Wehmut zum Auftakt: 69. Berlinale gestartet

«Mann mit rotem Schal, wir sind nur wegen dir hier» - Anke Engelke findet bei der Berlinale-Eröffnung passende Worte, schließlich ist es die letzte mit Festivaldirektor Dieter Kosslick. Auch andere Prominente fühlen bei so viel Abschiedsstimmung Wehmut.
| dpa
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Eine Umarmung zum Schluss der Eröffnungs-Gala: Juliette Binoche und Dieter Kosslick.
Kay Nietfeld/dpa 13 Eine Umarmung zum Schluss der Eröffnungs-Gala: Juliette Binoche und Dieter Kosslick.
Anke Engelke und Max Raabe bringen Dieter Kosslick ein Ständchen.
Kay Nietfeld/dpa 13 Anke Engelke und Max Raabe bringen Dieter Kosslick ein Ständchen.
Für Dieter Kosslick erhob sich das Publikum im Saal von den Sitzen und spendete begeisterten Applaus.
Kay Nietfeld/dpa 13 Für Dieter Kosslick erhob sich das Publikum im Saal von den Sitzen und spendete begeisterten Applaus.
Andie MacDowell rauscht über den roten Teppich.
Jens Kalaene/dpa 13 Andie MacDowell rauscht über den roten Teppich.
Ganz innig: Heiko Maas und Natalia Wörner.
Kay Nietfeld/dpa 13 Ganz innig: Heiko Maas und Natalia Wörner.
Model Toni Garrn wirft sich in Pose.
Jens Kalaene/dpa 13 Model Toni Garrn wirft sich in Pose.
Bill Nighy hat den ganzen Tag über Autogramme geschrieben und Fotos gemacht. Der britische Schauspieler spielt im Eröffnungsfilm "The Kindness of Strangers" den Besitzer eines russischen Restaurants.
Bernd von Jutrczenka/dpa 13 Bill Nighy hat den ganzen Tag über Autogramme geschrieben und Fotos gemacht. Der britische Schauspieler spielt im Eröffnungsfilm "The Kindness of Strangers" den Besitzer eines russischen Restaurants.
Alle wollen ein
Iris Berben gehörte zu den ersten Gästen auf dem roten Teppich. Foto: Kay Nietfeld/dpa 13 Alle wollen ein
Auf dem roten Teppich in Berlin: Iris Berben (v.l.), Andie MacDowell und Heike Makatsch.
Jens Kalaene/dpa 13 Auf dem roten Teppich in Berlin: Iris Berben (v.l.), Andie MacDowell und Heike Makatsch.
Marius Müller-Westernhagen mit Frau Lindiwe Suttle kommen zur Eröffnungsgala.
Gregor Fischer/dpa 13 Marius Müller-Westernhagen mit Frau Lindiwe Suttle kommen zur Eröffnungsgala.
Sibel Kekilli schreibt Autogramme.
Christoph Soeder/dpa 13 Sibel Kekilli schreibt Autogramme.
Im Fokus der Fotografen: Die Jury der diesjährigen Berlinale.
Bernd von Jutrczenka/dpa 13 Im Fokus der Fotografen: Die Jury der diesjährigen Berlinale.
Am meisten wird er die Fans vermissen, sagte Dieter Kosslick vor der Eröffnungsgala.
Kay Nietfeld/dpa 13 Am meisten wird er die Fans vermissen, sagte Dieter Kosslick vor der Eröffnungsgala.

Berlin - Die letzte Berlinale mit Festivaldirektor Dieter Kosslick ist gestartet. Bei der feierlichen Gala im Festivalpalast am Potsdamer Platz ehrten die zahlreichen Prominenten am Donnerstagabend die Arbeit des 70-Jährigen, der die Filmfestspiele seit 2001 leitet.

Das schönste Kompliment komme aus den langen Reihen derer, die stundenlang vor den Ticketschaltern anstünden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Das Festival wurde am Abend mit der Premiere des Dramas "The Kindness of Strangers" der dänischen Regisseurin Lone Scherfig eröffnet. Der Wettbewerbsbeitrag erzählt die tragische Geschichte einer Mutter, die mit ihren beiden kleinen Söhnen vor ihrem gewalttätigen Mann flieht und sich mittellos in New York durchschlagen muss. "The Kindness of Strangers" ist der erste von 17 Filmen, die im diesjährigen Wettbewerb um die Hauptpreise konkurrieren.

Die Gala wurde gewohnt unterhaltsam von der Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke moderiert. Mit ihrem bekannten Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch amüsierte sie die Premierengäste wie Fatih Akin, Iris Berben, Andie MacDowell, Wim Wenders, Heike Makatsch, Marius Müller-Westernhagen und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Natalia Wörner kam. Das letzte Jahr sei so schnell vorbeigegangen, sagte Engelke - "acht neue Star-Wars-Filme", "zwölf Rücktritte von Seehofer".

Im Mittelpunkt des Abends stand aber auch der Abschied von Kosslick. "Mann mit rotem Schal, wir sind nur wegen dir hier", sang Engelke im Eröffnungsduett mit Max Raabe. Für den Sänger Marius Müller-Westernhagen war es ebenfalls ein wehmütiger Abend. "Es geht so eine Ära zu Ende in Berlin."

Die Stadt sei für ihn immer durch zwei prägnante Persönlichkeiten repräsentiert worden: den früheren Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kosslick als Gesicht der Berlinale. Auch Iris Berben würdigte den Festivalleiter. Kosslick habe es geschafft, die Berlinale "aus dem Tiefschlaf" zu wecken, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Er habe auch dem deutschen Film wieder eine Plattform gegeben.

Und Kosslick selbst? Der 70-Jährige gab sich wie stets fröhlich. Ob er schon Wehmut spüre? "Wehmut kommt in zehn Tagen. Wenn wir dasselbe nochmal machen zum Schluss", sagte er vor Beginn der Gala in einem Fernsehinterview, bei dem er wie gewohnt mit Hut und rotem Schal auf dem roten Teppich stand. Momentan sei er einfach nur gespannt. "Nee nee, noch kein Wehmut." Nach seinen vielen Jahren als Festivaldirektor würde er sagen: Mission erfüllt. "Es hat alles gut geklappt." Es gehe darum, den Leuten Lust zu machen, ins Kino zu gehen.

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