Fußball-EM startet nächste Woche in München: Party! - und Krawall?

Die Gewerkschaft warnt: Polizisten könnten zum Ziel von Fußball-Frust werden. Neue Ausschreitungen zur EM seien zu erwarten.
| Ralph Hub
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Fans auf dem Weg in die Arena. Während der EM dürfen allerdings nur 14.000 ins Stadion.
Fans auf dem Weg in die Arena. Während der EM dürfen allerdings nur 14.000 ins Stadion. © imago/Lackovic

München - Am Freitag startet die Fußball-Europameisterschaft. Das Team von Jogi Löw trifft am kommenden Dienstag in der Allianz Arena auf Weltmeister Frankreich. Doch ins Stadion dürfen lediglich rund 14.000 Fans. Das sind nur 20 Prozent der eigentlichen Gesamtkapazität.

Wegen Corona: Keine großen Public-Viewing-Zonen

Große Public-Viewing-Zonen im Olympiapark oder auf der Theresienwiese wie bei früheren Turnieren gibt es wegen Corona nicht. Zu groß ist die Sorge, ein Fan-Fest könnte zum Superspreader-Event werden.

Die Beschränkungen bergen aber auch ein erhebliches Konfliktpotenzial, vor allem dann wenn Fans betrunken sind, oder das jeweilige Team gerade eine Niederlage kassiert hat.

"Wenn dann die Polizei einschreitet und auf Abstandsregeln und Maskentragen pocht, gilt sie als Spielverderber und kann leicht zum Ziel von Corona- und Fußball-Frust werden", warnt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt. Neue Ausschreitungen seien zu erwarten. "Die Auseinandersetzungen in München haben die gereizte Stimmung unter denjenigen, die sich draußen versammeln, um gemeinsam zu feiern deutlich zutage treten lassen", so Wendt zur AZ. "Die Auseinandersetzung mit der Polizei wird vielfach gezielt gesucht und die Stimmung durch Attacken aufgeheizt."

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Kippt die Stimmung während der EM?

Das Eröffnungsspiel bestreiten am Freitag in Rom Italien und die Türkei. Nach dem Abpfiff könnte es in München schnell lebhaft werden. Fans könnten im Autocorso durch Schwabing fahren, wie es vor Corona üblich war. Zwischen Münchner Freiheit und dem Siegestor feierten in früheren Jahren Tausende ausgelassen den Sieg ihres Teams.

Italienische Fußballfans jubeln über den Sieg ihrer Mannschaft.
Italienische Fußballfans jubeln über den Sieg ihrer Mannschaft. © dpa

Für die Polizei könnte deshalb der Freitagabend zu einem kniffeligen Einsatz werden. Die vergangenen Wochenenden haben gezeigt, wie schnell die Stimmung umschlagen kann, wenn Hunderte junge Leute im Univiertel auf Straßen und Plätzen feierten. "Sollten sich problematische Menschenansammlungen ergeben, wird die Polizei hier lageangepasst darauf reagieren", sagt Polizeisprecher Werner Kraus.

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DFB-Spiel in der Arena: Polizei rät zum Auto

Zum Deutschlandspiel kommenden Dienstag wollen Tausende Fans raus zur Allianz Arena. Wie üblich wird die Polizei mit verstärkten Kräften im Bereich zwischen U-Bahnhof und Stadion präsent sein. "Wir empfehlen, mit dem eigenen Auto zu fahren", so Werner Kraus. "Wer mit der U-Bahn kommt, sollte frühzeitig los, auf Abstände achten und überfüllte Wagen meiden."

Die MVG setzt Sonderzüge zu allen Spielen der Fußball-EM in München ein, sagt MVG-Sprecher Johannes Boos. "Damit können wir bei Bedarf einen Zwei- bis Drei-Minuten-Takt nach Fröttmaning anbieten." Die MVG hofft, Gedränge in den U-Bahnen und an den Bahnhöfen verhindern zu können.

Public Viewing in Biergärten ist möglich

Wegen der gesunkenen Inzidenzzahlen ist in den Biergärten Public Viewing möglich. Auch in Lokalen und Gastwirtschaften können sich die Fans wieder gemeinsam die Spiele im Fernsehen ansehen. Die Gastronomie kann innen und außen bis Mitternacht öffnen. Eine Testpflicht für Gäste besteht nicht.

Allerdings gelten strikt bestimmte Auflagen. "Grundsätzlich müssen die üblichen zum Infektionsschutz erforderlichen Maßnahmen konsequent umgesetzt werden", sagt Johannes Meyer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats. Das gilt auch für Fußballrunden im privaten Kreis.

In der 13. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung heißt es dazu: Bei einer Inzidenzeinstufung nicht über 50 sind private Zusammenkünfte möglich für maximal zehn Personen, unabhängig davon, wie vielen Haushalten sie angehören. Vollständig gegen Corona geimpfte Personen und Genesene unterliegen nicht den Regelungen zur Kontaktbeschränkung.

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