Das Singspiel: Die Helden von Burg Nockherberg

Die verplanten Helden von Burg Nockherberg - sie schimpfen und streiten sich, und dabei bedroht das Krisen-Monster das Land. Werden es die hohen Herren und Damen besiegen können? Sieht nicht danach aus. . .
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Die Schauspieler Eva-Maria Höfling (r-l), Tobias Pfülb und Steffi Brehme, alle als Claudia Roth, bei einer Probe zum traditionellen "Politiker-Derblecken".
dpa Die Schauspieler Eva-Maria Höfling (r-l), Tobias Pfülb und Steffi Brehme, alle als Claudia Roth, bei einer Probe zum traditionellen "Politiker-Derblecken".

Die verplanten Helden von Burg Nockherberg - sie schimpfen und streiten sich, und dabei bedroht das Krisen-Monster das Land. Werden es die hohen Herren und Damen besiegen können? Sieht nicht danach aus. . .

Die Helden von Burg Nockherberg

Autor: Holger Paetz
Co-Autor: Uli Bauer
Dramaturgie und Regie: Eva Demmelhuber
Regieassistenz: Bernhard Schulz
Musikarrangements: Klaus Reichardt
Bühnenbild: Walter Richarz
Kostüme: Marion Maertens
Requisite: Fritz Galla
Maske: Heike Puzicha, Brigitte Pavlicek,Oliver Akhavan, Wolli Geimeier
Spezialeffekte: Heinz Ludwig
Bühnenbau: Fa. Saurus GmbH

Die 3 Murksgetiere
Edmund Stoiber . . . . . . Franz Kriege
Erwin Huber . . . . . . Winfried Frey
Günther Beckstein . . . . . .Andreas Borcherding

Königin Angela aus Gesamtkrisien . . Bundeskanzlerin Angela Merkel . . . . . . Corinna Duhr
Robin Horst von Seehof . . Horst Seehofer . . . . . . Christoph Zrenner
Lady Schnärriän . . Sabine Leutheusser-Schnarrenberger . . . . . Bettina Redlich
Freiherr von und Karl-Theodor zu Schuldenberg . . zu Guttenberg . . . . Stefan Murr
Södurai, der letzte Samurai. . Markus Söder . . . . . . . Stephan Zinner
Der Glöckner QuasimUde . . Christian Ude . . . . . . . Uli Bauer
Claudia von Rothingen . . Claudia Roth . . . . . . . . Eva-Maria Höfling
Märchenprinz . . Guido Westerwelle . . . . Holger Paetz
Kreuzritter . . Frank-Walter Steinmeier . . . . . . Helmut Schleich

Quartett „Gabi und die Freien Quäler“
. . . . . . . . . . . . . . . . Steffi Brehme (Gabriele Pauli)
. . . . . . . . . . . . . . . . Anna Silvia Lilienfeld
. . . . . . . . . . . . . . . . Matthias Kostya
. . . . . . . . . . . . . . . . Tobias Pfülb

Burg-Band:
. . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Reichardt
. . . . . . . . . . . . . . . . Nick Woodland
. . . . . . . . . . . . . . . . Carsten Fabian
. . . . . . . . . . . . . . . . Otto Staniloi
. . . . . . . . . . . . . . . . Tom Peschl

Die Helden von Burg Nockherberg

(Stimme aus dem Off) Die Menschheit wird von einem Monster bedroht. Gierig und gefräßig, hornhäutig sein Leib und Feuerspein sein Zeitvertreib! Auch auf Burg Nockherberg herrscht Heulen und Zähneklappern, obwohl es dort einen Zaubertrank gibt, der Kraft und Macht verleiht. . . .

(Quartett Song)
(nach: „Ave verum“/“Oh happy day“)
Nackert, die Taschen leer,
Bankenpfusch, ein Tränenmeer,
Geldgier ist der Welt’ Martyrium.
Bosse kassieren,
Boni rotieren,
Kein Schwein kümmert sich um uns.
Die Retter sind da
(ins Publikum) Da sitzens ja
Helden en masse
Nur die ham a Chance
Die Retter sind da
Für Pest und Cholera!
Sie fürchten nicht,
das Viech,
sie werden siegen!
Es werde Licht!
Rettung in Sicht!

Auftritt Stoiber/Huber/Beckstein

Stoiber: Attackääää! Erwin, ich habe es dir schon so oft gesagt: Du bist und bleibst nur ein Befehlsempfänger. Du kannst nichts bündeln.
Huber: Ich hör da gar nicht mehr hin, Exzellenz, wenn Sie was sagen. Schon lange hör ich da gar nicht mehr hin.
Stoiber: Ihr konntet es nicht und ihr könnt es nicht.
Beckstein: Wenn ich net so christlich geprägt wär, tät ich ihm schon mitteilen, was ER mal kann.
Stoiber: Und wenn Seehofer so weitermacht – wird er eine Kombination aus euch zwei, plus noch er selber.
Huber: Äh. Wieso sind mir eigentlich zu Fuß und ohne Wagen?
Beckstein: Demut! Demut steht uns gut zu Gesicht.
Huber: Aber des zahlt doch der Steinbrück! Die Abzugsfähigkeit von Fahrtkosten ist in Granit gemeißelt. Bis in alle Ewigkeit. Des hab ICH hergekämpft.
(klopft ans Tor)
HALLO!
Wächter: Was is’n?
Huber: Ist der Herr Seehofer daheim?
Wächter: Wer wuin des wissen?
Huber: A Ausschussvorsitzender!
Wächter: Ein WAS?
Beckstein: Erwin, du hörst dich ja jetz viel lauter an als früher? Hast du am heilichen Gral genuckelt?
Huber: Das is das Wunder meiner permanenten Wiedergeburt. AUF - MACHEN!
Stoiber: (schreit) HEDA! Nach reiflicher Überlegung bin ich selbstlos bereit, meinen gewaltigen Sachverstand zur Krisenbekämpfung wieder in die Bresche zu werfen.
Beckstein: Ich glaub, ich geh heim.
Stoiber: Hallo! Wenn Sie mich nicht reinlassen – marschiere ich direkt nach Oberfranken. Und dann durch die Hintertüre Europas wieder nach München. In Brüssel bin ich schon!
Huber: Und ich bin Vorsitzender vom Ausschuss!
Beckstein: Und ich bin froh, dass ich raus bin aus eurer Schlangengrube. Abgesägt wegen zwei Mass Bier. Fairness, ha?
Huber: Fairness? Spinnst du? Wer in der Politik Fairness sucht . . .
Beckstein: . . . wird nur Seehofer finden, ich weiß.
Stoiber: (schreit nach oben) Meine Lebensleistung muss ICH nicht verklären. Sie glänzt jetzt schon durch die Jahrhunderte.
Beckstein: Genau so lang könnt der Bürger blechen müssen für die Landesbank.
Stoiber: DU! DU hast als Kontrollgremium versagt!
Beckstein: (wütend) Ich muss . . . ich muss . . . trotzdem versuchen, ihm zu vergeben. Gott sei dank les ich viel in der Bibel.
Huber: HEDA! Öffnet jetzt das Tor! Wir sind zu ACHT!
Beckstein: (schreit nach oben) Mit Zahlen hat er’s noch nie so ghabt. Er war nämlich Finanzminister.
Huber: Mir sind zwei ehemalige Generalsekretäre, zwei Innenminister, zwei Parteischeffs, zwei Ministerpräsidenten . . .
Beckstein: Und ein Finanzgenie!
Huber: Dann samma ja zu Neunt!
Stoiber: Mit solchem Pack kann man sich nirgends blicken lassen. Ich muss Seehofer die Grundzüge einer Krisenbewältigungsstrategie im stoiberschen Sinne . . .
Beckstein: Ich geh heim, Marga!
(Beckstein ab)
Die beiden fallen in den Wassergraben/Zugbrücke geht auf

