Ziel EM-Finale 2024 Das DFB-Team der Zukunft: Die Bande für Berlin

Zukünftige Führungsfiguren im deutschen Fußball (v.l.): Timo Werner, Niklas Süle, Leon Goretzka, Marc-André ter Stegen und Joshua Kimmich. Foto: AZ-Montage: Seebauer

Von ter Stegen über Süle, Kimmich, Goretzka bis Werner: Der deutsche Fußball macht sich fit für die Zukunft – mit dem Fernziel EM-Finale 2024 in der Hauptstadt. Die AZ erklärt die neuen DFB-Säulen.

Wolfsburg - Leroy Sané sah fast schon gewöhnlich aus, als er am Dienstag auf dem Podium in Wolfsburg Platz nahm. Das 25.000-Euro-Outfit vom Vortag hatte er gegen den offiziellen DFB-Dress eingetauscht.

Graue Trainingsjacke statt weißem Lammfell-Mantel mit Farbtupfern. Und der sündhaft teure Louis-Vuitton-Rucksack fehlte auch. Laaaaaang-wei-lig, Leroy! "Es ist Geschmackssache", sagte Sané (23) zu seinem viel diskutierten Auftritt bei der Ankunft. Er habe ganz einfach "morgens in den Kleiderschrank geschaut und das ausgesucht." Sané grinste. Er wusste natürlich, dass er als bunter Eisbär ein mediales Echo hervorrufen würde. Aber so etwas stört den selbstbewussten Dribbler von Manchester City nicht.

Die neue junge DFB-Generation

Offenbar genauso wenig wie den Bundestrainer. "Es ist mir völlig egal, wie die Spieler hier ankommen", behauptete Joachim Löw. So tickt sie halt, die neue Generation, die über Löws DFB-Schicksal entscheiden wird: "Ich muss dieser jungen Mannschaft das Gefühl geben, dass ich ihr absolut vertraue." Der heutige Test gegen Serbien (20.45 Uhr/RTL) und das EM-Qualifikationsspiel in Amsterdam gegen die Niederlande am Sonntag werden erste Antworten liefern, wohin der deutsche Fußball steuert – kurz- und mittelfristig.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat bereits die Heim-EM 2024 im Blick. Es sei das Traumziel, dass der neue Mannschaftsbus irgendwann mal wieder "an einem Finalstadion vorfahren wird", sagte Bierhoff, gerne auch "in Berlin", also am Endspielort der EM 2024. Ob das realistisch ist – und welche Spieler zur Bande von Berlin zählen könnten: Die AZ gibt einen Überblick:

Manuel Neuers Tage sind gezählt

Tor: Das spannendste Duell der kommenden Monate lautet Manuel Neuer (32) gegen Marc-André ter Stegen (26): Wer steht bei der EM 2020 im Tor? Löw verspricht Barcelona-Keeper ter Stegen "auf jeden Fall Möglichkeiten" in der EM-Quali, aktuell ist Neuer aber die Nummer eins. Noch. Spätestens nach der EM 2020 dürfte aber ter Stegen befördert werden. Er ist der DFB-Keeper der Zukunft. Auch für 2024.

Süle ist der Abwehrboss

Abwehr: In der Defensive ist ein Bayern-Star gesetzt. Niklas Süle (23), inzwischen kampferprobt in der Champions League. "Ich habe von meiner Mentalität her einen weiteren Schritt gemacht dieses Jahr", sagt Süle. Für Thilo Kehrer (22) von Paris Saint-Germain, den Leverkusener Jonathan Tah (23) und Herthas Niklas Stark (23) gilt das auch. In naher Zukunft dürften Süle und Antonio Rüdiger (26/FC Chelsea) das Duo in der Innenverteidigung bilden, Gladbachs Matthias Ginter (25) ist eine Alternative. "Mit der jungen Truppe, die wir haben, werden wir eine gute Rolle bei der EM spielen können", sagt Süle – und meint damit bereits das Turnier 2020.

Kimmich neuer DFB-Kapitän?

Mittelfeld: Auch im Kreativzentrum ist weiter viel Qualität vorhanden. Ilkay Gündogan (28) und Weltmeister Toni Kroos (29) punkten mit ihrer Erfahrung, für 2024 sind sie aber wohl kein Thema mehr. Ganz anders als Joshua Kimmich (24), der in der Post-Neuer-Ära Kapitän werden könnte. Löw sieht den Bayern-Star im zentralen Mittelfeld ("Das hat sich bewährt"), auch dessen Teamkollege Leon Goretzka (24) spielt dort. "Auf dem Platz musst du erstmal unantastbar werden. Dann sehe ich mich auch in der Lage, um Führung zu übernehmen", sagt Goretzka. Ergänzt wird die Zentrale von den hochbegabten Leverkusen-Spielern Julian Brandt (22) und Kai Havertz (19) sowie Paris-Profi Julian Draxler (25). Vielversprechend!

Werner und Gnabry sollen vorne treffen

Angriff: Einen klassischen Mittelstürmer wie Miro Klose gibt es nicht, dafür ist der deutsche Angriff schnell und trickreich. "Die Typen, die mehr ins Eins-gegen-eins gehen, haben uns gefehlt", sagt Brandt. An erster Stelle ist Dortmunds Marco Reus zu nennen, mit 29 Jahren der Oldie der Offensive. Sané, Bayerns Serge Gnabry (23) und der Leipziger Timo Werner (23) haben in der Nations League bereits harmoniert. "Er hat einen großen Schritt gemacht, ich bin sehr zufrieden. Leroy hat außergewöhnliche Fähigkeiten", sagte Löw über Sané, den er vor der WM 2018 aussortiert hatte.

Jetzt ist alles anders. "Das ist gerade eine schöne Herausforderung hier. Und ich liebe Herausforderungen", sagte Sané, der wie der Rest der Offensivbande seine beste Zeit noch vor sich hat. 2024 könnte er auf dem Höhepunkt sein – bei der erhofften Final-Teilnahme in Berlin.

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