Zukunft des Bayern-Trainers Felix Magath: Deshalb hat Niko Kovac keine Rückendeckung

Ist Niko Kovac auch in der kommenden Saison noch Trainer des FC Bayern? Ex-Meistermacher Felix Magath findet: "Ein Trainer ist immer nur so stark, wie die Vereinsführung ihn macht." Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, Peter Steffen/dpa

Niko Kovac fehlt beim FC Bayern jeglicher Rückhalt - jetzt springt ihm ein früherer Meistermacher der Münchner zur Seite. Wo Felix Magath die Ursachen der Debatte sieht.

 

München - Beim FC Bayern geht es dieser Tage vor allem darum, was nicht gesagt wird: Und so müssen sie sich beim deutschen Rekordmeister Kritik aus verschiedenenen Richtungen gefallen lassen. Hintergrund ist eine Trainerdiskussion, die Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge losgetreten und zuletzt wieder befeuert hatte.

Nach dem 0:0 der Bayern in Leipzig bekam Rummenigge die Chance, das Missverständnis um die nicht erteilte Jobgarantie für Niko Kovac auszuräumen - und er nutzte sie nicht: "Ich bin kein Freund dieser Garantien und auch nicht davon, die Spieler und den Trainer nur zu loben." Er habe festgestellt, dass das manchmal "mit Bequemlichkeit" bezahlt werde, und das sei bei Bayern München "nicht der richtige Weg".

FC Bayern: Wer steht eigentlich zu Niko Kovac?

Verrückt: Die Bayern können am Samstag gegen Ex-Klub Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, live bei Sky und im AZ-Liveticker) die siebte Meisterschaft in Folge unter Dach und Fach bringen. Und er kann am 25. Mai in Berlin gegen RB Leipzig den DFB-Pokal holen, und damit womöglich das Double.

Aber der Rückhalt für Kovac - Vertrag bis 2021 - fehlt: Präsident Uli Hoeneß sagte zuletzt nie, dass der Trainer definitiv bleiben werde. Von der Mannschaft wird Kovac vor allem ein fehlendes Offensiv-Konzept vorgeworfen.

Felix Magath kennt Kovacs Lage aus eigener Erfahrung

Das Münchner Geeiere - auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic ließ den Kroaten bei seinem Auftritt im ZDF-Sportstudio im Regen stehen - bringt Bayerns früheren Meistermacher Felix Magath mächtig auf die Palme. Der 65-Jährige macht vor allem einen Fakt als Hauptgrund solcher Debatten aus. Der "Bild"-Zeitung sagt er: "Ein Trainer ist immer nur so stark, wie die Vereinsführung ihn macht. Es ist nicht nur beim FC Bayern so, sondern inzwischen bei fast allen Vereinen: Trainer werden nicht gestützt, die Spieler sind viel zu mächtig geworden."

Magath weiß nur zu genau, wovon er spricht: Er selbst wurde im Januar 2007 beim FC Bayern gefeuert. Er sagt: "Bei mir hat sich das in der dritten Saison aufgebaut, nach zwei Double-Siegen in Folge. Es wurden Entscheidungen getroffen, über die ich nicht informiert wurde, so dass ich keinen Einfluss auf die Kader-Zusammenstellung hatte. In dem Punkt war Kovacs Situation vor dieser Saison ähnlich."

Mindestens eine Hoffnung hat Niko Kovac noch: Einen-Double-Trainer hat der FC Bayern bis dato noch nicht direkt gefeuert.

 

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