Auftritt Seehofer

Silvi: (kreischend) Aaaaah ’s ist Robin Horst, für den man so schwärmt der „bayerisch“ ’s Herz und’s Nest uns erwärmt.
Steffi: Oh, tausendfach gegrüßet sei der Retter der weißblauen Wohlfühlerei!
Silvi: Hier ist er, den man so nötig hat:
Steffi + Silvi: Der grinsende Drängler aus Ingolstadt!
Seehofer: Hört her, liebe Tanen (höhöhö) und Untertanen . . .
Wächter: Aus dem Einzimmer-Appartment kam er,
aus der grausigen Gross-Stadt Berlin
er kannte nur Büchsenravioli
und hatte nichts anzuziehn.
Die Ehrlichkeit trägt er stets im Gesicht,
ehrlicher geht’s in ganz Bayern nicht.

Ungeheuer brüllt

Seehofer: Jaja, schon gut! Danke! Wir nehmen sie an, die Krise als
Schaaaße! Ich kämpfe mit größtem Einsatz für die Kleinen und
Schwachen. Ich habe die Verantwortung bei Stunde NULL über - nommen.
Verwüstet war das Land von der Beckstein-Adminis - tration. Ein einziger greiser Recke hat die zerrissenen Fäden noch geknüpft.
Stoiber: Äh Moment bitte? Wer ist hier äh äh greise?
Seehofer: Das Faszinierende meiner Politik ist, mit leeren Händen zu kommen, Zustimmung zu ernten und: wieder zu gehen.
Huber: Man fühlt sich so beschenkt.
Seehofer: Manchmal mach ich auch an Schlenkerer, der mir selber kryptisch bleibt, wo ich nachts aufwach und grübel: Was hab ich mir denn da wieder gedacht . . . har har har
Leutheusser: (aus der Burg) Hoast, Hoast!
Seehofer: Oh Gott, der Drache!
Leutheusser: Ho-oast! Hoast, hörst Du mich?
Seehofer: (schleimig) Ja Schatz, Mylady Schnärriän von Leutheussern, ich komme!
(Seehofer verschwindet in der Burg)

Auftritt Söder

Söder: Hoijaaaaa! Ich Södurai! Der Letzte . . . seiner Art. Ich brauch mei Waffe nur selten.
Ich bin ja eher der sanfte und leise Typ.

(Song Söder mit Quartett)
(nach: „Sukiyaki“)
Söder: Ich war ein ganz ein Böser
jetzt bin ich ein Seriöser
Gesundheits-, Raucher- und Altmühl-Problemelöser
Umwelt muss sein, das sieht man ein
Hauptsache, ich werd immer größer.
Ich hab mich umgezogen
und wurd zum Ökologen
ich leih der Schöpfung mei Faust und mein Ellenbogen
und auch als Chriiist, weils christlich iiist
ich mach des alles ohne Drogen.
Quartett: Sag uns, oh Markus, wie geht es dir heut
hast du im Leben schon je was bereut?
Söder: Wenn Scheffe Witze machen
dann immer feste lachen
des mögens gern und des wird Sympathie entfachen
dann förderns diiich – ganz fürchterliiich
des sind so prinzipielle Sachen.
Ich steh an diesem Platze
mit meiner Öko-Fratze
wird es gewünscht, ja dann schneid ich mir eine Glatze
wenn er es sagt, wird nicht gefragt
weil ich stets jede Kurve kratze.
Quartett 1: Sprechen Sie auch fernöstlich? Oder sehns nur so aus?
Söder: Na freilich! Ich werd net jabanisch sprechen, Alter!
(Kampfschrei)
Aaaah! Kurosawa Rambazamba PYJAMA!

Quartett 1: Aha!
Söder: Ka-auda-Pofalla? CDU Suduku! Hadatauaaa? Fudschi sama.
Hohlmeiaaa Monikaaa frisst Schäufelaaaaa!
Quartett 2: Schäufela? Was is des?
Söder: Fränkisch Sushi . . . ajaaah!
Quartett 2: AUA!
Söder: Moment! Seid’s ihr Zahnärzte? Dann muss ICH für EUCH kämpfen. Des steht in meinem geheimen Koalitions-Auftrag. Mit die kleinen Gelben. Dürfen jetz leider mitbestimmen. LEIDAaaa
(Kampfschrei) Leutheussaa!
Quartett 1 + 2: (haut ab) Aua! Hilfe!
Söder: Für an christlichen Politiker ist die Bewahrung der Schöpfung oberstes Leitmotiv seines wertkonservativen bums dingsbums Handelns. SCHÖ-PFUNG, haijaaaaa!
Futon-Zunamiiii! HOIAaaa, KYOTOooo, KIMONOoo
(Quartett ab)

Auftritt Seehofer mit Katapult

Seehofer: (hält sich Ohren zu)
Mein tapferer Södurai! Auf diesem Fels will ich den fränkischen Frieden zimmern.
Söder: Hujaaa! Undankbare Oberfranken! Die Partei hat euch eine Tochter geboren. Und ihr wollt sie immer noch nicht.
Seehofer: Wir müssen die Franken intern zerstreiten, die sind sich eh nicht grün. Diese Partei hat es schließlich aus eigener Kraft geschafft, nicht nur sich selbst, sondern . . .
Söder: . . . sondern auch das Land in den Keller zu trümmern.
Seehofer: Was?
Söder: (wippt) Mir ham an sehr schlechten Stand. Der Boden ist versumpft. Lauter toxische Papiere im Untergrund.
Seehofer: Dafür haben wir jetzt mehr Gewicht. Sei froh. Früher wars anders herum.

