Bunter Papst-Gruß: Pfarrer Schießler hisst Regenbogenfahne an Kirche

Mutig und modern: Der Münchner Pfarrer Schießler setzt an der katholischen Kirche ein Zeichen für Homosexuelle. Ärger befürchtet er keinen.
| Kimberly Hagen
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Bunter Protest-Gruß an den Papst: Die Regenbogenfahne hängt als Zeichen am Turm von St. Maximilian.
Bunter Protest-Gruß an den Papst: Die Regenbogenfahne hängt als Zeichen am Turm von St. Maximilian. © dpa. kim

Er ist der Popstar unter den Pfarrern in München: Rainer Maria Schießler (60) ist bekannt (und beliebt!) wie ein bunter Hund - manch einem auch zu bunt.

Nach Segen-Verbot für Homosexuelle: Pfarrer Schießler hisst Regenbogenfahne

Schließlich macht er vieles anders, unangepasster, lauter, schriller. Nicht nur, dass er Zamperl und Schildkröten - und gerade sogar das Ostergewürz von Promi-Koch Alfons Schuhbeck gesegnet hat, er hat auch eine klare Meinung, wie die katholische Kirche mit dem Thema Homosexualität umgehen sollte. Nämlich: aufgeschlossen und tolerant.

Sankt Maximilian: Regenbogenfahne an Kirche in München

Umso herber war für ihn der kürzlich erfolgte Rückschlag - das Segnungsverbot für Homosexuelle aus dem Vatikan (AZ berichtete) traf auch Schießler sehr. So sehr, dass er nun Flagge zeigt.

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Als Pfarrer von Sankt Maximilian im Glockenbachviertel, die aktuell wegen Asbest-Arbeiten geschlossen ist, hat er nicht nur viele homosexuelle Paare gesegnet, er setzt sich auch seit Jahren für ihre Rechte ein.

Jetzt geht Schießler einen Schritt weiter: Am Kirchturm von St. Maximilian hängt seit einigen Tagen eine große Regenbogenfahne, die fröhlich-bunt im Münchner Frühlingswind tänzelt und auf Instagram längst zum Foto-Star geworden ist. Die Regenbogenfahne soll ein Symbol für lesbischen und schwulen Stolz darstellen - und die Vielfalt dieser Lebensweise ausdrücken.

Also: Ein bunter Protest-Gruß an den Papst?

Pfarrer Schießler zur AZ: "Ich habe auch homosexuelle Mitarbeiter - als die mich fragten, ob sie die Fahne an der Kirche befestigen dürfen, sagte ich sofort Ja. Da bin ich gern dabei, um ein klares Zeichen zu setzen. Ich finde, das Segnungsverbot aus Rom kommt zu einer absoluten Unzeit. Als ob das, inmitten einer weltweiten Pandemie mit unendlich vielen Problemen, das Hauptproblem wäre. Keine Ahnung, was den Vatikan da geritten hat."

Außerdem, so Schießler, sei der Regenbogen "ein Zeichen einer modernen Arche Noah". In seinen Augen sollte die Kirche "ein Zufluchtsort für alle Menschen" sein. Hat er Angst vor Ärger wegen seines mutig-modernen Schritts? "Nö, dann müsste ich dauernd Angst haben. Dass es mal Ärger gibt, nehme ich gerne in Kauf. Da am Wochenende die Heilige Woche beginnt, werde ich die Fahne in dieser Zeit abhängen. Das Signal würde in der Osterzeit nur verpuffen. Danach hänge ich sie gerne wieder auf."

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