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Beim Starkbieranstich lässt Giesinger-Bräu-Chef eine Bombe platzen

Am Donnerstagabend fand der traditionelle Anstich beim Starkbierfest von Giesinger Bräu statt. Vor rund 1000 Gästen machte Brauerei-Chef Marx eine Ankündigung mit Signalwirkung.
André Wagner,
Niclas Vaccalluzzo
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Will so schnell wie möglich auf die Wiesn: Brauereichef Steffen Marx. hat nun ein Bürgerbegehren gestartet. (Archivbild)
Will so schnell wie möglich auf die Wiesn: Brauereichef Steffen Marx. hat nun ein Bürgerbegehren gestartet. (Archivbild) © Lukas Barth/dpa

Mit dem traditionellen Anstich wurde am Donnerstagabend im WERK2 das Starkbierfest von Giesinger Bräu eröffnet. Etwa 1000 Gäste wurden Zeuge, wie CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner das erste Fass anzapfte. Eigentlich sollte an diesem Abend das Starkbier "Innovator" (7,3 Volumenprozent Alkohol) im Mittelpunkt stehen, aber im Beisein von Baumgärtner, Grünen-Politiker Sebastian Weisenburger und Lars Mentrup von der SPD ließ Brauerei-Chef Steffen Marx eine Bombe platzen. 

Giesinger Bräu startet Bürgerbegehren

Giesinger Bräu wird ein Bürgerbegehren starten, welches zum Ziel hat, einen Bürgerentscheid über die Zulassung der Brauerei zur Wiesn zu erzwingen. "Bist Du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?" las Marx den Gästen vor. Anzukreuzen sei mit Ja oder Nein.

Bisher wird auf dem Oktoberfest nur Bier der sechs Münchner Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten ausgeschenkt. Bedingung, um seinen Gerstensaft auf dem größten Volksfest der Welt auszuschenken, ist, dass das Bier innerhalb der Stadtgrenzen nach dem Münchner Reinheitsgebot von 1487 gebraut wird und dabei Münchner Quellwasser aus dem eigenen Tiefbrunnen verwendet wird. Alles Kriterien, welche Giesinger Bräu, welches 2026 sein 20-jähriges Jubiläum feiert, erfüllt.

"Zwischen 30.000 und 40.000 Stimmen würden dafür benötigt"

"Wir sind eine Münchner Brauerei – mit eigenem Tiefbrunnen, mit dem Siegel "Münchner Bier" und mit klarer Verwurzelung in dieser Stadt", so Gründer und Brauerei-Chef Marx. "Wenn auf der Wiesn ausschließlich Münchner Bier ausgeschenkt wird, dann sollte die Frage erlaubt sein, warum eine Münchner Brauerei dort nicht vertreten sein darf. Genau darüber sollen die Bürger und Bürgerinnen entscheiden", begründet Marx seinen Vorstoß mit dem Bürgerbegehren.

Beim Starkbierfest gab Brauerei-Chef Steffen Marx bekannt, dass man ein Bürgerbegehren gestartet hat, um auf die Wiesn zu kommen.
Beim Starkbierfest gab Brauerei-Chef Steffen Marx bekannt, dass man ein Bürgerbegehren gestartet hat, um auf die Wiesn zu kommen. © Niclas Vaccalluzzo

OB-Kandidat Baumgärtner hat schon unterschrieben

Damit sich der Stadtrat mit dem Anliegen befassen muss, ist in München, laut Giesinger Bräu, ein gesetzlich festgelegtes Quorum von drei Prozent der Wahlberechtigten notwendig. "Zwischen 30.000 und 40.000 Stimmen würden dafür benötigt", sagte der Brauereichef. "Ich denke, das sollten wir hinbekommen." 

Und mit dem Sammeln wurde bereits am Donnerstagabend im WERK2 begonnen, wo Unterstützer in einem Buch ihre Unterschriften leisten konnten. Baumgärtner, der in der Vergangenheit eher als Kritiker einer siebten Brauerei auf der Wiesn galt,  Weisenburger und Mentrup haben noch auf der Bühne des Starkbierfestes unterschrieben.

Ziel ist ein kleines oder mittleres Zelt

In einem ersten Schritt will Marx, sollte es zu einem erfolgreichen Bürgerentscheid kommen, die Wiesn erst einmal beliefern, also zunächst kein Wiesn-Wirt werden, sagt er der AZ. "Und dann ist vielleicht der ein oder andere Wirt dabei, der Geschichte schreiben will und als erster Giesinger Bräu auf die Wiesn bringt." Ziel sei ein kleines oder mittleres Zelt. Dazu fähig sei die Brauerei, sagt Marx klar und deutlich. Es gebe auch schon drei, vier Interessenten.

"Es gebe keinen geregelten Prozess dafür, auf die Wiesn zu kommen", sagt Marx. Daher sei das Bürgerbegehren jetzt ein Hebel, um Aufmerksamkeit von der Stadt zu bekommen. Marx ist zuversichtlich, dass es erfolgreich ist. "Im Sommer zu unserer Geburtstagsparty werden wir verkünden, dass wir das Quorum von 30 bis 40.000 erreicht haben", zeigt sich der Giesinger-Chef zuversichtlich.

"Es geht nicht um Konfrontation, sondern um Fairness"

"Es geht nicht um Konfrontation, sondern um Fairness und um die Frage, wie sich Tradition weiterentwickeln darf", so Jonas Seidl, Geschäftsführer von Giesinger Bräu. "Die Wiesn ist Münchner Identität. Deshalb sollte die Münchner Stadtgesellschaft auch mitentscheiden dürfen, ob neben den bisherigen Brauereien künftig eine weitere Brauerei zugelassen wird."

Unterschriftenlisten können ab sofort online heruntergeladen werden. Zudem liegen sie in der Schenke, an beiden Rampen, in den Stehausschänken Augustenstraße und Oberländer Straße, im Bräustüberl in der Martin-Luther-Straße 2 sowie im WERK2 in der Detmoldstraße 40 aus. Ausgefüllte Listen können an diesen Stellen auch wieder abgegeben werden.

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  • Der King vor 10 Minuten / Bewertung:

    Ein weiteres Zelt auf dem Oktoberfest erscheint nicht notwendig. Das Oktoberfest hat seinen ursprünglichen Charme eingebüßt und konzentriert sich zunehmend auf den Alkoholkonsum. Das authentische Münchner Flair ist dabei verloren gegangen.

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  • Guruji vor 54 Minuten / Bewertung:

    Ich bin dafür kleineren Brauereien, aus München, eine Chance zu geben, ist nur fair. David gegen Goliath.

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  • Rigobert vor einer Stunde / Bewertung:

    Giesinger Bräu ist keine Traditionsbrauerei, also kein Zelt auf der Wies'n.

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