Krise brüllt/Seehofer ballert mit Katapult

Euro müssen prasseln wie Schrot. Feuer frei!
Hör zu! Wir haben einen enormen Mangel an jungen konfessionslosen Großstädtern . . .
Söder: Was woll ma denn mit dene?
Seehofer: . . . WEIBLICHEN Geschlechts! Hör mir zu!
Söder: Äh. Jawoll! Die Schmach muss gerächt werden. Der Wähler hat uns 17 Prozent geraubt. Die nehm ma ihm weg, wenn er vorbeikommt.
Und geben’s dann den Bedürftigen.
Seehofer: Blödsinn! Die behalten wir natürlich.
Söder: Natürlich!
Wir könnten auch überraschend umschwenken und uns selbst von hinten angreifen!
Seehofer: Was redest du denn?
Söder: Ja! Die Pendlerpauschale hammer abgeschafft, um sie dann wieder zu wolln.
Den Gesundheitsfond hamma angeschafft, um ihn abzuschaffen zu wolln.
Wie wärs mit: Steuersenkungen – weil mir’s so gwollt ham – vom reinen Wollen her jetzt einfach nimmer wolln.
Und des dem Wählerwillen . . . dass er’s selber wollen soll . . . Versteh ich mich noch?
Seehofer: Du denkst lobenswert dialektisch . . .
Söder: Und von wem hab ich des gelernt, Scheff?
Seehofer: Aber es ist dummes Zeug. Solang es nicht von mir stammt. Wir werden ihnen eine Falle stellen!
Söder: Den jungen gebildeten Frauen?
Leutheusser: HOAST! HO-OAST!!!!
Seehofer: Oh Gott, der Drache!

Söder baut Falle auf

Leutheusser: Hoast!!! Hörst du mich, Hoast?
Seehofer: Bitte-bitte. Bitte-danke. Hab ich mich denn aus einfachsten Verhältnissen emporgequält, um dann zu bitten?
Die Liberalen?
Leutheusser: Hoast! HOAST! Hörst du mir zu, Hoast?

Auftritt Leutheusser

Seehofer: Ah, geliebte Lady mit dem viel zu langen Namen. Wo treibst Du Dich schon wieder rum, Du Holde.
Leutheusser: Ich schau Dir auf die Finger und klopf Dir auf die Pfoten.

(Duett Seehofer/Schnarrenberger)
(nach: „Cheek to cheek“)
ER: Schnarri (Sie: Hoast?), ähm, S’bine Du ich kanns noch gar nicht fassen, unser Glück.
SIE: Wenn man sich so zärtlich in den Armen liegt
BEIDE: ja wir tanzen durch die Welt von Sieg zu Sieg.
SIE: Ach mein Horst, ich bin so dankbar halt mich fest, das ist so schön
ER: ohne mich könnst Du ganz sicher nicht mal eigenständig gehn.
SIE: Robin, ach nee: Hoasti! Du bist groß und schwarz und bleibst mein starker Held
ER: ja ich freu mich, dass es dir mit mir gefällt
SIE: komm erklär mir unsre komplizierte Welt.
ER: Kluge Frauen wollen Führung
SIE: die bekommst du gern von mir
ER: lehn dich ruhig an meine Schulter
BEIDE: denn dann kannst du nicht verliern.
ER: Du, nur du
SIE: mein CSU-Kakadu
ER: mein Täubchen ruggediguh
SIE: Ja sülz mich nur zu.
ER: Oh, ich schweb auf Wolke sieben
SIE: Brich dir bloß nicht das Genick
ER: Kannst dich voll auf mich verlassen
SIE: Bin zum Glück ja nicht verrückt.

Seehofer: Lady Schnärriän! Unsere gemeinsame Bilanz, ich sage jetzt schon Brillanz dazu! Und diese Frische!
Leutheusser: Die FDP als Blutdoping, ach näää. Dass ich das noch erleben darf.
Seehofer: Wenn auch . . . ähäm . . . von euch kaum was kam.
Leutheusser: So? Und wer hat die Idee gehabt, die Landes-Bank zu privatisieren?
Seehofer: Hähähä, Ideen, meine Liebe. Darauf kommts nicht an. Ich nehme jede Idee.
Leutheusser: Und schmeißt sie dann auch wieder weg. Hast du nicht Furcht, oh Hoast, dass die Bürger sich erinnern?
Seehofer: Die Hauptschule war immer schon der Garant für eine zuverlässige Vergesslichkeit.
Schon deshalb müssen wir sie unbedingt erhalten.
Leutheusser: Ganz so blöd sind die Bayern auch wieder nicht.
Ach, Hoast! Ich finde es so SCHÖN, dass wir als klitzekleine Partei bei euch mitspielen dürfen.
Seehofer: Eine wahrhaft großzügige Geste. Ohne uns wärt ihr ja immer noch die APO. Aber ihr könnt euch ja erkenntlich zeigen, nicht wahr?
Leutheusser: So dankbar macht mich das.
Seehofer: Nun. Ich hätte dich gerne etwas gefügiger.
Leutheusser: Das halte ich für abwegig, Hoast.
Seehofer: Ich . . . kann mich doch nicht dauernd meiner Stimme enthalten! Wie soll man mich denn dann noch hören in Berlin?
Leutheusser: Nicht doch, Junior. Wenn ich es möchte . . . WIRST DU DEINE KLAPPE HALTEN, HAST DU DAS KAPIERT?
Seehofer: Also . . . so hat ja noch nie jemand. So lass ich nicht mit mir umspringen . . .
Leutheusser: Doch.
Seehofer: Nein!
Leutheusser: Doch.
Seehofer: Wir . . . müssen beide gut dastehen, Sabine!
Leutheusser: Tu ich doch.
Seehofer: SABINE!
Leutheusser: Keiner will Euch mehr solo, Hoast.
Seehofer: Mich schon.
Leutheusser: Gerade Dich nich! Horst! Wo ich recht habe, müssen wir uns nicht streiten.
Seehofer: Wem habt Ihr denn das alles hier zu verdanken? Status, Karossen! Wir haben Euch die Homo-Ehe gestattet!
Leutheusser: Hoast! Ich fange an, mich zu langweilen.
Seehofer: Du mit Deinem albernen Heiligenstatus, weil Du einmal zurück - getreten bist . . .
Leutheusser: Lieber heilig als Hallodri, Hoast.
(Leutheusser/Seehofer ab)

