Münchner Plakate aus den Sechzigern: Zwischen Wohlstand und Protest

Die Reklametafeln ab 1960 werben für Haushaltsgeräte, Roller, Fasching und Feinkost. Die AZ zeigt die schönsten Plakate.
| Bettina Funk
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1960: Die Münchner Polizei bestellt 1963 50 Roller der Marke Heinkel Tourist. Mit 175 Kubik und neun PS rauschen die Beamten damit bis Anfang der 70er durch die Stadt. Die Deutsche Bundespost erwirbt damals etwa 100 Fahrzeuge unter anderem für die Zustellung von Telegrammen. Der Heinkel Tourist ist in den 50er und 60er Jahren einer der meist verkauften Roller in Deutschland. Über 150.000 Stück werden in der Zeit von 1953 bis 1965 produziert.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1960: Die Münchner Polizei bestellt 1963 50 Roller der Marke Heinkel Tourist. Mit 175 Kubik und neun PS rauschen die Beamten damit bis Anfang der 70er durch die Stadt. Die Deutsche Bundespost erwirbt damals etwa 100 Fahrzeuge unter anderem für die Zustellung von Telegrammen. Der Heinkel Tourist ist in den 50er und 60er Jahren einer der meist verkauften Roller in Deutschland. Über 150.000 Stück werden in der Zeit von 1953 bis 1965 produziert.
1966: Die Stadtchronik von diesem Jahr spricht von 52 "turbulenten Faschingsbällen" – die werden wohl auch in dem Faschingskalender verzeichnet gewesen sein, für den das Plakat wirbt. München ist in den 60er und 70er Jahren die Stadt, in der man zum Fasching zu sein hatte.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1966: Die Stadtchronik von diesem Jahr spricht von 52 "turbulenten Faschingsbällen" – die werden wohl auch in dem Faschingskalender verzeichnet gewesen sein, für den das Plakat wirbt. München ist in den 60er und 70er Jahren die Stadt, in der man zum Fasching zu sein hatte.
1966: Bis zum Ende der 60er Jahre sind Waschmaschinen noch ein Luxusartikel – bei Adolf Salzeder im Tal werden sie verkauft.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1966: Bis zum Ende der 60er Jahre sind Waschmaschinen noch ein Luxusartikel – bei Adolf Salzeder im Tal werden sie verkauft.
1962 sind bereits rund 2000 Aussteller bei der Kolonialwaren- und Feinkost-Messe dabei. 1956 findet diese zum ersten Mal statt. 1964 wird dann die Messe München auf der Theresienhöhe gegründet.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1962 sind bereits rund 2000 Aussteller bei der Kolonialwaren- und Feinkost-Messe dabei. 1956 findet diese zum ersten Mal statt. 1964 wird dann die Messe München auf der Theresienhöhe gegründet.
1961: Das Neue, für das das abgebildete Plakat wirbt, könnte die in jenem Jahr eröffnete Tretter-Filiale am Rotkreuzplatz in der Nymphenburger Straße 167 gewesen sein. Das Unternehmen gibt es bereits seit 1947, 1953 folgt das Geschäft in der Neuhauser Straße 39, noch heute das größte Schuhhaus in Bayern.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1961: Das Neue, für das das abgebildete Plakat wirbt, könnte die in jenem Jahr eröffnete Tretter-Filiale am Rotkreuzplatz in der Nymphenburger Straße 167 gewesen sein. Das Unternehmen gibt es bereits seit 1947, 1953 folgt das Geschäft in der Neuhauser Straße 39, noch heute das größte Schuhhaus in Bayern.
1967: Der Werbe-Slogan  "Sei kein Frosch, geh zu Fröschl!" ist in den 60ern in der Region bekannt. J. Fröschl & Co. war ein 1920 in München gegründeter Elektrofachhandel. Heute ist in der Schwanthalerstraße 39 ein Hotel.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1967: Der Werbe-Slogan "Sei kein Frosch, geh zu Fröschl!" ist in den 60ern in der Region bekannt. J. Fröschl & Co. war ein 1920 in München gegründeter Elektrofachhandel. Heute ist in der Schwanthalerstraße 39 ein Hotel.
1961: Die Ernst Lindberg GmbH bietet damals neben Musikinstrumenten und Noten auch Schallplatten, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte an. Die heutige Firma Hieber-Lindberg GmbH entsteht 2006 durch die Fusion der Musikgeschäfte "Hieber am Dom" und "Ernst Lindberg" in der Sonnenstraße.
Ströer/ Repros: Daniel von Loeper 7 1961: Die Ernst Lindberg GmbH bietet damals neben Musikinstrumenten und Noten auch Schallplatten, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte an. Die heutige Firma Hieber-Lindberg GmbH entsteht 2006 durch die Fusion der Musikgeschäfte "Hieber am Dom" und "Ernst Lindberg" in der Sonnenstraße.

Die Reklametafeln ab 1960 werben für Haushaltsgeräte, Roller, Fasching und Feinkost. Die AZ zeigt die schönsten Plakate aus dem Sendlinger Plakat-Archiv.

Die 60er sind auch in München eine Dekade des Wandels: sexuelle Revolution, Studentenunruhen und SPD-Machtübernahme. Es beginnen neue Satellitenstädte wie Neuperlach und Hasenbergl zu entstehen. 1960 wird Hans-Jochen Vogel (SPD) Oberbürgermeister der Stadt. Aus der 1962 gegründeten Münchner Wehrkundetagung geht später die Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik hervor.

München: AZ zeigt alte Plakate aus den Sechzigern

Im Juni 1962 entwickeln sich aus einer Anzeige wegen Ruhestörung gegen Straßenmusiker fünftägige Straßenkämpfe zwischen rund 40.000 Jugendlichen und der Polizei. Diese "Schwabinger Krawalle" gelten oft als Ende der Adenauer-Ära und Auftakt der 68er-Studentenbewegung.

Und ein Großereignis wirft bereits seine Schatten voraus: 1966 wird München zur Stadt der Olympischen Sommerspiele 1972 gekürt. In den 60er Jahren wirkt das Wirtschaftswunder nach: Die Münchner können sich den ein oder anderen Luxusartikel leisten – das zeigen die Reklametafeln des Jahrzehnts, die sich im Archiv des Werbevermarkters Ströer (siehe Kasten rechts) befinden. Wir zeigen auf dieser Seite die schönsten Plakate der 60er.

Historische Plakate: Wie Nazis Münchner Werbung prägten

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