Jörg Hoffmann: Eine Koalition mit der AfD kommt nicht infrage

Der Oberbürgermeister- Kandidat der FDP stellt sein Wahlprogramm vor. 
| Interview: Irene Kleber
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Daniel von Loeper

Der Oberbürgermeister- Kandidat der FDP stellt sein Wahlprogramm vor. Womit Jörg Hoffmann bei der OB-Wahl am 15. März bei den Münchnern punkten will.

München - Zu ihrem OB-Kandidaten gewählt haben ihn die Münchner Liberalen schon vor vier Wochen. Gestern hat der FDP-Stadtrat, Steuerrechtler und Hochschulprofessor Jörg Hoffmann (48) erklärt, womit er bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 den amtierenden OB Dieter Reiter (SPD) herausfordern will. Die AZ hat nachgefragt.

AZ: Herr Hoffmann, Sie möchten eine "Wohnungswende" erreichen. Was darf man sich darunter vorstellen?
JÖRG HOFFMANN: Die Stadt macht einiges falsch, um die Mietpreise zu bremsen. Sie hat letztes Jahr 230 Millionen Euro allein dafür ausgegeben, Vorkaufsrechte für Wohnungen auszuüben, die es schon gibt. Das Geld sollte nur noch in Neubau fließen.

Hoffmann: "Die Mietpreise regelt der Markt"

Die Stadt kauft doch an, um die Mieten günstig zu halten.
Die Mietpreise regelt der Markt. Je mehr Neubau es gibt, umso weniger werden die Preise weiter steigen. Ich halte es auch für falsch, wenn die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG fünf Jahre die Mieten nicht mehr erhöhen. Damit helfen wir nur den Münchnern, die eh schon geschützt werden. GWG und Gewofag verlieren dadurch aber viel Geld, das sie für Neubau brauchen. Kein einziger privater Hauseigentümer wird diesem Beispiel folgen.

Auch eine "IT-Wende" steht auf Ihrer Agenda.
Die Verwaltung ist in vieler Hinsicht rückständig. Dass das KVR so überlastet ist, liegt ja auch daran, dass man dort als Bürger nicht viel online machen kann. Wer versucht, online ein Gewerbe anzumelden, stellt vor Ort fest, dass der Sachbearbeiter das ausgefüllte Onlineformular ausdruckt und dann von Hand abtippt.

Hoffmann: "Die Verwaltung ist oftmals rückständig"

Ist das so?
So hat es ein Kollege erlebt. Wir wollen auch anstoßen, dass die Stadt mit den vielen Daten, die sie hat, etwas Sinnvolles macht.

Wie was zum Beispiel?
Verkehrs-Apps etwa, die zeigen, wo E-Scooter stehen, wo Stau ist, wo Parkplätze sind. Solche Daten sind ja alle da.

Hoffmann: "Wir müssen den U-Bahn-Bau fördern"

Die FDP hat im Stadtrat gegen den Parkplatz-Abbau an der Fraunhofer- und an der Leopoldstraße gestimmt. Radeln FDP-Wähler nicht?
Ich bin gegen die Verteufelung von irgendwelchen Verkehrsmitteln, auch dagegen, sich ideologisch gegen Autos zu stellen. Wir brauchen alle Verkehrsmittel und müssen vor allem den U-Bahn-Bau fördern.

Bei der Kommunalwahl 2014 erreichte die FDP in München 3,4 Prozent. Das hat für drei Stadträte gereicht. Worauf zielen Sie diesmal?
Es kann für 7,5 Prozent reichen. Das wären dann sechs Sitze.

Hoffmann: Keine Koalition mit der AfD

Wen aus Ihrer Stadtratsliste hätten Sie dann gern in der Fraktion? Die ehemalige "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel kandidiert auf Platz 8, der erfahrene FDP-Stadtrat Michael Mattar auf Platz elf.
Ich bin mit jedem auf unseren ersten 14 Plätzen sehr einverstanden.

Mit wem im Stadtrat käme für Sie eine Koalition infrage?
Mit allen außer AfD und BIA. Mit der Linken nur bedingt.


Jörg Hoffmann

Der 48-jährige Steuerrechtler war 2008 bis 2014 Stadtrat für die FDP und ist im Dezember 2018 als Nachrücker wieder eingezogen. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt im Lehel.

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