Auftritt Pauli und die Freien Quäler

(nach: „Java jive“)
Quartett: An Pfingsten gehn wir Stimmen klaun
ui, da wird der Horsti wieder deppert schaun
es geht ja so fix, dass die Stimmung verrutscht
und schon sind die Stimmen alle futsch.
Gabi Pauli, o lala!
die möngs in Franken lieber als die Hohlmeia
die klebt wie Pech, und die Qual ist groß
der Horsti wird die Gabi nimmer los.
Pauli: Oh, wie ich das genieß
Wenn das Pech dann so fließt
(schwarz)
und heiß sich ergießt
ja, Rache is süß.
Die freien Quäler sind Sadisten
Quartett: auf den Listen
Solo: quäle quäle, Gabriele!
Quartett: Sado Maso, das ist schön
der Horsti wird kostenlos von uns verwöhnt
ein Tritt auf’n Zeh – AH! Es tut so schön weh
noch glaubt er, dass die Schmerzen bald vergehn.
Ein Englein schwebt zu Pfingsten ein
es könnte in Latex gewandet sein
das Pech klebt an der CSU.
Die freien Quäler geben keine Ruh.
(Quartett ab)

Auftritt Ude

Ude: Haha, da bin ich wieder, meine lieben Untertaninnen und Untertanen!
. . . Mein Gott, ich kann mich langsam selber nicht mehr hören . . . und das jetzt noch 5 Jahre!
Huber: (kraxelt aus dem Wassergraben)
Ich komme aus jeder Schräglage wieder hoch! Na Ude, was macht Ihre Bayern-SPD?
Lebt die überhaupt noch?
Ude: Waf? Wie bitte? Ich heif Quafimude und bin hier nur der Glöckner.
Huber: Ha ha, da Ude, er is halt ein Spaßvogel.
Ude: Bin kein Fpafvogel.
Und mit einer Bayern-FPD möchte ich nikf fu tun haben.
Huber: Ja, des glaub ich ihnen. Dieser Chaos-Verein . . .
Ude: Wer? Die 60er! Die will ich auch überhaupt nicht mehr kennen müssen.
Hab ich nie gekannt!
(regt sich immer mehr auf)
Huber: Ja, is scho guat. Ich hab doch gar nix . . .
Ude: Nikf if gut.
(Nimmt sein Gebiss raus)
Und wenn’s mich jetzt auch noch anschnorren wollen.
Mir ham nix und mir geb’n nix. Das Land BAYERN soll uns endlich unbürokratisch unterstützen, uns verarmte Städter.
Huber: Mit a volln Hosn is leicht stinka! Sie ham doch eine wohlhabende Stadtsparkasse. Letztes Jahr. . . .
Ude: Letztes Jahr? Letztes Jahr! Rekordniveau – wenn ich das schon hör – Rekordniveau! Ja wo? Ja nie!!!
Mir ham nix und wir geben nix.
Huber: Bist ja aa a armer Schlucker – da schaun’s her . . .
(will ihm was zustecken)
Ude: Nein, ich darf kein Trinkgeld annehmen. Nix!
Obwohl, warten’s an Moment. Für die Winterspiele und die Schrannenhalle, für a kleine U-Bahn könnt ich noch was brauchen . . .
Huber: Jetzt glangts aber!
Ude: Was? Net mehr? Wollen’s mich auch noch verhöhnen in meiner Not?
Huber: Ah, gehen’s doch läuten!
(fällt in Wassergraben)
Ude: (schreit ihm nach) Läuten? Wir müssen die Glocken verkaufen, soweit is schon. Dann häng’ ich mich an den Strick und mach selber Bim-Bamm.

(traurig zu sich)
In München sitzt ein Christian
hat Kleider nicht, hat Lumpen an.
Oh helft, ich hab ein Loch im Schuh.
Sonst sperr ich meinen Haushalt zu.

(Song Ude)
(nach: „With a little help“)
Ude: Nur ein paar Jahre wollt’ ich noch regier’n
und mir a paar Denkmäler bau’n.
Jetzt kommt die saublöde Krise daher
und will mir d’letzte Amtszeit versau’n.
Ich war hier der King, konnte niemals verlier’n.
Chor: Und machte auch gerne den Clown.
Ude: Hoch oben thronen und repräsentier’n.
Chor: Und nie nach dem Nachfolger schau’n.
Ude: Oh, ich hab (mit Chor) leider den Absprung verpennt.
Wo ich scho (mit Chor) seit am Jahr am Strand liegen könnt.
Seh weit und (mit Chor) breit mit dera Krise koa End.
Chor: Übergiiiiib’s doch nem andren!
Ude: Aaaaach geh, wer macht denn des jetzt no!
Chor: Vielleicht giiibt’s noch nen andren?
Ude: (über den Chor gesprochen) Ja, ich brauch sofort an Nachfolger! Aber wen? Vielleicht der Franz? Naa, der mag net! Naa, ich hab’s! Genau! Seppi! Jetzt is doch eh scho wurscht! Bitte, Seppi, mach’s doch du!
Aber mach’s (mit Chor) gleich, dann hat des endlich a End.
Mia macht’s koa (mit Chor) Freud’, wenn’s an jeda Ecke brennt.
Denn ich hab’ (mit Chor) leider den Absprung verpennt.
(Ude ab)

Auftritt Roth

Roth: Wo soll denn hier ne Zauberquelle sein . . .
Bleischwerer Lobbyismus! Hier ist doch alles total vertoxt!
(tappt in die Falle)
Das ist doch wirklich das Allerletzte hier . . .

