Zu Gast bei OB Reiter Prominente Fürsprecher wollen Gabriel-Kino retten

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Till Hofmann (l.) und Marcus H. Rosenmüller machen sich für den Erhalt des Gabriel-Kinos stark. Foto: min, Armin Weigel, Andreas Gebert/dpa

Marcus H. Rosenmüller und Till Hofmann waren bei Oberbürgermeister Dieter Reiter, um über einen Weiterbetrieb des Gabriel-Kinos zu sprechen.

 

Maxvorstadt - Aus is’ und gar is’ und schad’ is’, dass’s wahr is’? Nein, nicht mit Gastronom und Kleinkunstkönig Till Hofmann, der noch nie gut darin war, Dinge als gegeben zu akzeptieren und sich seit Jahren in der Stadt engagiert. Mit seinem Spezl Marcus H. "Rosi" Rosenmüller war Hoffmann bei OB Dieter Reiter (SPD), um für einen Weiterbetrieb des Gabriel-Kinos zu werben.

Das älteste Kino Münchens schließt (wahrscheinlich) schon im Sommer. Die Betreiberfamilie will das vierstöckige Gebäude mit dem Kino im Erdgeschoss verkaufen. Am Dienstag hatte die SPD beantragt, dass die Stadt das Gebäude an der Dachauer Straße im Bahnhofsviertel kaufen soll. Die Wohnungen über dem Kino sollen laut Idee der SPD durch die städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu Mietspiegelpreisen vermietet werden. Die SPD nennt in dem Stadtratsantrag auch eine Initiative, die das Kino genossenschaftlich weiterbetreiben will.

Reiter: "Das ist ein wichtiger Schritt gegen Gentrifizierung"

Jetzt wird bekannt, welch prominenten Fürsprecher es gibt: Till Hofmann (Bellevue di Monaco, Lustspielhaus) und Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt ist länger tot"). Sie waren bei Reiter, um ihn zu überzeugen, das Haus zu kaufen. Reiter selbst ist sehr angetan: "Ich freue mich, dass die SPD beantragt hat, das Filmtheater Gabriel, eines der ältesten Kinos der Welt, zu erhalten. Es ist uns wichtig, dass dieses Stück München geschützt wird, daher bin ich auch der Meinung, dass wir zudem die darüber liegenden Wohnungen erwerben und damit gerade in diesem Viertel bezahlbare Wohnungen erhalten müssen. Das ist ein wichtiger Schritt gegen Gentrifizierung."

Hofmann betont, dass weder er noch Rosenmüller das Kino betreiben werden und nur für die Idee geworben haben: "Rosi hat naturgemäß als Filmemacher ein großes Interesse, dass in seiner Stadt das älteste Kino nicht schließt und zum Beispiel von einer noch zu gründenden Kulturgenossenschaft betrieben werden könnte", sagte Hofmann. "In jedem Fall wäre es schön und richtig, wenn die Stadt tätig würde, das Haus kaufen, günstigen Wohnraum erhalten und dann den Kinobetrieb ausschreiben würde."

Hofmann hat sich eh schon wieder ein Projekt aufgeladen: Die SPD hat auch beantragt, dass Hofmanns Sozialgenossenschaft eine leere Bäckerei in der Corneliusstraße als Ausbildungsbäckerei betreiben darf.

 

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