Hotel MOMA 1890: Neuer Glanz am Orleansplatz

Das ehemalige Hotel Stadt Rosenheim am Ostbahnhof ist ein Familienhotel mit Tradition. Warum es seinen Namen ändert und was noch neu ist.
| Ruth Frömmer
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Das schöne Eckhaus gehört zum Orleansplatz einfach dazu. Zum Glück hat es die zwei Weltkriege unbeschadet überstanden.
Das schöne Eckhaus gehört zum Orleansplatz einfach dazu. Zum Glück hat es die zwei Weltkriege unbeschadet überstanden. © Sigi Müller

München - "Hotel Stadt what?" hat der ein oder andere amerikanische Tourist schon mal gefragt. Es ist auch schon vorgekommen, dass Besucher von Rosenheim aus anriefen, weil sie das Hotel Stadt Rosenheim dort einfach nicht finden konnten. Wie auch, es steht ja in München.

Der alte Name sorgte für Verwirrung

"Der Name war einfach zu lang und irreführend", sagt Betreiber Moritz Seidel am Mittwoch bei der offiziellen Feier zur Umbenennung in "MOMA 1890 Boutique Hotel". Der neue Name setzt sich aus seinem Vornamen und dem seines Bruders und Mitbetreibers Maximilian in Kombination mit dem Baujahr zusammen. Das neue Logo hat der Künstler Christian Hundertmark entworfen, den Maximilian Seidel vom Eisbachsurfen kennt.

Seit 2010 ist das Hotel wieder in Familienhand. Erbaut wurde das denkmalgeschützte Haus im Jahr 1890 von Franz Xaver Kroisi, dem Urgroßvater der jetzigen Besitzer.

Hoteldirektor Wolfgang Schlicht (l.) mit den Betreibern Moritz (2.v.l.) und Maximilian Seidel mit ihrer Mutter Karin Seidel.
Hoteldirektor Wolfgang Schlicht (l.) mit den Betreibern Moritz (2.v.l.) und Maximilian Seidel mit ihrer Mutter Karin Seidel. © Sigi Müller

Während der Ostbahnhof direkt gegenüber im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde, blieb das imposante Eckhaus wie durch ein Wunder fast unbeschadet. Nach dem Krieg nutzte es die US-Armee zehn Jahre lang als Bürokomplex.

30 Jahre lang verpachtet die Familie das Hotel, bis es sie es im Jahr 2010 schließlich wieder selbst übernimmt - in vierter Generation.

Tradition und Moderne ergänzen sich

Von da an beginnen die Seidels, das Haus sorgfältig zu renovieren. Stück für Stück, Zimmer für Zimmer. Wo es geht, wird die Tradition erhalten und mit modernen Elementen ergänzt.

Jedes Zimmer sieht anders aus. Bei der Gestaltung lassen sich dieBetreiber-Brüder überall inspirieren.
Jedes Zimmer sieht anders aus. Bei der Gestaltung lassen sich dieBetreiber-Brüder überall inspirieren. © Sigi Müller

Kein Zimmer gleicht dem anderen. Ob musikalisch inspiriert, verträumt, mit Vogeltapete oder Weltall-Decke, alle Räume zeigen Liebe zum Detail.

Und manche Details sind so schön, dass man sie erhalten muss: 1962 hat das Treppenhaus zuletzt eine neue Tapete bekommen. Und die gibt es bis heute. Zwar sind die Nachbesserungen etwas aufwendig, da man die Tapete heute nicht mehr bekommt. Aber das Treppenhaus gehört einfach zum Hotel und wirkt heute moderner denn je. Nachhaltig ist nicht nur die Tapete, sondern auch der Rest. So wird etwa in den Zimmern bewusst auf Minibars verzichtet.

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Regionalität ist wichtig 

Stattdessen gibt es im Frühstücksraum, der MOMA Lounge, eine Maxibar zur Selbstbedienung mit kostenlosen Softdrinks und Snacks und alkoholischen Getränken zum Selbstkostenpreis. Beim Frühstück setzt man auf regionale Lieferanten: Wagners Obst liefert direkt aus Haidhausen, die Metzgerei Boneberger aus Schongau. Tee kommt von der Manufaktur Bioteaque vom Chiemsee, der Kaffee von der Rösterei Dinzler am Irschenberg. Viele Lieferanten sind dem Hotel lange verbunden.

Auch die Mitarbeiter scheinen sich wohlzufühlen. Ein Drittel der Belegschaft arbeitet schon mehr als zehn Jahre für die Seidels. Die Stammgäste freuen sich jedenfalls sehr, wenn sie von ihnen wiedererkannt werden.

Immer einen Besuch wert

Wenn die Wohnung zu klein ist für Besuch, man seine Gäste aber trotzdem in familiären Händen wissen will, ist das MOMA 1890 durchaus eine Überlegung wert.

Orleansplatz 6a, Zimmer: 150 bis 250 Euro

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