Auftritt Söder

Söder: Was is’n des für a komischer Beifang, was mir da ins Netz gegangen ist. Och näää, Frau Roth . . .
Roth: Das ist doch ein völlig falsches Bild: ich würde einem Söder in die Falle gehen! Ich, haha!
Söder: Auf mich sind schon mehr Leut’ reingefallen, als Sie sich überhaupt vorstelln können.
Roth: Hau bloß ab, ich bin eine genfreie Zone!
Söder: Ja ich doch auch neuerdings! Wer wird denn so schüchtern sein! Ich hab doch schon beim Kerner Ihr Knie getätschelt.
Roth: Ph! Mehr hat er sich nicht getraut . . .
Söder: Da wär mir mein Erbmaterial zu schade.
Roth: Zu Ihnen als Mann würde mir auch viel einfallen, aber das lassen wir jetzt lieber. Du Bonsai-Obama!
Söder: Sagen’s amal Frau Roth, wo Sie da scho rumhängen: ich find Sie so SINNLOS. Sie kann ma noch net amal korrekt kompostieren.
Roth: Immer noch der alte stumpfe Draufhauer, gell? Ts ts . . .
Söder: ICH? Ich bin zutiefst ministrabel. Ich hab die Alpen zum Regenwald erklärt. Ich hab rausfinden lassen, dass die Donau ein natürliches Gewässer ist!
Roth: Toll! Dann wäre sie ja schon vor der CSU dagewesen.
Söder: (betroffen) Des is . . . a Argument. Da kann was net stimmen. Ähm. Was wollen Sie eigentlich bei uns?
Roth: Ich fühle mich dort zuhause, wo es Konflikte gibt.
Söder: Hahaha! Bei uns? Lächerlich!
Roth: Außerdem stamme ich aus dem bayrischen Schwaben, so wie der Schüttelschorsch.
Söder: Das ist ein Ausweisungsgrund! Sie sind ja inzwischen total türkisch unterwandert! Euer Ziel ist der Halbmond auf der Rautenflagge!
Geben Sie’s zu!
Roth: Schmarrn! Die Grünen bin erst mal ICH und das HAT UNS NOCH NIE WAS GESCHADET!
Söder: Mein Gott, Frau Roth (hält sich die Ohren zu) bei Ihr’m Organ hilft ja net amal mehr Flüsterasphalt.
Roth: SIE SIND DOCH TOTAL EMPFINDUNGSLOS! ICH EMPFINDE SO VIEL. ICH WÜNSCHE MIR MANCHMAL MEHR DISTANZ ZU MEINEN EMPFINDUNGEN!
Söder: Ich will fei nix davon ab.
Roth: DAS GRÖSSTE AN IHNEN BLEIBT DOCH IHRE KLAPPE, SIE HOHLE UMWELT-POSAUNE!
Söder: Des sagen Sie?
(flüchtet)
Artenschutz war von Anfang an ein Fehler! Die Frau is ja resistenter als der Maiszünsler.
(Söder ab)
Roth: Ich bin vielleicht furchtbar, aber ich bin echt.

(Song Roth)
(nach: „Tränen lügen nicht“)
Roth: Ich bin zu laut
und auch oft zu schrill
es bricht heraus,
wenn ich’s gar nicht will.
Freunde warnen mich,
Claudia achte drauf
doch die Natur
die hält keiner auf.
Wer weiß warum
sich ein Ast verzweigt?
wer weiß warum
unsre Quote steigt?
Steigt sie ohne mich?
nimmt man mich in Kauf?
doch die Natur
die hält keiner auf.
Ich weine gern
denn mein Herz ist voll
und lache laut
wenn ich gar nicht soll.
Mensch, benimm dich doch
Scheiß der Geier drauf
ich bin Natur
mich hält keiner auf.
(Roth ab)

Auftritt Merkel und Guttenberg

Merkel: (zieht die Kutsche) Was für eine Plackerei für eine Dame! Wo sollen wir denn jetzt überhaupt hin?
Bädbänk, oder alle enteignen, oder gleich wie Castro in Cuba! Irgend ’ne Idee, Herr Guttenberg?
Guttenberg: (er hockt in der Kutsche)
Die Richtlinienkompetenz liegt selbstverständlich bei der Herr - scherin.
Die würde ich dir niemals streitig machen, Angela. Deine vornehmste Aufgabe: den Karren aus dem Dreck ziehen!
Das kannst und darfst nur du!
Merkel: Richtlinien, du liebe Güte! Ich kann es nicht mehr hören. Wir haben es weit gebracht!
Ich bin der Pakt für Deutschland, den wir brauchen.
(zieht vergeblich)
Wieso geht es denn jetzt nicht weiter?
Guttenberg: Erinnere dich, wir mussten die Pferde erschießen.
Merkel: Pferde? Wir hatten doch gar keine Pferde.
Guttenberg: Um so schlimmer! Dann ist es doch kein Wunder, wenn wir nicht vorankommen.
Merkel: Guttenberg, Sie mögen ja durchaus ein Talent sein . . .
Guttenberg: Talent? Wie viele Jahre soll ich denn noch in der Politik Spitzenleistungen vollbringen, bis dieses Wort endlich verschwindet
. . . Talent! Ich! Absurd!
Merkel: Warum mühe ich mich hier eigentlich ab?
Guttenberg: Wir müssen die Politik wieder als Dienstleistung verstehen, Angela! Dienen, und nicht von oben herab verordnen.
Merkel: Und wieso ziehe ICH und der Herr sitzen drinnen?
Guttenberg: Ich muss mich auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Ein zu Guttenberg fühlt sich zur Leistung verpflichtet.
Merkel: (stellt die Deichsel ab)
Pfui, ist das hell hier, dieses grelle Licht! Lassen Sie uns ein wenig Nebel erzeugen mit Worten, damit wir uns wieder wohler fühlen können.
Guttenberg: Da bin ich ganz bei Dir, Angela. Mögen die Worte den nicht folgenden Taten voranpreschen.
Merkel: Wie war das gleich mit den Leitplanken?
Guttenberg: Ah, mein geniales Zitat! Ordnungspolitische Leitplanken müssen eingeengt werden oder erweitert!
Merkel: Sehr schön. Und so aussagestark! Danke! Jetzt geht es mir besser.
(sie zieht an, Kutsche rührt sich nicht)
Ooooch! Sach ma, machst Du Dich extra schwer?
Guttenberg: Wenn wir etwas brauchen, dann ist es eine spürbare Entlastung bei den Steuern. Dann würde es auch für Dich leichter.
Merkel: Ich glaube, wir hängen endgültig fest.
Guttenberg: Du bist zu langsam für dein Alter! Dir fehlt der rechte Schwung, Angela!
Merkel: Und du bist zu jung für dein großes Maul. Los raus da, Guttenberg!
Guttenberg: Zu bitte, zu!
(Guttenberg steigt aus, tippt lässig die Kutsche an,
Kutsche haut’s nach hinten weg!)
Guttenberg: Oh hoppla, guck ma Angela! Deine Karosse!
Merkel: EH Stopp!
(Merkel ab)

(Song Guttenberg)
(nach: „Teddy Bear“)
Hier steht ein edles Blut
man spürt die Kompetenz
die Bedürftigkeit an Geist
ist in der CSU immens
’s is leider wahr
nun . . . er ist ja daaa.
Er hat genügend Zaster
Die Knete juckt ihn nicht
er hat ein andres Laster
er hält sich für ein Wirtschafts-Schwergewicht.
Wer ist schon wie er
so elitär
wer formuliert so dezidiert
da findt’ sich keiner mehr
als Karl Theodor –
Zu Guttenberg
Er ist ein feiner Herr
und süchtig nach Applaus
er stoppt die Rezession nicht, doch
mit ihm sieht sie besser aus
mit Gel im Haar
und Kaviar.
Alles schreit im Chor
nach . . . Karl-Theodor.

