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Corona-Gegner sagen Demozug durch München ab - protestiert wird aber wohl trotzdem

Die Gegner der Corona-Maßnahmen haben ihren geplanten Demozug mit mehreren Tausend Teilnehmern abgesagt - ein Ende des Protests bedeutet das allerdings nicht. Die Münchner Polizei ist gewappnet.
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Maßnahmen-Gegner beim Protest am vergangenen Mittwoch.
Maßnahmen-Gegner beim Protest am vergangenen Mittwoch. © Daniel von Loeper

München - Seit mehreren Wochen protestieren Gegner der Corona-Maßnahmen in der Münchner Innenstadt. Während einige der unangemeldeten und nicht genehmigten Versammlungen teils chaotisch verliefen, hatte die Polizei die Situation in der vergangenen Woche  weitgehend unter Kontrolle.

Auch deshalb wird sich im Hinblick auf das Demo-Geschehen an diesem Mittwoch am Einsatzkonzept der Polizei nicht viel ändern. Wie bereits in der Vorwoche wird auch diesmal wieder ein Polizeihubschrauber im Einsatz sein, um die Lage aus der Luft zu beobachten. Zudem plant die Polizei, erneut rund 1.000 Beamte einzusetzen. Auch diesen Mittwoch werden sie wieder von der Bundespolizei unterstützt, die hauptsächlich an Bahnhöfen und Haltestellen im Einsatz sein wird.

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Maßnahmen-Gegner sagen Demozug in München ab

Was am Mittwochabend genau auf die Beamten zukommen wird, ist derweil noch unklar: Die Initiative "München steht auf" hat ihren Demozug in der Innenstadt mit 3.000 Teilnehmern mittlerweile offiziell abgesagt. Wohl auch, weil das KVR diese - sich fortbewegende - Versammlung erneut nicht erlaubt hätte. Stattdessen verlegten die Verantwortlichen die Veranstaltung auf die Theresienwiese - mit fünf Teilnehmern.

Weil möglicherweise auch mehr als fünf Personen zur Versammlung kommen könnten, muss die Polizei nun etliche Beamte dafür abstellen. So entsteht eine Art Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und Corona-Skeptikern.

Der Demozug wurde abgesagt. Stattdessen plant die Initiative nun eine stationäre Versammlung an der Theresienwiese mit fünf Teilnehmern.
Der Demozug wurde abgesagt. Stattdessen plant die Initiative nun eine stationäre Versammlung an der Theresienwiese mit fünf Teilnehmern. © AZ-Screenshot

Vieles deutet nun darauf hin, dass sich die Maßnahmen-Gegner erneut für sogenannte "spontane Corona-Spaziergänge" entscheiden werden, die laut Allgemeinverfügung der Stadt allerdings untersagt sind - auch für diesen Mittwoch. Statt einer großen Versammlung könnten sie am Abend also erneut etliche Kleingruppen bilden, die dann kreuz und quer durch die Innenstadt ziehen und es so der Polizei schwer machen wollen.

Mehrere kleine Corona-Proteste zum Wochenstart

Bereits zum Wochenstart kam es in München, dem Landkreis und dem Umland zu kleineren Versammlungen von Corona-Skeptikern, Impfgegnern, Querdenkern und Verschwörungstheoretikern. Im Internet wurde zu den sogenannten "Montagsspaziergängen" aufgerufen.

Am Montagabend zogen rund 70 Personen vom Odeons- zum Marienplatz. Bereits nach wenigen Minuten zerstreute sich die Gruppe allerdings, sodass die Teilnehmer nicht mehr von den Passanten in der Fußgängerzone zu unterscheiden waren.

Polizisten kontrollieren am Montagabend eine Passantin in der Fußgängerzone.
Polizisten kontrollieren am Montagabend eine Passantin in der Fußgängerzone. © Peter Kneffel/dpa

Dennoch wurden im Rahmen des Einsatzes in 25 Fällen die Identitäten festgestellt, 25 Platzverweise erteilt und zwei Strafanzeigen - wegen Beleidigung und eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz - erstellt.

In Pasing zog eine Gruppe von circa 50 Personen durch den Ortskern. "Bei den Teilnehmern wurden unter Verweis auf die Allgemeinverfügung bei 44 Personen die Identitäten festgestellt und die Verstöße angezeigt", teilt die Polizei mit. Dabei leisteten zwei Personen Widerstand, auch dafür gab es in der Folge eine Anzeige.

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Corona-Demos im Münchner Umland mit teilweise bis zu 300 Teilnehmern

In mehreren Gemeinden des Landkreises München konnte die Polizei am Abend größere Personengruppen feststellen, die durch die Ortschaften zogen und teilweise Grablichter trugen. In Unterhaching waren es beispielsweise 170 Personen, in Ottobrunn 130. Die Versammlungen wurden zuvor nicht angemeldet, zudem gab es keinen erkennbaren Versammlungsleiter. Es gab mehrere Anzeigen wegen Verstößen nach dem Versammlungsgesetz. Ansonsten verliefen die Versammlungen laut Polizei störungsfrei.

Auch in mehreren Gemeinden im weiteren Münchner Umland kam es am Montagabend zu Corona-Protesten mit teilweise bis zu 300 Teilnehmern. Unter anderem in Freising, Grafing, Germering und Gilching. 

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