Bürger sollen "Isarphilharmonie" mitfinanzieren

Wenn es nach Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) geht, sollen die Bürger den neuen Konzertsaal „Isarphilharmonie“ mitfinanzieren.
| dapd
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Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP).
Gregor Feindt Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Wenn es nach Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) geht, sollen die Bürger den neuen Konzertsaal „Isarphilharmonie“ mitfinanzieren: ein Fünftel der Gelder soll von privaten Sponsoren kommen. 

München - Private Sponsoren sollen nach dem Willen von Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) München zu einem neuen Konzertsaal verhelfen. Er denke an Zuschüsse vonseiten der Bürger „in der Hausgröße 20 Prozent“, sagte Heubisch am Freitag im Münchner Presseclub.

Während die Freien Wähler im Landtag den Vorstoß begrüßten, kam Kritik aus der SPD-Fraktion. Der Bau eines neuen Konzertsaals wird in München seit Längerem diskutiert. Heubisch sagte, er sei sich mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) einig über die Notwendigkeit. Man müsse über einen neuen Saal nachdenken, „wenn wir den Anspruch haben, München muss international mitspielen“. Die bayerische Landeshauptstadt müsse sich mit diesem „weiteren Leuchtturm“ weiter „als Spitzenstandort“ behaupten. Heubisch verwies auf „die Konkurrenz zum Beispiel mit der Bundeshauptstadt und international“. 

Kooperation mit dem Deutschen Museum

Zu den Kosten für den Konzertsaal konnte der Minister keine Schätzung abgeben. Er bekräftigte jedoch: „Ohne das Engagement der Bürger wird das nicht über die Bühne gehen“. Private Mittel müssten „dabei sein, und zwar ganz erheblich.“ Eine Machbarkeitsstudie soll laut Heubisch bis Jahresende vorliegen. Zum Standort stellte Heubisch klar: „Ich präferiere das Deutsche Museum.“ Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werde derzeit untersucht, ob ein mindestens 1.800 Plätze umfassender Saal in den Kongresssaal des Deutschen Museums integriert werden kann oder ob an seiner Stelle ein Neubau entstehen könnte.

Der mögliche Standort auf der Museumsinsel brachte dem geplanten Konzertsaal den Namen „Isarphilharmonie“ ein. Heubisch erläuterte, er plane eine Kooperation mit dem Museum. Das „Zusammenspiel“ von Musik und Naturwissenschaften „interessiert uns“.

SPD: Heubisch will Studie „mit aller Gewalt durchboxen“

Der kulturpolitische Sprecher der Freien Wähler, Michael Piazolo, lobte Heubischs Idee der Bürgerbeteiligung. Jedoch müsse diese noch weiter gehen als vom Minister angedacht. Zudem dürfe man sich bei der Standortfrage „nicht auf die Museumsinsel konzentrieren, sondern die Machbarkeitsstudie auf andere Standorte ausweiten und die Planungen in enger Absprache mit der Stadt München und dem Gasteig vorantreiben“.

Die kulturpolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Isabell Zacharias, kritisierte die Machbarkeitsstudie als „Steuerverschwendung auf höchstem Niveau“. Es sei „absurd“, dass Heubisch „mit aller Gewalt“ die Studie „durchboxen“ wolle, während sich schon vor Monaten das Kuratorium des Deutschen Museums absolut dagegen ausgesprochen habe, auf dem Gelände des Deutschen Museums den Konzertsaal überhaupt zuzulassen. 

 

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