Böllernde Löwen-Fans am Maximilianeum: Landtag stellt Strafanzeige

Die Böller-Aktion einiger Löwen-Fans am Maximilianeum könnte nun Konsequenzen haben: Der Bayerische Landtag hat Strafanzeige gestellt. Auch der TSV 1860 selbst hat mittlerweile Stellung bezogen.
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Nächtlicher Blick auf den Bayerischen Landtag. (Archivbild)
Nächtlicher Blick auf den Bayerischen Landtag. (Archivbild) © Felix Hörhager/dpa

München - Nach der Böller-Aktion einiger Löwen-Fans am Maximilianeum hat der Bayerische Landtag nun Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt – das teilte eine Sprecherin am Mittwoch auf AZ-Anfrage mit.

Der Vorfall hatte sich am Abend des 30. Dezember ereignet. Rund 50 Anhänger der Sechzger zündeten direkt am Landtag mehrere Böller sowie Pyrotechnik. Acht Streifenwagen waren im Einsatz, die Polizei ermittelt – unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Böllerverbot sowie die Einhaltung der Corona-Auflagen.

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"Fußballfans haben sich regelrecht ins Abseits geschossen"

"Es ist unsäglich, das Maximilianeum und damit den Sitz des Bayerischen Landtags als Kulisse für ein solches Böllerspektakel zu missbrauchen", sagte Matthias Alert, der stellvertretende Landtagsdirektor, auf AZ-Nachfrage. Das von der Stadt erlassene Böllerverbot galt aus gutem Grund auch im Bereich des Landtags, so Alert weiter. "Mit diesem absolut verantwortungslosen Verhalten haben sich diese Fußballfans regelrecht ins Abseits geschossen."

Sicherheitsbedingte Konsequenzen wird der Vorfall wohl vorerst nicht haben, zumal der Landtag ohnehin bereits gut geschützt werde, wie die Landtags-Sprecherin mitteilte. "Die Bayerische Polizei ist sensibilisiert, um den besonderen Schutz des Parlaments sicherzustellen. Daher wird beispielsweise jede angemeldete Versammlung in der Nähe des Maximilianeums im Rahmen der sog. Lage- bzw. Gefahreneinschätzung im Einzelfall geprüft."

Die Sicherheitsmaßnahmen werden regelmäßig geprüft und gegebenenfalls auf neue Situationen angepasst, heißt es. Gleichzeitig wolle der Landtag aber auch ein offenes Haus für die Bürger bleiben. "Unser Parlament im Herzen der Stadt soll keine unzugängliche Festung werden. Denn Parlamente sind Volksvertretungen und müssen offene Orte sein und bleiben", erklärte Alert.

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Böller am Landtag: Das sagt Sport-Geschäftsführer Gorenzel

Auch der TSV 1860 hat auf den Böller-Vorfall kurz vor dem Jahreswechsel reagiert. "Ich kann immer nur an alle Fans und unsere gesamte Löwen-Familie appellieren, sich an Regeln und Vorschriften zu halten", sagte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel am Mittwoch im Trainingslager in Belek. "Ich kann nur einen Appell an sie richten, wie auch an die Spieler: Wenn sie zum Training spät dran sind, sollen sie auch nicht mit 80 km/h die Grünwalder Straße runter brettern."

Bei einem Spaziergang in der Nähe des Landtags war zum Zeitpunkt des Feuerwerks ein Hund aus Panik ausgerissen, Stunden später lief er über die Autobahn und wurde überfahren. "Es tut mir irrsinnig leid, dass dabei ein Hund gestorben ist, für den Hund und für den Besitzer", sagte Gorenzel dazu. Er habe eine ähnliche Situation zuhause: Denn sein Sohn sei ein "Feuerwerksfreak", habe gleichzeitig jedoch auch einen Hund daheim. "Ein schwieriges Thema, Feuerwerk und Tiere zusammenzubringen."

Gleichzeitig nimmt Gorenzel die Fans des Vereins, die er als "Faustpfand von 1860" bezeichnete, aber auch in Schutz. Gerade ein Traditionsverein wie 1860 lebe stark von der Fankultur. Er wehre sich dagegen, alle Fans "in einen Topf zu werfen und zu verteufeln".

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