Auftritt Seehofer/Söder

Guttenberg: Ein Herr, das ist er, so komplementär, durch Frische und Jugend belebend und Ton und Stil und Takt angebend.
Seehofer: JA! Danke! Eine solche Hymne lass ich mir gefallen.
Guttenberg: Pardon, ich sprach gerade über Freiherr zu Guttenberg.
Seehofer: Ja ja, schon gut. Eloquent, unterwürfig, jung und aus Franken – auf solche Leute kann man bauen!
Söder: Bin schon zur Stelle, Scheff!
Seehofer: Du? Wer redet denn von dir?
Guttenberg: Da ich das Amt nun inne habe, bin ich überzeugt, dass ich der Beste bin.
Söder: Die Hadertauer findet des Soziale jetzt auch toll, weil sie davon die Scheffin ist.
Guttenberg: Meine Wirtschafts-Fachkompetenz ist unbestritten. Ich war in leitender Funktion tätig in einem Mittelstands-Großunternehmen.
Söder: Des war doch bloß a Drei-Personen-Klitsche! Irgend so a von und zu, Gel ins Haar, und an Stressmän anzieh’n – des kann ich auch.
Guttenberg: Das heißt nicht Stressmän sondern Stresemann.
Donau-Heiliger, der sich loben läßt von Umweltschützern, ein widerliches Niveau!
Söder: Kann ICH doch nix dazu! Scheff, Sie ham selber gsacht, ich soll des mit der Donau. Wegen der FDP.
Seehofer: Jaja, schon gut. Ego te absolvo.
Söder: Hee, mein Ego is mir heilig! Des lass ich mir fei net absolven, gell.
Seehofer: Kapiert der schon wieder nix?
Söder: Scheff! Beim Raucherschutzverbot hamma gewaltige Fortschritte erzielt.
In Eckkneipen dürfen jetzt einfach zubereitete Zigarren serviert wern! Jetz müss ma nur noch des ganze Firmament zum Festzelt erklären, dann passts wieder!
Seehofer: Wisst Ihr, was passiert ist? Ich bekam einen Schützenkönig als Sekretär und musste eine Unterfränkin adeln zur Vize-Generälin!
Dieser Beruf war mir selber bis dato unbekannt. Hahaha!
Guttenberg: Sie mögen auf dem Wasser wandeln können, Verehrtester, aber adeln . . . können Sie niemand, hahaha!
Seehofer: Ohne mich würdest Du auf deinem Schloss vermodern! Vergiss das nicht, Guttendings.
Guttenberg: Bitte? Wie meinen?
Seehofer: Was ist in Oberfranken? Warum bellt da immer noch alles durcheinander?
Guttenberg: Nun, ich habe mich weiß Gott um Einigkeit bemüht . . .
Seehofer: Versagt hast Du, Guttendorf! Wo bleibt die Revolution?
Guttenberg: Ähm. Ich ersuche höflich, meinen ehrwürdigen Namen korrekt zu prononcieren: ZU Guttenberg!
Seehofer: Berg, Dorf, Burg! Das ist doch nicht diskussionswürdig! Du hast diese Kanaillen nicht im Griff!
Söder: Scheff! So wie der sprechen die fei gar net in Oberfranken.
Seehofer: Ich will gar nicht wissen, wie die da sprechen. Wir müssen lernen zuzuhören! Geduld, Dialog, Kommunikation! Das müsst ihr dem Untertan erklären!
Söder: Und wenn er’s net kapiern will?
Seehofer: Das Maul stopfen, was denn sonst?
Söder: Des wollt ich nur wissen. Hast des ghört, Kuttenpups?
(Söder/Guttenberg ab)
Seehofer: Mein Gott: jung, damisch und aus Franken! Oh hilf! Und ich bin ihr Scheff.

(Song Seehofer)
(nach: „Nessun dorma“)
Seehofer: ’s is ein Drama, so ein Drama!
nein, es liegt sicher nicht an mir
doch es sind so viel Pfeifen da, ja ja
der lahme Herrmann, ein Schüttelschorsch,
Ramsauer auch noch, diese Qual
was soll ich machen, ich bin völlig fertig
ich werd verlieren.
CHOR: Hör auf zu jammern, Seehofaa
an Bayern denk und schau halt hi, schau hi.
Seehofer: Franz Josef, hilf mir
hier an dieser Schwelle
hier an dieser Stelle
sonst stirbt die CSU
CSU, CSU.

