Krach um Fußgänger am Wertstoffhof: Das sagt die Stadt

Dreiste Fußgängerregel der AWM am Wertstoffhof? Das Kommunalreferat der Stadt nimmt zu dem entsprechenden AZ-Bericht Stellung und erklärt den Umgang mit den verschiedenen "Anlieferarten".
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Momentaufnahme von einem Münchner Wertstoffhof. (Symbolbild)
Momentaufnahme von einem Münchner Wertstoffhof. (Symbolbild) © Daniel von Loeper

München - Auf dem Wertstoffhof den Müll entsorgen, unbedingt - aber bitte nur mit dem Auto? Das Kommunalreferat der Stadt hat auf einen Bericht der Abendzeitung reagiert.

AWM: "Anlieferung zu Fuß oder per Rad auch während des Lockdowns möglich"

Fußgänger und Radfahrer könnten "weiterhin auf den Wertstoffhöfen des Abfallwirtschaftsbetriebs München ihren zu entsorgenden Müll anliefern", heißt es in einer Stellungnahme vom Mittwoch.

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Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) habe am vergangenen Dienstag (26. Januar) zur Sensibilisierung der Mitarbeiter dazu eine Arbeitsanweisung herausgegeben - in der werde darauf hingewiesen, "dass eine Anlieferung zu Fuß oder per Rad selbstverständlich auch während des Lockdowns möglich ist".

Thalkirchen: Fußgänger-Erfahrungen am Wertstoffhof

Der Unmut hatte sich in Thalkirchen breit gemacht und eine ziemlich irritierte ÖDP-Fraktion im Rathaus hinterlassen:  Softwareprogrammierer Conrad Lausberg (61) sitzt für die ÖDP im Bezirksausschuss und wohnt 600 Meter vom Wertstoffhof entfernt in der Zennerstraße.

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Als er am Samstag vor einer Woche gegen Mittag seinen kaputten HP-Tintenstrahldrucker am Wertstoffhof in der Thalkirchner Straße 260 hatte abgeben wollen, hatte man ihn schlichtweg vor dem Tor stehengelassen.

AWM: Keine "Anlieferart" soll bevorzugt werden

Der AWM stellt dazu nun fest, dass "bei besonders großem Andrang" bestimmte Regelungen erforderlich seien: Wenn es zu größeren Warteschlangen komme, müssten sich alle "Anlieferarten" - also Pkw, Transporter, Fuß, Rad, etc. - einreihen. Keine Anlieferart könne dann bevorzugt behandelt werden.

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Weil es "Diskussionen mit Autofahrern" gegeben habe, erklärte der Ordner. Die hätten sich über längere Wartezeiten beschwert, wenn zeitgleich auch Fußgänger an der Autoschlange vorbei in den Wertstoffhof hineingehen.

"Hintergrund des missverständlichen, im Bericht der Abendzeitung abgebildeten Sicherheitshinweises" sei es, dass Personen aus den wartenden Autos vor dem Wertstoffhof ausgestiegen seien und zu Fuß anliefern wollten, um zum Unmut anderer "die Wartezeiten zu verkürzen", erklärte der Abfallwirtschaftsbetrieb München.

AWM-Fußgängerregel: Dringlichkeitsantrag von ÖDP/Freie Wähler

Klare AWM-Ansage: "Es ist nicht erlaubt, auf andere Anlieferarten umzusteigen, um so Wartezeiten zu umgehen. Dass es im Einzelfall zu Problemen bei der Anlieferung aufgrund unklarer Formulierungen des AWM gekommen ist, bedauert der AWM."

Am Montag reichte die Fraktion ÖDP/Freie Wähler übrigens einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag für den am 4. Februar tagenden Kommunalausschuss ein, prangert darin die "Diskriminierung von Fußgängerinnen und Fußgängern am Wertstoffhof" an und bitte das Kommunalreferat auf einen Katalog von insgesamt elf Fragen zu antworten.

In ihrer Begründung führt die Fraktion aus:  "Die dringliche Behandlung ist erforderlich, um eine vermutlich rechtswidrige aktuelle Handlungsweise umgehend zu beenden und für die Öffentlichkeit rasch Transparenz herzustellen."

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