Münchner Landagsabgeordneter Markus Blume wird CSU-Generalsekretär

Der Münchner Landtagsabgeordnete gilt als Seehofers Nachwuchshoffnung. Jetzt soll er sich mit Andreas Scheuer ergänzen.
| Felix Müller
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Noch lange nicht am Ende der Karriereleiter: Markus Blume.
dpa Noch lange nicht am Ende der Karriereleiter: Markus Blume.

München - Als die AZ Markus Blume am Sonntag am Handy erreicht, wirkt er aufgeräumt. Was auch sonst? Der Mann macht immer den Eindruck, alles im Griff zu haben. Da bringt einen der nächste Karriereschritt nicht so schnell aus der Fassung. Auch wenn er ein Fingerzeig sein könnte, dass es noch weit nach oben geht. Wie gestern bekannt wurde, wird Blume noch in diesem Monat zum Generalsekretär seiner Partei ernannt. Parteichef Horst Seehofer meint es offenbar ernst mit seiner Nachwuchshoffnung – und 2017 und 2018 werden wieder Posten zu verteilen sein.

Markus Blume, Polarisierer wider Willen

Nun aber wird Blume (41) erstmal an die Seite von CSU-Lautsprecher Andreas Scheuer gestellt. Im Gespräch mit der AZ gab sich Blume betont demütig. "Ich freue mich auf diese neue Aufgabe", sagte er. "Ich will im Wahljahr und in diesen bewegten Zeiten meinen Beitrag für die CSU leisten."

Blume soll sich die Aufgabe mit Generalsekretär Andreas Scheuer teilen. Scheuer sagte, Blume sei eine "eine absolute Verstärkung". Die Beförderung sei "auch eine Antwort auf Markus Blumes ganz vorzügliche Arbeit", erklärte Seehofer im Münchner Merkur.

Noch vor Monaten war der zweifache Familienvater aus dem Stadtteil Perlach einfach nur ein ambitionierter Münchner Landtagsabgeordneter. Einer, der intern geschätzt wurde – aber auch einer, der bei der letzten Kabinettsbildung übergangen worden war. Der Wirtschaftspolitiker war 2013 über den strengen Regionalproporz der CSU gestolpert, die Münchner hatten mit Kultusminister Ludwig Spaenle und seinem Staatssekretär Georg Eisenreich bereits ihre zwei Posten am Kabinettstisch besetzt.

Ruf als konservative Kraft

Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, entwarf Blume in den vergangenen beiden Jahren das neue CSU-Grundsatzprogramm. Im Herbst stellte er das Papier – Titel: "Die Ordnung" – vor. Ein starker Staat, Leitkultur: Die Thesen brachten ihm bundesweite Aufmerksamkeit als konservative Kraft.

Blume war plötzlich im Fernsehen, durfte erklären, warum er noch an das Prinzip "Volkspartei" glaubt. "Wenn wir diesen Anspruch aufgeben, öffnen sich beunruhigende Spielräume", hat er im Herbst gesagt.

Blume setzt darauf, den Bayern in unruhigen Zeiten Sicherheit zu versprechen. Das passt in die aufgeregte Debatte dieser Monate.

Nicht klar auf Söder-Linie

Entscheidender für ihn dürfte aber gewesen sein, dass Seehofer ihn in dermaßen hohen Tönen lobte, als gebe es kein Amt, für das er Blume für nicht geeignet hält.

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CSU-intern sahen das aber nicht alle gerne. Im Lager der Söder-Unterstützer gibt es die Lesart, dass Seehofer Blume unterstützt, weil der als nicht so klar auf Söder-Linie gilt wie die beiden Münchner Kabinetts-Mitglieder Spaenle und Eisenreich, der sich früh öffentlich für Söder als Ministerpräsidenten ausgesprochen hat.

Jetzt also geht Blume, der nach dem Abi als Stoiber-Fan in die CSU eintrat, den nächsten Karriereschritt. Wie es scheint, ist das nicht der letzte. Aber wenn Markus Söder Ministerpräsident wird, könnte es schnell wieder ganz anders ausschauen.

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