Fast drei Viertel der Radler fühlen sich in München nicht sicher

Etwas besser als beim letzten Mal, doch immer noch bloß ausreichend. So schneidet das Münchner Radnetz bei einer Befragung des Fahrradclubs ab.
| Christina Hertel
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Die Radwege sind in München zu schmal und oft zugeparkt, findet ein Großteil der Befragten.
Die Radwege sind in München zu schmal und oft zugeparkt, findet ein Großteil der Befragten. © ADFC

München - Die Stadt, die immer gerne Weltmeister wäre, erreicht nur das Mittelmaß - zumindest beim Radverkehr. Beim sogenannten Fahrradklimatest, dessen Ergebnisse der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nun präsentiert hat, erhält München die Schulnote 3,84 - ein Ausreichend.

ADFC-Befragung: 3.155 Münchner machen mit

Der Fahrradklima-Test ist laut ADFC die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Diesmal stimmten rund 230.000 Menschen ab.

In München machten 3.155 Bürger mit. Und diese bewerteten die Landeshauptstadt immerhin ein bisschen besser als bei der vorherigen Bewertung im Jahr 2018. Da erhielt München die Note 3,99 und kam unter 14 deutschen Großstädten auf den sechsten Platz. Jetzt wurde es Platz vier.

Pop-up-Radwege fallen positiv auf

Als besonders positiv bewerteten die Teilnehmer die Verbesserung im Radnetz, die die Stadt während Corona traf. Zum Beispiel fielen die sechs temporär eingerichteten Pop-up-Radwege positiv auf.

Die Einzelbewertung für München.
Die Einzelbewertung für München. © AZ-Grafik

68 Prozent beurteilten diese kurzzeitig installierten Radwege als ein Signal für mehr Fahrradfreundlichkeit. Bei den Zusatzfragen, die den Radverkehr und Corona betrafen, erreichte München bundesweit den zweiten Platz.

Radverkehr nimmt während der Corona-Pandemie zu

Tatsächlich bekommt das Rad während der Pandemie eine immer größere Bedeutung. Dieser Aussage stimmten für 84 Prozent der Befragten zu. Laut Andreas Schön, dem Vorsitzenden des ADFC in München, stieg der Radverkehr während der Corona-Zeit um mehr als 20 Prozent.

Andreas Schön (ADFC).
Andreas Schön (ADFC). © Archiv

Für Andreas Schuster, den Radexperten der SPD im Münchner Stadtrat, sind diese Ergebnisse ein Zeichen, dass die Politik der Stadt in die richtige Richtung gehen.

Radnetz: Aufbruchstimmung verwandelt sich in Enttäuschung

Denn die grün-rote Stadtratsmehrheit will den Radfahrern mehr Priorität einräumen. Zum Beispiel wird der Stadtrat am Mittwoch beschließen, die Pop-up-Radwege dauerhaft beizubehalten. Im Juni will der Stadtrat ein Radvorrangnetz diskutieren. Darauf sollen Radelnde möglichst schnell vorankommen.

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Ein durchgehendes Radnetz zu schaffen, ist eine Forderung des Bürgerbegehrens Radentscheid. 160.000 Menschen unterschrieben dafür im Sommer 2019. Kurz darauf beschloss der Stadtrat, die Maßnahmen umzusetzen. Doch von einer Fertigstellung ist die Stadt aus Sicht des Fahrradclubs noch zu weit entfernt. Aufbruchstimmung habe sich inzwischen in Enttäuschung verwandelt.

Radfahren in München: Eine Fünf für die Sicherheit

Denn fast drei Viertel der Befragten fühlen sich in München beim Radfahren nicht sicher. Etwa 90 Prozent kritisieren, dass die Radwege zu schmal seien und stellen dafür die Note fünf aus.

Ebenso schlecht bewerten die Befragten die Kontrolle von Falschparkern auf den Radwegen. Auch für das Angebot zur Radmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es Kritik. Positiv finden die Teilnehmer hingegen das Leihradangebot (Note 2,4) und die vielen, in Gegenrichtung befahrbaren Einbahnstraßen (Note 2,6).

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