Corona-Verluste: MVG bekommt 155 Millionen Euro Hilfe

Schon beim ersten Lockdown hat die MVG hohe Verluste in Kauf genommen. Die SPD-Fraktion fordert, dass der Freistaat auch in den kommenden Jahren finanziell hilft.
| Emily Engels
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Nicht mehr so voll wie früher: Ein Blick auf den Bahnsteig am U-Bahnhof Marienplatz dieser Tage.
Nicht mehr so voll wie früher: Ein Blick auf den Bahnsteig am U-Bahnhof Marienplatz dieser Tage. © Daniel von Loeper

München - Lockdown bedeutet für viele Menschen: Arbeit im Homeoffice. Schon während der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr arbeiteten viele Münchner von zu Hause aus - statt mit Tram, Bus und Bahn auf die Arbeit zu pendeln. Für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bedeutet das gleichzeitig ein Rückgang der Fahrgäste. 

MVG erwartet bis zu 175 Millionen Euro an Minus

Die Einnahmeverluste, die die MVG dadurch erwartet, sind schon jetzt enorm. Bisher geht die MVG von einem Minus zwischen 145 und 175 Millionen Euro aus. Das geht aus einer Nachfrage der SPD/Volt-Stadtratsfraktion hervor.

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Einer der Hauptgründe dafür ist: Bus, Tram und U-Bahn fuhren in München während des ersten Lockdowns im Frühjahr nahezu vollständig. Damit sich niemand in übervolle Züge und Bahnen quetschen musste, nahm die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die hohen Einnahmeverluste in Kauf. Der zweite Lockdown ist in den Prognosezahlen noch nicht einmal enthalten.

Auch 2021 muss die MVG mit hohen Verlusten rechnen

Die Richtlinie "Corona-Beihilfe ÖPNV Bayern" sieht einen Ausgleich von bis zu 90 Prozent des Schadens vor. Wie die SPD/Volt erfahren hat, hat die MVG bereits Anfang September eine Abschlagszahlung in Höhe von 58,6 Millionen Euro erhalten. Insgesamt geht der Verkehrsbetrieb von einem Ausgleich zwischen 130 und 155 Millionen Euro aus.

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Doch die MVG muss auch im kommenden Jahr noch mit hohen Verlusten rechnen. Immerhin hat der zweite Lockdown gerade erst begonnen. Die SPD/Volt fordert deshalb jetzt in einem Stadtratsantrag den Freistaat dazu auf, das Minus auch in den Folgejahren auszugleichen. "Eine Aufrechterhaltung des breiten ÖPNV-Angebots ist gerade in Pandemie-Zeiten unumgänglich", steht als Begründung in dem Antrag.

MVG nach eigenen Angaben auf Rettungsschirm angewiesen

Stadtrat Christian Köning (SPD) sagt dazu: "Besonders in Krisenzeiten ist es wichtig, dass die MVG als öffentliche Dienstleistung und auch nach sozialen Gesichtspunkten betrieben werden kann. Wir sind fest entschlossen, trotz der finanziellen Krise aufgrund der Corona-Pandemie in den ÖPNV zu investieren und damit die Verkehrswende zu gestalten."

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Die MVG sagt auf Anfrage der AZ, dass sie auf den Rettungsschirm von Land und Bund angewiesen sei, "um über die Runden zu kommen". Gleichwohl verbleibe ein Selbstbehalt in Höhe von zehn Prozent - und damit allein für das Jahr 2020 ein Fehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe bei der MVG.

Zu den zu erwartenden Einbrüchen 2021 sagt ein MVG-Sprecher: "Wie das dann finanziert werden soll, ist noch offen. Wir müssen den Gürtel daher enger schnallen."

MVG: Zahl der Fahrgäste ging im ersten Lockdown massiv zurück

Im ersten Lockdown im Frühjahr hatte die MVG einen Fahrgastrückgang um 80 Prozent auf nur noch 20 Prozent. Nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen ist die Zahl kontinuierlich wieder angestiegen - auf rund 70 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau.

Sicher ist: Die Münchner Verkehrsmittel werden auch trotz des Lockdowns und der daraus folgenden Einschränkungen weiterhin zuverlässig fahren. Das zumindest hatte die MVG bereits vergangene Woche mitgeteilt.

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