Drohende Derblecken-Absage: Dieter Reiter übt deutliche Kritik

Die Diskussion um eine mögliche Absage des Starkbieranstichs auf dem Nockherberg geht weiter. Was meint OB Reiter?
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Gegen ein Zwei-Klassen-Denken beim Thema Nockherberg: Münchens OB Dieter Reiter.
Sven Hoppe/dpa Gegen ein Zwei-Klassen-Denken beim Thema Nockherberg: Münchens OB Dieter Reiter.

Die Diskussion um eine mögliche Absage des Starkbieranstichs auf dem Nockherberg geht weiter. Nun meldet sich der Münchner OB zu Wort.

München - Die Diskussionen um eine mögliche Absage des traditionellen Politiker-Derbleckens gehen weiter: Während Vor- und Generalprobe für die Aufführung des Singspiels am Nockherberg wie geplant vor Publikum stattfinden sollen, wurden Politiker wegen des Coronavirus angehalten, die Veranstaltung nicht zu besuchen.

Dies bezeichnet der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) als nicht vertretbar. Wenn man seitens des Freistaats den Politikerinnen und Politikern und anderen geladenen Gästen dringend empfehle, nicht teilzunehmen, sei ihm unverständlich, wieso dann die Proben jeweils vor Publikum stattfinden sollten.

Keine Unterscheidung zwischen "normalem" Publikum und Politikern

"Diese Differenzierung finde ich weder aus gesundheitlichen Erwägungen logisch, noch politisch in irgendeiner Weise akzeptabel", so der Münchner OB. Er gehe daher davon aus, dass die Veranstaltung entweder inklusive der Proben vor Publikum abgesagt werde - oder dass auch das Politiker-Derblecken in Anwesenheit der Betroffenen stattfinden solle. "Ich jedenfalls werde eine Unterscheidung zwischen 'normalem' Publikum und Politikerinnen und Politikern nicht mittragen", so Reiter weiter.

Kurios: Noch am Freitag hatte sich der Münchner Oberbürgermeister ganz anders angehört. "Es wäre relativ dreist, dort hinzugehen, wenn der Chef der Landesgesundheitsbehörde dazu auffordert, nicht hinzugehen", sagte Reiter. Zu diesem Zeitpunkt ging er offenbar noch davon aus, dass das Derblecken dieses Jahr komplett ohne Zuschauer stattfinden müsste.

Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums wies darauf hin, dass sich die Empfehlung des Coronavirus-Krisenstabs für eine Absage des Starkbieranstichs nicht nur an Politiker richte. "Der Krisenstab ist der Ansicht, dass die geplante Nockherberg-Veranstaltung zahlreiche Coronavirus-Infektionsrisiken beinhaltet. Deshalb ist es ein Gebot der Vernunft, dass der Starkbieranstich von den Veranstaltern abgesagt oder verschoben wird." Und der Sprecher betonte: "Öffentliche Proben mit Publikum sollte es natürlich ebenfalls nicht geben."

Aller Voraussicht nach wird der Starkbieranstich in diesem Jahr nicht stattfinden, wie die Paulaner-Brauerei am Freitag mitteilte. Eine endgültige Absage steht noch aus.

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Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zur drohenden Derblecken-Absage: Absurd und irritierend

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