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EM-Spiele im Biergarten: Testpflicht ab 1.000 Fans!

Während der EM wird es in einigen Biergärten Public Viewing geben. Erlaubt ist das aber nur unter einer Voraussetzung: Man ist wegen Brezen und Bier dort. Die Übertragung des Fußballspiels? Nebensache. Große Partys darf es nicht geben, darauf wird die Polizei achten.
| AZ/dpa
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Fußballfans bei der WM 2018 im Biergarten des Hofbräukellers.
Fußballfans bei der WM 2018 im Biergarten des Hofbräukellers. © Peter Kneffel/dpa

München - Kurz vor dem ersten EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich am Dienstag in München steigt das Fußball-Fieber – langsam. Denn Fanmeilen und Public Viewing-Abende mit Vorglühen, Partystimmung und Musik zum Mitgrölen sind wegen der Corona-Pandemie untersagt. Auch die Stadt München gab bekannt, kein großes Public-Viewing-Event in der Stadt zu organisieren.

Ministerium: Fußball nur "im Hintergrund"

Stattdessen laden Biergärten zum gemütlichen Fußballschauen auf Fernsehern oder Leinwänden mit Abstand und Hygieneregeln. Die Hauptsache: Essen und Trinken. Fußball darf laut Gesundheitsministerium nur "im Hintergrund" laufen. 

Eine feste Regelung gab es dafür - zwei Tage vor dem ersten EM-Spiel - noch nicht. Der Plan zumindest in München: Unter 1.000 Personen soll das jeweilige Hygienekonzept des Betriebs gelten, bei über 1.000 Teilnehmern soll es laut KVR-Chef Thomas Böhle eine Testpflicht geben. "Mit einem Test maximal 48 Stunden vor Spielbeginn. Oder Impf- und Genesenennachweise", wie er am Mittwoch in der Vollversammlung des Stadtrats sagte. Eine endgültige Lösung dafür sollte laut Böhle am Donnerstag getroffen werden.

München: Wann es im Biergarten einen Test braucht

Diese Entscheidung folgte dann auch: Wie die Stadt mitteilte, gibt es in Gastro-Betrieben mit mehr als 1.000 Personen eine Testpflicht. Dabei dürfen der PCR- oder POC-Antigenschnelltest nicht älter als 24 Stunden sein – gerechnet wird dabei ab dem vorgesehenen Spielbeginn. Hier gibt es also eine Verschärfung im Vergleich zu Böhles Aussage vom Vortag. Vollständig Geimpfte und Genesene müssen sich nicht testen lassen, wenn sie einen entsprechenden Nachweis vorweisen können. Die Test- und Nachweispflicht zum Einlass gilt ab zwei Stunden vor Übertragungsbeginn.

Auch die Stadt machte am Donnerstag nochmal klar, dass der Fußball im Biergarten oder Lokal nicht zur Hauptsache werden darf. "Grundsätzlich ist das Übertragen von Fußballspielen in der Gastronomie im Rahmen der zulässigen Bewirtung begleitend zum eigentlichen Bewirtungsbetrieb und nach Maßgabe des Rahmenkonzepts Gastronomie und der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung möglich", heißt es dazu in der Mitteilung.

Auch für mögliche Siegesfeiern gibt es enge Grenzen. Ob sich alle an die Regeln halten? Die Polizei bereitet sich jedenfalls schon mal vor. "Wir können nicht absehen, ob es möglicherweise gigantische Auto-Korsos gibt oder ganz neue Arten zu feiern, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen", sagt ein Polizeisprecher in München.

Münchner Polizeibeamte bekommen Unterstützung

In der Landeshauptstadt ist die Lage besonders, kommen zu den Spielen der deutschen Kicker am Dienstag und am Samstag (19. Juni) jeweils 14.000 Zuschauer ins Stadion. Alleine können das die Münchner nicht stemmen. "Es sollen auch Kollegen aus anderen Bundesländern dabei sein", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem rund um das Stadion würden Beamte benötigt. Zahlen nennt er nicht, aber man werde genügend im Einsatz haben.

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Wer kein Ticket ergattert hat, soll Alternativen zum Wohnzimmer haben. "Am schlimmsten wäre es, wenn das Public Viewing durch Auflagen so uninteressant wäre, dass sich gleich alle Freundesgruppen vor dem heimischen Fernseher drängeln", findet Thomas Geppert vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Er ist für geregeltes Schauen im Biergarten. "Hierfür spricht insbesondere der politische Wille." So habe sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) von der EM "ein neues Lebensgefühl, eine neue Lebensfreude" erhofft.

Biergarten-Sprecher dämpft Hoffnungen

Der Münchner Löwenbräukeller bietet eine "XXL-Leinwand, tolle Stimmung & super Fußball-Matches". Aber: "Das wird mit Public Viewing im herkömmlichen Sinn nichts zu tun haben", dämpft ein Sprecher die Hoffnungen. "Das wird ein Biergartenbesuch mit der Möglichkeit, das Spiel zu sehen." Also keine Fußball-Hits zum Aufheizen und zum Torjubel. "Wir werden nichts dafür tun, dass hier eine übermäßige Stimmung aufkommt." Man nehme die Vorschriften sehr ernst und wolle nicht dazu beitragen, dass die Infektionszahlen wieder steigen.

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Auch in anderen Städten gibt es Angebote, etwa im Alter Kranen in Würzburg, im Regensburger Spitalkeller, im Luginsland in Augsburg oder in den Landbierparadies-Wirtshäusern in Nürnberg. Besondere Vorsichtsmaßnahmen traf eine Fußball-Kneipe in Regensburg. Damit sich vor den Fenstern keine Trauben bildeten, habe das Lokal seine Scheiben abgeklebt, erzählte eine Sprecherin der Stadt.

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Wann wird Hintergrund-Fußball zum Event?

Hauptzweck des Biergartenbesuchs muss der Verzehr von Speisen und Getränken sein. Doch wann wird Hintergrund-Fußball zum Event? Darüber hat man im Landkreis Neu-Ulm nachgedacht und Kriterien genannt: Wenn Werbung gemacht wird. Wenn Leute gezielt zum Fußballschauen kommen. Wenn eine Großleinwand aufgestellt wird. Oder wenn die Geräusche aus dem Fernseher die normale Unterhaltung übertönen.

Auf alle Fälle wird die Polizei bekannte Feier-Orte im Blick haben, etwa den Domplatz in Regensburg oder die Leopoldstraße in München, wo früher Horden von Fans stundenlang mit Fahnen und Siegesgesängen feierten. "Feiern ist ja nicht verboten", meint die Polizei München. "Aber Mundschutz, Abstand, Kontaktbeschränkungen – das kommt natürlich hier jetzt bei der gesamten Einsatzlage noch dazu."

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In jüngster Zeit hatte es in manchen bayerischen Städten immer wieder Vorfälle mit randalierendem Partyvolk gegeben. So flogen im Englischen Garten beispielsweise Flaschen in Richtung Polizei. Dass sich das Problem mit der Fußball-EM verstärkt, glaubt der Münchner Polizeisprecher nicht: "Fußballfans und Feierpublikum - da sind die Übergänge fließend."

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