Haar: Martin Schulz auf Wahlkampftour

Der ehemalige SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht Manfred Weber jede Chance ab EU-Kommissionspräsident zu werden und macht deutlich, wie die SPD Europa gestalten möchte.
| Niklas Braun
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Martin Schulz (l.), Korbinian Rüger (m.) und Natascha Kohnen (r.).
Niklas Braun 2 Martin Schulz (l.), Korbinian Rüger (m.) und Natascha Kohnen (r.).
Martin Schulz (l.) und SPD-Europakandidat Korbinian Rüger.
Niklas Braun 2 Martin Schulz (l.) und SPD-Europakandidat Korbinian Rüger.

Haar - Der Mann der Stunde, Martin Schulz, spricht in Haar darüber, was ihm an Europa wichtig ist und wie er die Chancen von Manfred Weber (CSU) einschätzt, EU-Kommissionspräsident zu werden.

Bei der vergangenen Bundestagswahl schien der "Schulz-Zug" unaufhaltsam in Richtung Kanzleramt zu dampfen. Doch er kam ins schlingern und die SPD musste unter Martin Schulz ein historisch niedriges Wahlergebnis verbuchen. Das Ende seiner politischen Karriere war das allerdings nicht. Er sitzt noch immer im Bundestag und macht jetzt fleißig mit beim Wahlkampf für die SPD bei der kommenden Europawahl.

Martin Schulz (l.), Korbinian Rüger (m.) und Natascha Kohnen (r.).
Martin Schulz (l.), Korbinian Rüger (m.) und Natascha Kohnen (r.). © Niklas Braun

Vor dem "großen Europäer", wie Schulz von seinen Genossen häufig genannt wird, ergreifen lokale Parteikollegen das Wort. Die erste Bürgermeisterin der Gemeinde Haar, Gabriele Müller, findet es alarmierend, dass laut einer aktuellen Studie jeder zehnte bei der Europawahl rechts wählen möchte.

Gleiches Engagement für Flüchtlinge und Notre Dame

Natascha Kohnen, die Landesvorsitzende der SPD Bayern, fordert ebenso viel Engagement für Geflüchtete im Mittelmeer wie für Notre Dame. Und Oberbayerns SPD-Europakandidat Korbinian Rüger fordert gemeinsame europäische Projekte, wie eine Finanz- und Sozialunion, ein gemeinsames Außenministerium und festgelegte EU-Grenzen.

Martin Schulz (l.) und SPD-Europakandidat Korbinian Rüger.
Martin Schulz (l.) und SPD-Europakandidat Korbinian Rüger. © Niklas Braun

Schulz: Keine Rosinenpickerei in Europa

Dann kommt Martin Schulz auf die Bühne und macht klar, dass man die Herausforderungen der beschleunigten Entwicklung in Sachen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nur gemeinsam und über Grenzen hinweg bewältigen kann. Er erklärt, dass die EU als Zusammenschluss kleiner Staaten wichtig ist, um gegenüber den USA und China wettbewerbsfähig zu sein. Ein Zypern oder Österreich würde allein nicht viel ausrichten können. Nur gemeinsam sei man stark.

Trotzdem kritisiert er EU-Mitgliedstaaten, wie Polen, die Rosinenpickerei betrieben, wenn sie EU-Gelder für die Infrastruktur annähmen, sich beim Thema Flüchtlinge aber unsolidarisch verhielten. Für ihn und die SPD sei Europa nämlich vor allem ein Solidarprojekt, bei dem es nicht darum gehen soll nur das beste für das eigene Land herauszuholen. Sprüche, wie "America First", würden nur zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit führen, da alle anderen zwangsläufig hintangestellt werden. Daher sei für ihn ein Satz ganz zentral, der die Sozialdemokratie im Bezug auf Europa wie kein anderer zusammenfasst: "Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein – im Innern, wie nach Außen."

Manfred Weber hat keine Chance

Seine Antwort auf die Fragen der Migration und Integration lautet: "Sprache, Arbeit, Freundschaft". Wer die Sprache lernt, bekommt leichter eine Arbeit, wo man mit Menschen in ihrem Alltag in Kontakt kommt. Dem Fraktionsvorsitzenden der EVP im EU-Parlament Manfred Weber (CSU) spricht Schulz sämtliche Chancen ab, Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsidenten abzulösen. Weber bekäme keine Mehrheit, da sich die sozialdemokratische Fraktion niemals für einen Kommissionspräsidenten entscheiden werde, der in der selben Fraktion ist, wie Viktor Orbán.

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