Auftritt Steinmeier

Wächter 1: Wer trampelt so wütend durch Wald und Wind?
Wächter 2: Es ist Frank Walter, das feiste Kind!
Wächter 1: Was schnauft er so schwer, dass Gott erbarm . . .
Wächter 2: Er läuft sich als Schattenkanzler warm.
Wächter 1: Heda, edler Recke! Woher des Wegs?
Steinmeier: Ich komme vom Arsch der Welt und muss da auch wieder hin.
Will nur eben schnell die Krise niedermetzeln und dann wieder heim ins Außenamt. Und irgend so’n Zaubertrank soll es hier geben.
Liebe Ge . . . (würg) . . . nossen und Genossen . . . ich äh . . . bin hier . . . um
Wächter 2: Dem Schröder hat man den Genossen auch nicht geglaubt, aber der konnte den wenigstens unfallfrei aussprechen.
Steinmeier: Ich bin Euer Mahner und Muntermacher.
Haltet euch dran!
Munterer wird’s dann nicht mehr. Ich bin im Spagat zwischen Wahlkampf und Außenamt. Und . . .
Wächter 1: Das klingt sehr schmerzhaft.
Steinmeier: Und wir befinden uns in einer Zeitenwende, in der viel neues Denken gefragt ist. Brabbel brabbel . . .
was brauchen wir? Wir brauchen europäische IMPULSE, wir brauchen einen äh . . . Strategisierungs äh schub . . .
Wächter 2: Einen . . . was?
Steinmeier: Strategisierungs äh schub!
Wächter 1: Sagenhaft!
Steinmeier: Die Sozial(würg) demokratie . . . und der Mantel der Ge - schichte . . . beides weht . . . auf äh Halbmast und ich . . .
Wächter 2: Der Mann reißt total mit.
Steinmeier: Ich habe ja die evangelische Kirche mit der deutschen Bank versöhnt! Ich rette jetzt dann noch das europäische Kraftfahrzeug!
Pumpt doch mal endlich Geld nach Opel! Macht doch ma was, Kinder!
Wächter 1: Wenn ich nicht wüsste, dass Schröder noch lebt, würde ich sagen, er ist untot.
Steinmeier: Bald werde ich wieder reisen, in fremde Länder, wo der Halbmond so mürrisch hängt, als sähe ich selbst auf die Welt hinab.
Und hätte doch kaum etwas mit ihr zu tun, vor allem nicht mit dieser . . . SPD (würg)
Wächter 2: Er sagt SPD so, wie der Seehofer dem Glos das Vertrauen aussprach . . .
Wächter 1 zu 2: Komm, wir gehen. Ich glaube, er will allein sein.

(Song Steinmeier)
(nach: „Gute Nacht Freunde“)
Steinmeier: Gute Nacht, Freunde,
penn nur weiter, SPD
schnarcht nur weiter in die Kissen
wer soll euch denn noch vermissen
das Erwachen wird nicht schön.
Statt dass ihr mit Freude
mich liebt und mich schiebt
kann man fest darauf baun
dass ihrs wieder versiebt.
Ihr seid so wie ein Arsch,
der so traurig verzagt,
dass kein fröhlicher Furz,
sich mit Kraft aus ihm wagt.
Lebt wohl, Genossen
was ihr tut – ist nicht genug
und die Zeiten werden schroffer
was mich tröstet ist der Koffer
den für Gerd ich immer trug.
Gute Nacht, Freunde
ich hau ab nach Übersee
was ich noch zu sagen hätte
kriegt ihr morgen auf Diskette
doch ihr werdet’s nicht versteh’n.

Auftritt Merkel

Merkel: Der muffige Steinmeier, och nee. (laut:) Das sieht Obama übrigens auch so . . .
Steinmeier: Was? ICH habe gerade heute mit Obama, dem Präsidenten der vereinigten äh Staaten . . .
Merkel: Moment! Als er das noch gar nicht war . . . habe ich schon persönlich mit ihm . . . telefoniert!
Steinmeier: Aber ich viel früher. Mit Berrrack Obama. Auf Englisch! Ich habe ihm – als einem völligen Novizen – den äh Globus in äh kurzen äh Zügen umrissen . . .
Merkel: (laut) KANN ICH AUCH. HAB ICH AUCH. ICH habe als Fürstin des Landes . . . in englischem Amerikanisch! Mit Idioms! Sehr locker im Plauderton . . .
Steinmeier: HABE ICH ihm deutlich gemacht, dass die Welt keine Frisbee- Scheibe ist!
Merkel: Blas Dich doch nicht so auf. Nur weil die Hillary Dich empfangen hat, ph. Die redet doch mit jedem. Sogar mit ihrem Mann.
Steinmeier: Nun, ich äh gebe gerne zu, dass Hillary und ich ein schönes Paar sind. Und natürlich werden wir haufenweise Häftlinge aus Guantanamo aufnehmen.
Merkel: Ach ja richtig, wie diesen Kurnaz? Nicht wahr, Frank-Walter?
Steinmeier: Bitte ab jetzt nur noch Frank!
Merkel: Wie Du willst, Walter. Der PEER Steinbrück, ja der! Macht was her! Oh PEER!
Steinmeier: Der Chevalier des milliardes? Hat doch nur Glück. Krisen- Gewinnler. Wenn Krieg wäre, gegen Sarkozy vielleicht, wozu ich große Lust hätte, dann wäre ICH ein bekannter Held.
Merkel: Ach Gott, Frank-Walter, Du bleicher Kandidatur-Aushalter. Wollt Ihr wirklich ampeln im Herbst?
Steinmeier: Mit Claudia und Guido im Unterholz Kastanien suchen? Ich bin ein erwachsener Mann.
Merkel: Oh stolze Sozis! Was ist bloß aus Euch geworden?
Steinmeier: Als wir den Beck noch hatten, war wenigstens einer schuld!
Merkel: Ohne mich gäb’s Euch doch gar nicht mehr!

Krise brüllt

Steinmeier: Richtig, da war ja noch diese äh Krise. Ich geh mal Munition holen.

(Song Merkel)
(nach: „Fever“)
Merkel: So wie’s ist, so sollt es bleiben
mit Münte, Steinbrück, und mit Struck
helfen mir den Horst zerreiben
bis er in die Röhre guckt.
Nur dieser Guido – oh, der schafft mich
glaubt schon jetzt, er wär der KING
GUIDO, den verkraft ich
kaum, den irren Ehrgeizling.

Auftritt Westerwelle

Westerwelle: Ich gehör zu dir
wie die 18 fest zu mir
ich weiß, die bleibt hier.

(Duett Westerwelle/Merkel)
(nach: „You are the sunshine of my life“)
ER: Ich werd die Zukunft für dich sein.
Die Zeit mit mir wird grandios.
SIE: In dich, da tritt man schnell mal rein
und wird dich nicht so schnell mehr los.
BEIDE: Wir geh’n zusammen unsre Strasse
SIE: ich ginge lieber ganz allein.
ER: Wir sind zwei Teile einer Masse.
SIE: Es fühlt sich leider an, als müsst es sein.
SIE: Du bist der Montag, der mir graut.
ER: Ich bin der Stein in deinem Schuh.
SIE: Du bist der Alp in meinem Traum
ER: dann mach halt nie die Augen zu.
BEIDE: Du bist der Henkel ohne Tasse
du bist zwar da, doch sag: wozu?
Du wirst nie mehr an etwas passen
und lässt mich trotzdem nicht in Ruh.
SIE: Du bist das Loch in meinem Strumpf
ER: durch mich da wird man nicht verwöhnt
SIE: du bist die Gräte in meinem Hals
BEIDE: ich hab mich so nach dir gesehnt.
ER: Ich werd die Zukunft für dich sein.
Die Zeit mit mir wird grandios.
SIE: In dich, da tritt man schnell mal rein
und wird dich nicht so schnell mehr los.
BEIDE: Wir geh’n zusammen unsre Strasse
SIE: ich ginge lieber ganz allein.
ER: Wir sind zwei Teile einer Masse.
SIE: Es fühlt sich leider an, als müsst es sein.
SIE: Du bist der Montag, der mir graut.
ER: Ich bin der Stein in deinem Schuh.
SIE: Du bist der Alp in meinem Traum
ER: dann mach halt nie die Augen zu.

