. Uns verbindet eine ganz enge Freundschaft." Goncharov freut sich auf die neuen Aufgaben, wenn er auch das Rad im Les Deux nicht neu erfinden will: "Das kulinarische Konzept steht, da werde ich erst mal nicht viel verändern. Die Gäste schätzen unsere Karte. Veränderungen kommen mit der Zeit ganz automatisch." Und eine ganz eigene Handschrift hat jeder Koch sowieso.

Seine Ausbildung zum Koch hat Goncharov im Charles Hotel gemacht. Eine weitere Station ist das Gourmet-Restaurant Überfahrt in Rottach-Egern.

Neu an Bord ist die zweite Küchenchefin Nathalie Leblond. Bisher war sie Sous-Chef ein paar Meter weiter im Drei-Sterne-Lokal Atelier im Bayerischen Hof. Aber die Mannschaft kennt sie trotzdem schon bestens. Ihr Mann Vincent Leblond ist Restaurantleiter im Les Deux. Die 28-Jährige freut sich auf die neue Herausforderung. Natürlich ist sie auch etwas nervös, aber sie weiß: "Gesunde Nervosität und auch Ehrfurcht ist wichtig. Auf der anderen Seite bin ich voller Tatendrang und sehr gespannt!" Auf jeden Fall möchte sie die Küche auf dem hohen Niveau weiterbetreiben: "Es wird nicht von heute auf morgen alles glattgehen, aber ich bin mir sicher, mit diesem Team wird das klappen."

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Gemischte Doppelspitze: "Großartig und elegant"

Fabrice Kieffer freut sich ganz besonders über die erste Frau in seiner Männerküche: "Ich finde das großartig und elegant! Die Kombi Sous-Chef und Küchenchef gibt es schon seit 80 Jahren. Mit der neuen Doppelspitze machen wir etwas Neues und gehen mit der Zeit."

Das Les Deux hat zwei Ebenen und (ohne Lockdown) sechs Tage die Woche geöffnet. Im unteren Bereich gibt es die Brasserie, im Sommer mit großer Außenterrasse, und in der oberen Etage das Gourmet-Restaurant. "Das alles zu stemmen war für zwei Schultern einfach zu viel", sagt Kieffer und weiter: "Mit der neuen Doppelspitze haben wir zwei gleichwertige Küchenchefs für unsere Gäste. Denn man darf nie vergessen: Unsere Sterne sind die Gäste."

Und diese sollen sich auch weiterhin wohlfühlen. Das funktioniert nur mit einem aufeinander eingespielten Küchenteam. "Ein Team, das in der Champions League spielt. Und das soll auch so bleiben", versichert Kieffer. Der Rest der Küchenmannschaft bleibt wie gehabt an Bord.

Die Abschiedsfeier für Sigl findet nach Corona statt

Ein Team, das Edip Sigl vermissen wird. "In diesem Haus herrscht ein sehr guter Spirit und ein familiäres Miteinander. Ich habe hier eine Bühne bekommen und gemeinsam mit den Kollegen toll nutzen können", erzählt Sigl. Die Entscheidung zu gehen sei ihm nicht leicht gefallen. Gerne hätte er sich noch gebührend von allen verabschiedet.

Edip Sigl (l.) geht im Guten.
Edip Sigl (l.) geht im Guten. © Sigi Müller

Eine interne Feier wird es nach Corona auf jeden Fall noch geben. Jetzt will er erst einmal mehr Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern verbringen. Und dann? Genaueres möchte er nicht sagen, nur so viel: "Ich werde auf jeden Fall weiterkochen und nach den Sternen greifen. Das ist eine Passion."

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