München: Tram-Westtangente wird gebaut - weitere Strecken beschlossen

Am Mittwoch hat der Stadtrat den Bau der Tram-Westtangente beschlossen. Auch weitere Strecken sind in Planung, eine davon im Norden der Stadt.
| Christina Hertel Michael Schleicher
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
46  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Die Tram wird künftig auf neuen Strecken im Westen und Norden der Stadt fahren. (Archivbild)
Die Tram wird künftig auf neuen Strecken im Westen und Norden der Stadt fahren. (Archivbild) © imago images/Ralph Peters

München - Am Mittwoch hat der Stadtrat in seiner Vollversammlung ein großes ÖPNV-Bauprogramm beschlossen.

Neben ersten Planungen für vier neue Tramstrecke können nun auch weitere Infrastrukturmaßnahmen bei Tram und U-Bahn vorangetrieben werden. Die Kosten für das Bauprogramm sollen sich laut Stadt insgesamt auf rund 530,8 Millionen Euro belaufen – der Beschluss für den Großteil der Finanzierung soll im Haushaltsplenum im kommenden Januar fallen.

Tram-Westtangente beschlossen: Baubeginn für 2023 geplant

Der wohl wichtigste Bestandteil des Programms ist die Tram-Westtangente. Etwa 30 Jahre ist es her, dass der Münchner Stadtrat zum ersten Mal beschloss, eine solche vom Romanplatz bis zur Aidenbachstraße zu bauen. Nun soll es tatsächlich losgehen, bereits im April 2020 wurden die Unterlagen zur Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern eingereicht.

Ein erster Abschnitt bis zum Waldfriedhof wird zum Fahrplanwechsel Ende 2025 in Betrieb gehen, kündigte MVG-Chef Ingo Wortmann im Stadtrat an. Damit das klappt, soll an sechs Tagen die Woche in zwei Schichten gearbeitet werden. Der zweite Abschnitt bis zur Aidenbachstraße sei aber komplizierter, so Wortmann. Ein Grund ist, dass die Tram hier über eine Autobahnbrücke verläuft, außerdem soll die Radinfrastruktur verbessert werden. Der Abschluss des zweiten Abschnitts ist bis 2027 geplant. Der Baubeginn ist für 2023 vorgesehen.

Für Mobilitätsreferent Georg Dunkel (parteilos) stellt die Tram-Westtangente als "eine besonders attraktive Alternative zum Auto" dar. Vor allem, weil sie im Westen mehrere S-Bahn-, U-Bahn- und Bus-Linien miteinander verbindet.

Dass es mit der Tram-Westtangente so lange dauerte, könne einen nachdenklich stimmen, sagte OB Dieter Reiter (SPD) am Mittwoch. Er hoffe, dass die Bahn noch fertig wird, "bevor diese Technologie eines Tages gar nicht mehr existiert".

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Auch im Norden entsteht eine neue Tram-Strecke

Ein zweiter ÖPNV-Beschluss betrifft den Münchner Norden: Hier soll die Linie 23 zum Kiefergarten verlängert werden und das städtebauliche Entwicklungsgebiet Bayernkaserne erschließen. Dieser 3,5 Kilometer lange Abschnitt soll bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Der zweite Abschnitt von Schwabing Nord durch die Bayernkaserne in Richtung Am Hart ist in Planung, ein Beschluss folgt.

Zudem wird die Stadt die Planung für folgende neue Tramstrecken weiter verfolgen: Eine Verbindung Ramersdorf - Neuperlach, die als Ersatz für die stark frequentierte Buslinie 55 dienen soll. Die sogenannte "Tram Y-Nord", die vom Hauptbahnhof in den Norden der Stadt führt sowie eine Tram, die von der Haltestelle Kreillerstraße nach Haar verläuft.

Um die Planungen und Baumaßnahmen zu beschleunigen, soll laut Stadt eine Task Force unter der Leitung von OB Reiter eingerichtet werden. "Was wir brauchen, ist vor allem Schnelligkeit beim Ausbau unseres öffentlichen Nahverkehrs. Und der Vorteil der Tram liegt auf der Hand: Sie ist leistungsfähiger als der Bus und günstiger als der Bau einer U-Bahn", so der Oberbürgermeister.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
46 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
Ladesymbol Kommentare