Krise brüllt

Volk: Oh Jammer und Not! Hilfe! Das Monster!
Merkel: NUN, dann ist es wohl so weit. Ultissima Rati . . . ossima! Oder so ähnlich. Ich rufe die Ritter – der Schwafelrunde!

Alle kommen auf die Bühne

Beckstein: (im Abseits) Alles lauter Menschenfresser da auf dem Nockherberg! Aber ich bin ja Gott sei Dank bestens resozialisiert!!!
Steinmeier: Wenn ich dann gleich mal das äh Wort . . .
Wir alle müssen uns bemühen, dem Ungeheuer die Zähne zu zeigen. Auch die (würg) SPD und äh . . .
Ude: Die Zähne der SPD? Das können nur die Dritten sein.
Westerwelle: Sie sollten nicht versuchen, schneller zu reden als Sie denken können.
Stoiber: Keiner . . . keiner kann schneller denken als ich. Ich habe . . . ich habe immer gesagt . . .
Merkel: Mooooment! Ich sage Leadership! Und das heißt ja nun nicht – in Hektik fallen! Ich warte erst mal ab und bin ab dann . . . offen in alle Richtungen.
Guttenberg: Da bin ich ganz bei Ihnen. Den Entscheidungsprozess als zwei - spurige Straße denken, die wiederum den Meinungsprozess in beide Richtungen zulässt.
Alle: AHHH! Hört hört . .

. Ude: Wie haben wir nur je ohne ihn auskommen können?
Söder: Der? Für mich ist des ein Geisterfahrer.
Merkel: Ruhe jetzt! Schließlich bin ICH die Mitte und mehr als mich kann die Union nicht erreichen.
Volk: Aber Herrscherin, die Krise!
Merkel: Die großen Herausforderungen der Menschheit . . . liegen woanders . . . die Breitbandverkabelung auf dem Land.
Alle: (beifälliges Gemurmel) Sehr richtig.
Steinmeier: Ich würde nun gerne . . . das Wort dem Ritter Steinmeier erteilen . . .
Seehofer: Frau Merkel, wir haben doch überhaupt kein Interesse am Konflikt. Ich möchte, dass wir gemeinsam mit Mutti . . . in Harmonie . . .
Merkel: Und Fairness! Und mit Vati!
Seehofer: Unbedingt! Im Fair-Sein bin ich Meister!
Merkel: Und ich: Die Meisterin des Ungefähren.
Alle: Ahhhh! Hört, hört! Bravo!
Merkel: Nun erlebe ich schon den dritten bayrischen Superfürsten! Und jedesmal denk ich: das ist jetzt der Schlimmste.
Huber: Die CSU war immer scho der Zeit voraus. Die bayerische Landesbank war viel eher pleite als die Lehmann-Bank!
ALLE: Sehr richtig!
Roth: Aber . . . wir müssen doch etwas wollen, von Herzen!
Merkel: Tu ich ja.
Roth: Wie sollen wir den Menschen etwas geben, wenn wir uns blutleer einmauern in der Zitadelle der Macht?
Leutheusser: Aber sicher! Wir werden . . . wenn ich dann im Heabst ihre Justizministerin bin, Frau Meakel . . . wird die FDP . . .
Merkel: So? Davon weiß ich ja noch gar nichts.
Leutheusser: Das ist mit Hoast so abgesprochen.
Merkel: Interessant. Aber wer ist Hoast?
Westerwelle: Wir bleiben doch ihr natürlicher Wunschpartner? Oder?
Merkel: Ich äh setze auf eine Koalition mit einer kleinen Partei. Die dann vielleicht sogar bei 18 Prozent ist.
Steinmeier: Das schaffen wir! Dann kann man Steinmeier auf Außen - ministerbasis lebenslänglich verbeamten.

Krise brüllt lauter, Volk jammert

Volk: Das Ungeheuer! Hilfeee! Rettet uns!
Merkel: So schlimm kann die Krise gar nicht sein. Mein Gehalt wird pünktlich überwiesen.
Söder: (zu Merkel) Apropos Gehalt! Im letzten Dezember hätten Sie die Steuerzahler schon um 10 Milliarden erleichtern können.
Huber: Und weils net passiert is, ham mir des nämlich g’macht.
Seehofer: Was redest denn für einen Unsinn, mir ham zehn Milliarden in deine verreckte Landesbank gepumpt.
Huber: Ja eben! Um die IS ja der Steuerzahler jetz . . . leichter, haha! Kapierst des net, Horst?
Seehofer: Zaubertrank hilf! Oh heiliger Gral!
Merkel: Ach ja, was ist denn nun mit diesem Zaubertrank, der angeblich so unbesiegbar macht.
Seehofer: Mein Zaubertrank heißt Erfolg und den genehmige ich mir täglich, har har. Wolln’s amal an Schluck?

Krise brüllt Feuerdampf speiend

Guttenberg: Scheff, äh Scheffin, die Krise, ich glaub jetzt hat sie uns doch noch einen Deut voller erwischt.
Merkel: Kein Problem! Alle Mann an die Knete-Spritze, Kreditbremse lösen! Feuer frei!

Schlusssong

(nach: „Freedome come“)
Alle: Krise kommt, Krise geht,
mach ma noch a Konjunktur-Paket,
Das ist uns so egal.
Wichtig ist nur die Wahl.
Ob wir es verbocken
oder uns verzocken,
is doch alles kein Problem.
Auch die lahmen Enten kriegen ihre Renten,
machen wir es uns bequem.
Krise groß, Krise klein,
ja, das weiß doch sowieso kein Schwein.
Und es is uns so wurscht.
Denn wir ham jetzt an Durscht.
Wer auch kommt, wer auch geht,
unser Nockherberg noch lange steht.
Und Ihr alle im Saal
hebt zum Himmel euern Gral . . . Prost!

ENDE

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