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Nach Querdenker-Gottesdienst: Herrmann kündigt konsequente Regel-Kontrolle an

Um die Auflagen zu umgehen, wurde die Querdenker-Demo am Sonntag spontan zum Gottesdienst umgewandelt. Münchens OB Reiter hat dafür kein Verständnis, auch Innenminister Herrmann meldet sich zu Wort.
| AZ/dpa
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Demonstranten am Sonntag auf der Theresienwiese - sie feierten kurzerhand einen "Gottesdienst".
Demonstranten am Sonntag auf der Theresienwiese - sie feierten kurzerhand einen "Gottesdienst". © iko

München - Nach einer zum Gottesdienst erklärten Protestversammlung gegen die verschärften Corona-Vorschriften hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) strenge Kontrollen angekündigt. "In Zukunft werden Polizei und Versammlungsbehörden solche Ablenkungsmanöver von Beginn an unterbinden", sagte Herrmann der "Bild"-Zeitung.

Die Einhaltung der Infektionsschutz-Verordnung habe "oberste Priorität und wird durch die Polizei zusammen mit den weiteren zuständigen Behörden konsequent überwacht". Auf der Münchner Theresienwiese hatten am Sonntag fast 2.000 Menschen gegen den neuen Teil-Lockdown protestiert.

Der Veranstalter hatte die Versammlung zu einem Gottesdienst erklärt. Die Polizei brach die Veranstaltung ab, "als sich die Veranstaltung immer stärker in die Zielrichtung eines Konzerts entwickelte". Herrmann sagte, der Einsatz auf der Theresienwiese werde behördenintern eingehend nachbereitet.

Erlaubt waren eigentlich nur 1.000 Personen, doch die Querdenker-Demonstration wurde am Sonntag kurzerhand zum Gottesdienst deklariert. So konnten letztlich mehr Menschen auf der Theresienwiese demonstrieren als erlaubt - Abstand und das Maskengebot wurden oft nicht eingehalten.

Das sorgte nicht nur am Sonntagabend für viel Ärger und Unverständnis, da der Demo-"Gottesdienst" an Allerheiligen stattfand - für viele gläubige Katholiken ein wichtiger Feiertag. Am Montag äußerte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) - und kritisierte die Aktion ebenfalls. "Es ist entlarvend, wie schamlos ausgerechnet angebliche Verteidiger der Grundrechte das Grundrecht auf Religionsfreiheit missbrauchen, um Demonstrations-Auflagen auszuhebeln", so Reiter.

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Klingan spricht von "Instrumentalisierung kirchlicher Formate"

"Auflagen, die zum Schutz der Gesundheit - also dem Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit - der Münchnerinnen und Münchner verhängt wurden und von unabhängigen Gerichten ausdrücklich bestätigt worden sind", so das Stadtoberhaupt weiter.

Der Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Christoph Klingan, sagte der "Bild"-Zeitung: "Unsere Antworten als Kirche sind nicht Verschwörungstheorien, Schwarz-Weiß-Denken oder eine Instrumentalisierung von kirchlichen 'Formaten‘ für politische Zwecke. Unsere Antwort ist Gebet, Solidarität und schlicht verantwortungsvolles Handeln."

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