Giesinger Bräu: Geldsammeln für den Bierbrunnen

Giesinger Bräu braucht 800.000 Euro für einen Brunnen und startet ein Crowdfunding. Und auf die Wiesn will man auch.
| Jasmin Menrad
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Giesinger-Bräu-Chef Steffen Marx will tief hinab und hoch hinauf.
Daniel von Loeper Giesinger-Bräu-Chef Steffen Marx will tief hinab und hoch hinauf.

München - Wenn Giesinger Bräu in der Lerchenau einen 140 Meter tiefen Brunnen gebohrt hat, darf die Brauerei ihr Bier endlich Münchner Bier nennen – denn nur Münchner Leitungswasser reicht nicht für diesen Titel, der Grundvoraussetzung ist, um als Brauerei auf die Wiesn zu kommen. Bisher dürfen das nur die sechs großen Münchner Brauereien, die im Verein Münchner Brauereien organisiert sind.

Giesinger Bräu: Crowdfunding für den Wasserbrunnen

Den Giesingern fehlen 800.000 Euro, um ihren Tiefbrunnen in Milbertshofen bohren zu können. Die will Brauereichef Steffen Marx in altbewährter Tradition per Crowdfunding zusammenbekommen: 1,2 Millionen Bierdeckel mit dem Versprechen von sechs Prozent Verzinsung will er ab dem 1. Oktober in der Stadt verteilen. Die Zinsen gibt’s in Form von Bier und Speisen im Stammhaus in der Martin-Luther-Straße 2 in Giesing. "Im April 2020 wollen wir mit der Produktion in der Lerchenau anfangen. Da können wir noch die Fußball-EM mitnehmen", sagt Marx, der zum Gespräch in den Presseclub mit Gummistiefeln gekommen ist.

Giesinger Bräu: In fünf Jahren auf der Wiesn?

40.000 Hektoliter will er in der neuen Brauerei jährlich produzieren, das sind 1,2 Millionen Liter Bier. Zum Vergleich: Augustiner produziert 1,2 Millionen Hektoliter – ein Hektoliter sind 100 Liter Bier. So strebt Giesinger Bräu einen Marktanteil von einem Prozent an. Und die Wiesn: "Wenn’s in fünf Jahren soweit wäre, wären wir dem nicht abgeneigt", formuliert es Marx vorsichtig. Zuerst muss er in den Verein Münchner Brauereien. Das sind jene Brauereien, die mit dem 10.000 Jahre alten Wasser, das tief unter München liegt, brauen und die auf dem Oktoberfest sind. "Wir sind in Verhandlungen mit dem Verein, aber viele Gespräche sind noch nicht geführt", sagt Marx, der 2006 in einer Garage angefangen hatte, sein Giesinger zu brauen.

"Die anderen Brauereien beobachten uns genau, denn wir sind Vorreiter, dass Bier wieder die Wertigkeit bekommt, die es haben sollte", sagt Marx und meint damit, dass ein Kasten Giesinger Erhellung mittlerweile 18,99 Euro kostet – also fast ein Euro für die 0,33 l-Flasche. Man möcht’s nicht auf die Wiesn-Maß hochrechnen.

Lesen Sie hier: Mit zweiter Brauerei - Giesinger Bräu will auf die Wiesn!

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