"In diesem Jahr besonders stark": So war das Derblecken in der Airbräu-Tenne am Flughafen

In der Airbräu-Tenne wurde beim Starkbierfest wieder kräftig derbleckt. Kabarettist Wolfgang Krebs schlüpfte in gleich vier Rollen, behandelte aktuelle politische Themen und lokale Ereignisse.
Niclas Vaccalluzzo
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In seiner Rolle als Edmund Stoiber tritt Kabarettist Wolfgang Krebs seit 2008 beim Airbräu-Starkbierfest auf.
In seiner Rolle als Edmund Stoiber tritt Kabarettist Wolfgang Krebs seit 2008 beim Airbräu-Starkbierfest auf. © Niclas Vaccalluzzo

Wo sonst internationale Reisende mit Rollkoffern unterwegs sind und englischsprachige Durchsagen den Takt vorgeben, prägt am Dienstagvormittag eine urbayerische Tradition das Bild: Airbräu, die weltweit einzige Flughafenbrauerei, feiert ihr eigenes Starkbierfest.

Ein eigentlich besonderer Anlass für den Airport München – auch wenn die Flughafen-Chefs dem Derblecken heute fernbleiben müssen. Denn bevor Kabarettist Wolfgang Krebs loslegt, spricht zunächst Andreas Reichert, Geschäftsführer der Gastronomie-Tochter Allresto, den Elefanten im Raum an: 600 Passagiere hatten letzte Woche mehrere Stunden in sechs Flugzeugen ausharren müssen.

"Flughafen und Lufthansa nehmen die Sache sehr ernst und arbeiten unter Hochdruck an der Aufklärung.“ Ein schwieriger Start für einen Vormittag, der eigentlich gesellig und ausgelassen werden soll.

Plötzlich taucht "Markus Söder" auf

Doch spätestens als Ministerpräsident Markus Söder zwischen Tischen und Stühlen gen Bühne schreitet, kehrt die typische Derblecken-Stimmung ein – das Starkbier tut sein Übriges. "Ein paar von Ihnen wirken noch etwas verwirrt, weil Sie womöglich gar nicht mit mir gerechnet haben“, sagt "Söder“ auf der Bühne – zurecht, denn angekündigt war eigentlich Wolfgang Krebs in seiner bekannten Rolle als Alt-Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Tatsächlich gab es in diesem Jahr aber eine Premiere: Nach fast 20 Jahren schlüpft der heute gleich in vier Rollen – neben Markus Söder und Stoiber auch als Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Franz Josef Strauß.

Viele Plätze in der Airbräu Tenne sind mit Kommunalpolitikern aus den umliegenden Gemeinden und Städten besetzt. Krebs muss also eine Fastenrede halten, die zwischen globalem Anspruch des Flughafens und regionalem Lokalgeschehen vermittelt.

Markus Söder alias Wolfgang Krebs wird von der Menge unter Applaus empfangen. Krebs tritt beim Airbräu-Derblecken gleich mit vier verschiedenen Rollen auf.
Markus Söder alias Wolfgang Krebs wird von der Menge unter Applaus empfangen. Krebs tritt beim Airbräu-Derblecken gleich mit vier verschiedenen Rollen auf. © Niclas Vaccalluzzo

So spielt er in seinen Rollen etwa auf eine Krähenplage im Erdinger Stadtpark an oder den Bau eines neuen Rathauses in Oberding – und natürlich auf die anwesenden Kandidaten für die Kommunalwahl. "Ihr könnt später gerne noch ein Selfie mit mir machen“, bietet "Söder“ scherzhaft Wahlkampfhilfe an.

Sabotageversuch an der Eisbachwelle?

Dennoch wurde auch die Landeshauptstadt – trotz recht großer Entfernung zum Flughafen – einige Male erwähnt. Die Aufregung um die Eisbachwelle erreichte auch den Norden. So vermutet Stoiber alias Krebs einen verdächtigen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden der Welle und der "Surftown“ in Hallbergmoos: "Nach meinen Informationen sind der Hallbergmooser Bürgermeister Benjamin Henn und der Chef der dortigen Surftown Chris Boehm-Brettlbach, äh Tettelbach, vor dem Verschwinden wiederholt in der Nähe des Eisbachs gesehen worden.“

Seit 2008 tritt Krebs regelmäßig zum Starkbierfest in der Airbräu-Tenne auf. Die Reden schreibt der ehemalige Flughafen-Sprecher Ingo Anspach. Die neuen Rollen bringen auch mehr inhaltliche Freiheit, erklärt Krebs der AZ. Schon länger habe man nach einer Alternative zu Stoiber gesucht, künftig soll diese Rolle beim Airbräu-Derblecken sogar weiter zurückgehen.

Airbräu-Tenne so viel kostet das Starkbier heuer

Beim Publikum kam das bestens an. Ein reguläres Starkbier-Programm wird es in dem Wirtshaus zwar nicht geben, dafür steht das hauseigene Starkbier "Aviator“ nun auf der Karte – mit 8 Prozent Alkoholgehalt stärker als im Vorjahr, so Braumeister René Jacobsen.

Für das Bier und gerade für das besondere "bayerische Feeling“ am Flughafen, lohne es sich auch für Münchner immer, zum Flughafen zu kommen, sagt Airbräu-Tenne-Wirtin Barabara Deimel der AZ. Wer dem Aufruf folgen mag, kann die Halbe Aviator vor Ort für 4,40 Euro probieren.

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  • FRUSTI13 vor 35 Minuten / Bewertung:

    Der D. Krebs ist einfach unschlagbar gut!

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  • Candid vor einer Stunde / Bewertung:

    Haben die Verantwortlichen von der Nacht auf letzten Freitag etwa am Donnerstag bereits schon mal das Starkbier probiert?

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  • Schwarzenbäcker vor 14 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Candid

    Die Verantwortlichen wahrscheinlich nicht, aber die Busfahrer vielleicht....:)

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